Kommentar: Doping –
Mir reicht´s
Mir reicht´s. Die Berichterstattung in der Süddeutschen am Samstag endet mit den Worten, dass wir, das Publikum, endlich wieder auf einem sauberen Sport hoffen. Das langweilt mich.
Ich bin gegen Doping. Ich habe nie gedopt und will auch niemals dopen. Das sage ich so klar, damit das, was ich jetzt schreibe nicht als Statement pro Doping missverstanden wird.

Ich glaube, dass unsere Medien diese scheinheilige, moralisch-ethische Aufklärungskampagne aus reiner Sensationslust führen. Es geht nicht um sauberen Sport, sondern allein um Reichweiten, Abverkäufe und letzlich viel Geld, das die Medien damit verdienen. Eine Lösung wird nicht angeboten.
Die Darstellung
Nicht-Sportlern wird weiss gemacht, dass sich die Sportler einfach ein paar Drogen reinpfeifen und der, der das meiste genommen hat, gewinnt dann.
Dass das Doping am Ende nur eine Parallelverschiebung der Leistung aller (ich gehe davon aus, dass alle dopen, s.u.) ist und das jeder Sportler, insbesondere wenn er sich in der Weltspitze bewegt, extrem hart dafür trainieren muss, ob gedopt oder nicht, wird nicht gesagt.
Die Gesundheit
Als Grund gegen das Doping werden immer die Folgen für die Gesundheit beschrieben. Das Hochleistungssport grundsätzlich gesundheitsschädlich ist und diese Risiken von jedem Sportler bewusst eingegangen werden, wird in diesem Zusammenhang nicht erwähnt.
Ich finde, dass dopende Sportler, ein ungeeignetes Vorbild für unsere Kinder sind. Aber dieses Argument hört man eigentlich nur sehr selten.
Spieltheorie oder warum sollte der Sport besser sein
(Fast) jeder von uns hat sich schon mal am Morgen vor der Arbeit seine Aspirin genommen. Wer hat denn am Abend schon mal das Schlafmittel genommen oder welche anderen Medikamente oder Drogen habt ihr oder eure Kollegen schon mal genommen, damit ihr in eurem Job gut oder perfekt funktionieren könnt. Wer hat sich vielleicht schon mal bewusstseinserweiternde Drogen für Lernphasen oder beruhigende Medikamente für Prüfungs- oder Präsentationsphasen verabreicht…ich frage mich, warum sollte ein Sportler, der sich im Grenzbereich seiner Leistungsfähigkeit bewegt und gewinnen will, nicht genau das gleiche Verhalten an den Tag legen wie jeder von uns.
Die Dopingliste ist übrigens nicht fixiert. Sie verändert sich ständig. Stoffe die heute erlaubt sind, sind vielleicht morgen verboten und umgekehrt.
Und letzlich will ich noch mal die Spieltheorie anführen. Gefangendilemma: zwei Gefangene werden getrennt verhört, weil sie gemeinsam eine Tat begangen haben. Das Ergebnis wird für die Gefangenen immer die Loose-Loose Situation sein, weil jeder annimmt, dass der andere gesteht und er selber damit die Höchstrafe bekommt. In der Regel gestehen dann beide.
Auf den Sport übertragen bedeutet das, wenn ein Sportler davon ausgehen muss, dass die anderen dopen, hat er die Wahl zwischen seinen Hobby/Beruf aufgeben, mit zu dopen oder immer hinterher zu fahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle, die noch mitfahren dopen (zumindestens im Profisport) ist daher extrem hoch. Der Sportler hat letzlich eine Wahl, bei der er nur verlieren kann. Nicht vergessen, die meisten Sportler betreiben ihren Sport ja mit Leidenschaft.
In jedem Wettbewerb, den Menschen bestreiten versuchen sie, sich Vorteile zu verschaffen. Manche mit erlaubten, andere mit unerlaubten Mitteln. Warum sollte das im Sport anders sein?
Die Leistung
Die Fahrer/Sportler, z.B. bei der Tour, sind alle erwachsen. Sie sind für sich und ihre Gesundheit selbst verantwortlich und müssen auch selbst entscheiden, was sie tun. Freier Wille.
Ich finde die Leistung der Sportler, ob gedopt oder nicht, beeindruckend. Ich kann mir ungefähr vorstellen, wieviel man dafür trainieren und ertragen muss. Für mich kommt es nicht in Frage, aber mir ist es eigentlich egal ob gedopt wurde. Den Leistungsunterschied können wir, glaube ich, ohnehin nicht wahrnehmen. Ob bei der Tour ein Berg nun mit 20 oder 23 km/h hochgefahren wird ist mir egal und die Leistung ist in beiden Fällen eh der Wahnsinn.
Mein persönliches Fazit
Ich bin gegen Doping. Ich glaube aber, dass überall in der Weltspitze gedopt wird, weil einfach der Druck so hoch ist. Ich verstehe nicht, warum ein Sportler insbesondere ein Berufssportler besser sein soll als jeder andere Mensch. Und ganz besonders finde ich die Diskussion in unserem Medien was das Doping angeht scheinheilig und falsch. Ich glaube, hier wird ein Hype gemacht und Sensationslust geschürt, um Geld zu verdienen.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich nicht wirklich weiss, wie man aus dem Dilemma Doping herauskommen soll.
Wer sich zu dem Kommentar von Ralph äüßern möchte ist gerne eingeladen im Forum seine Einwürfe preis zu geben.










