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Lance Armstrong erneut im Visier der Doping-Fahnder

14. Juni 2012 von Ralph Schick

Colorado Springs, 13. Juni 2012 -Die amerikanische Anti-Doping-Agentur bestätigte gestern, dass erneut gegen Lance Armstrong ermittelt wird. Armstrong, der am 24. Juni 2012 beim Ironman in Nizza starten will, wird vorgeworfen, zu Zeiten des US Postal Service Radteams gedopt zu haben. Armstrong spricht derweil von einer steuerfinanzierten “Vendetta” gegen seine Person. Die WTC gab bekannt, dass Armstrong während des laufenden Verfahrens nicht bei Ironman-Rennen starten darf.


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USADA liegen Beweise gegen Armstrong vor

Der Geschäftsführer der USADA, Travis T. Tygart nahm auf die vielen Anfragen bezüglich einer Doping-Ermittlung gegen Lance Armstrong Stellung. Grundsätzlich gelte für jeden Athleten die Unschultsvermutung. Die USADA initiiere Ermittlungen aber nur dann, wenn Beweise auf ein Dopingvergehen hindeuteten. In Richtung Armstrong bemerkte Tygart, dass ermittelt würde, egal ob Druck von außen komme oder Einschüchterungsversuche gestartet würden. Allein die Fakten seien für die USADA relevant. Die Aufgabe der USADA sei es “im Auftrag der sauberen Sportler und derjenigen, die Wert auf die Integrität des Sports legen, fair und gründlich zu ermitteln, wenn glaubhafte Hinweise auf Doping bestehen.”

Armstrong: “Ich habe noch nie gedopt”

Derweil nahm auch Armstrong zu den Vorwürfen Stellung und veröffentlichte eine schriftliche Erklärung auf seiner Website. Wörtlich schrieb Armstrong: “Ich habe nie gedopt.” Außerdem sei er “in über 500 Doping-Kontrollen in 25 Jahren als Ausdauersportler nie positiv getestet worden”. Armstrong vermutet eine “Vendetta” gegen seine Person, um ihn von “Triathlon-Wettkämpfen fernzuhalten”. Dabei werde auf alte Vorwürfe zurückgegriffen, die zum einen meher als 16 Jahre zurück lägen und außerdem bereits durch die US-Justiz als haltlos bewertet wurden.

Staatsanwaltschaft stellte das Strafverfahren im Febuar ein

Im Februar diesen Jahres hatte der damalige Ermittler, Jeff Novitzky, der US-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Armstrong wegen Doping eingestellt. Eine Begründung für die Verfahrens-Einstellung hatte es damals seitens der Staatsanwaltschaft nicht gegeben, was vor allem in den internationalen Medien viel Kritik auslöste. Bereits damals hatte die USADA angekündigt, weiter zu ermitteln. Tyler Hamilton hatte seinerzeit als Zeuge gegen Armstrong ausgesagt, dass er Epo im Kühlschrank Armstrongs gesehen habe und dass er Armstrong bei der Einnahme von Epo beobachtet habe.

WTC sperrt Armstrong

Die WTC, Eigentümer der Marke Ironman und Veranstalter von Ironman-Rennen, gab derweil bekannt, dass Armstrong bis zur weiteren Überprüfung von der Teilnahme an Ironman-Rennen ausgeschlossen wird. Das heißt, dass Armstrong nicht in Nizza am 24. Juni am Start sein wird. Auch eine Teilnahme beim Ironman Hawaii ist in Ermangelung der nötigen Punkte schwierig und zumindestens fraglich.

Statement der WTC im vollen Wortlaut:
“WTC has been notified that USADA has initiated its Anti-Doping Review Board Process against Lance Armstrong to determine if there is sufficient evidence of doping during his cycling career to bring forward charges of a non-analytical nature. Our rules, as stated in the WTC Professional Athlete Agreement and Waiver, dictate an athlete is ineligible to compete during an open investigation. Armstrong is therefore suspended from competing in WTC-owned and licensed races pending further review. As a result he won’t compete for the IRONMAN France Nice 2012 on June, 24th.”

Zum vollständigen USADA-Statement

Zur vollständigen Erklärung von Lance Armstrong

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