Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Training & Wettkampf > Interview > Ironman Hawaii: Favoritencheck der Damen mit Julia Gajer

Ironman Hawaii: Favoritencheck der Damen mit Julia Gajer

8. Oktober 2017 von Stephan Schepe

Ingo Kutsche, freiIronman Hawaii 2008: Sandra Wallenhorst erkämpft sich mit einem eindrucksvollen Marathon den dritten Platz auf Kona. Seither hat es keine deutsche Triathletin mehr auf das Podium bei der Ironman WM geschafft. Im vergangenen Jahr schrammte Anja Beranek nach einem beherzten Rennen knapp am Treppchen vorbei und landete schließlich auf einem dennoch starken vierten Platz. Unsere Expertin Julia Gajer gab 2014 ihr Debüt auf Kona und war mit dem sechsten Rang auf Anhieb beste Deutsche. In diesem Jahr muss sie leider jedoch auf ihren Hawaii-Start verzichten.


Triathlon Anzeigen

triathlon.de freiHallo Julia! Zunächst einmal: Wie geht es Dir? Du hast im Juli Deine Saison verletzungsbedingt vorzeitig beendet. Was ist passiert?

Julia:
Danke, mir geht es sehr gut. Ich habe gerade mit der Vorbereitung auf die kommende Saison begonnen und möchte mit einem langem, langsamen Aufbau ein gutes Fundament für 2018 legen. Leider hatte ich in diesem Jahr Achillessehnenprobleme, die mich dazu gezwungen haben, meine Saison vorzeitig zu beenden. Dieser Schritt hat sich aber als genau richtig erwiesen. Nach dem ich meinem Körper die nötige Ruhe zu gestanden habe, verlief der Heilungsprozess sehr gut. Im September habe ich wieder mit dem Laufen begonnen und bin komplett schmerzfrei.
Dieses Jahr auf Hawaii zu verzichten ist natürlich sehr hart, schließlich habe ich mit dem Rennen ja auch noch eine Rechnung offen (lacht). Gleichzeitig motiviert es mich aber unglaublich und ich werde nächstes Jahr hungriger denn je sein, um nach Kona zurück kehren zu können.

Charlie Crowhurst/Getty Images for IronmanWenn es eine klare Favoritin gibt, so ist es sicherlich Daniela Ryf. Die Siegerin der letzten beiden Jahre ist auch in diesem Jahr auf der Langdistanz ungeschlagen, im April gewann sie den Ironman Südafrika, im Juli entschied sie die Challenge Roth klar für sich. Führt denn irgendein Weg an ihr vorbei?

Julia: Daniela ist definitiv die klare Favoritin, die sich eigentlich (fast) nur selbst schlagen kann. In der ersten Saisonhälfte dieses Jahres hat sie sogar angeschlagen Rennen gewonnen (u.a. Südafrika) und ihr letztes Rennen bei der 70.3 WM war sehr dominant.
Nichts desto trotz kann bei einer Langdistanz und gerade in Kona sehr viel passieren, das sollten sich alle Athletinnen vor Augen halten und Platz 1 nicht schon vorher als unerreichbar im Kopf abhaken.

Ihre bislang härteste Konkurrentin Mirinda Carfrae (Hawaii Champion 2013 und 2014) ist seit wenigen Wochen in der Babypause und steht in diesem Jahr daher nicht am Start. Wer könnte Daniela Ryf dann noch gefährlich werden?

Julia:
Ich bin sehr gespannt auf Sarah Crowley. Sie hatte in diesem Jahr bisher eine herausragende Saison mit dem Gewinn von zwei Ironman Continental Championships (Asia-Pacific und Frankfurt) sowie dem ITU Long-Distance WM-Titel vor einigen Wochen. Allerdings hatte sie damit auch schon einen sehr voll gepackten Rennkalender und es stellt sich die Frage, ob sie noch genügend Körner für ein Top-Rennen hat. Gleiches gilt für Lucy Charles, die ebenfalls Topergebnisse in diesem Jahr hatte, aber eben auch schon viele Rennen bestritten hat. Sie wird das Rennen vom Start weg sehr schnell machen und sicher lange die Gejagte sein. Bei der Challenge Gran Canaria (Halbdistanz) konnte Lucy Daniela im übrigen schon einmal schlagen.
Nach ihrer Babypause kehrt in diesem Jahr auch Rachel Joyce nach Kona zurück. Sie hat sehr viel Erfahrung und kennt dieses Rennen ganz genau. Wenn Sie noch frisch genug ist nach ihrem Qualimarathon, wird sie sicher auch ein Wörtchen bei der Vergabe der vorderen Plätze mitreden.

Ingo Kutsche, freiBei den deutschen Damen rechnet sich Anja Beranek nach ihrem Vorjahresresultat und einer starken Saison die größten Chancen aus. Kann sie es in diesem Jahr aufs Treppchen schaffen?

Julia: Die Chancen sind in jedem Fall da, wenn es ihr gelingt ihre Laufleistung noch etwas zu verbessern und erneut eine herausragende Radleistung abzurufen.

triathlon.de: Wie sieht Dein Tipp für die Top 5 in diesem Jahr aus?

Julia:
1. Daniela Ryf
2. Sarah Crowley
3. Kaisa Sali
4. Rachel Joyce
5. Lucy Charles

Wie schätzt Du die Chancen für die anderen deutschen Damen ein?

Julia: Meine Teamkollegin Sonja Tajsich wird erneut ein starkes Rennen abliefern. Nach dem Schwimmen wird sie sicher Rückstand haben, aber sie liebt die Hitze und wird sich beharrlich Platz für Platz nach vorne arbeiten. Ich traue ihr ein Top-Ten-Resultat zu. Auch Astrid Stienen, Mareen Hufe und Diana Riesler schätze ich stark ein, wenn sie jeweils ihr Rennen durchziehen, gelingt ihnen der Sprung in die Top 15.

Wie und wo wirst Du das Rennen mitverfolgen?

Julia: Ich werde das Rennen von zu Hause aus im Internet verfolgen.

Vielen Dank für Deine Einschätzung und alles Gute!

 


Profil Julia Gajer

Ingo Kutsche, frei

Geburtstag: 05.08.1982

Geburtsort: Hannover

Wohnort: Schaftenau bei Kufstein

Beruf: Apothekerin

Verein: WMF BKK Team AST Süßen

Trainer: Wolfram Bott

Triathlon seit: 2008

 

Wenn ihr mehr über Julias Karriere, ihre Erfolge und Ziele erfahren wollt:

www.julia-wagner.com
www.facebook.com/juliagajer.triathlon

Fotos: Ingo Kutsche, Charlie Crowhurst/Getty Images for Ironman, triathlon.de

Triathlon.de Anzeigen

Triathlon beliebt

 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden