Frankfurt, 08. Juli 2012 – Er kam, sah und siegte: Marino Vanhoenacker darf sich seit dem heutigen Sonntag WTC-Europameister nennen. Der 35-jährige Belgier lief bei seiner Premiere vom Ironman Frankfurt nach 08:03:31 Stunden auf dem Roten Teppich am Römerberg ein – in neuen Laufschuhen.

“Bink”, wie seine Freunde Marino Vanhoenacker nennen, hat es allen gezeigt: Der Mann mit dem markanten Gesicht ging volles Risiko ein, lief den Marathon in neuen Schuhen seines Herstellers Woolf Running und finishte in einer Zeit von 08:03:31 Stunden. Das Alpha-Tier unter den Wölfen hatte bereits vor dem Rennen in Frankfurt angekündigt, sich mit dem Rostocker Andreas Raelert zu duellieren. Am Ende hatte der “König von Klagenfurt”, so der Beiname des sechsmaligen Siegers vom Ironman Klagenfurt, das Zepter in der Hand. “Ich hab’ es allen gezeigt, die gedacht haben, es gab in den letzten sechs Jahren keine Konkurrenz in Klagenfurt”, sagte Vanhoenacker im Ziel. Der Belgier holte sich mit seinem Sieg am Main nicht nur den Europameistertitel der World Triathlon Corporation (WTC), sondern auch 4000 Punkte für das Kona Pro Ranking. Damit ist dem Schützling vom zweifachen Hawaii-Sieger Normann Stadler die Qualifikation für Hawaii sicher.
Andreas Raelert wird nur Vierter
Zweiter wurde der Sebastian Kienle mit einer Zeit von 08:09:59 Stunden. Der Youngster aus Hohenklingen freute sich: “Das ist der Wahnsinn hier – ich muss mich nie wieder fragen, warum ich das mache.” Kienle, der am vergangenenen Freitag 28 Jahre alt wurde, hatte vor dem Ironman auf eine Party verzichtet, will diese aber nach seinem Erfolg in Frankfurt auf jeden Fall nachholen. Kienle: “Das Rennen war kein Geburtstagsgeschenk, sondern hart erkämpft.” Den dritten Platz sicherte sich der Spanier Clemente Alonso-McKernan. Andreas Raelert, der als Favorit ins Rennen gegangen war, überholte zwar am Ende noch Jan Raphael aus Hannover auf der Laufstrecke, landete aber nur auf einem enttäuschenden vierten Platz. Dennoch versicherte der Rostocker dem Publikum: “Ich bin zufrieden – die anderen waren heute einfach stärker.”
Caroline Steffen: Wiedersehen in Frankfurt 2013?
Bei den Damen verteidigte Vorjahressiegerin Caroline Steffen ihren Europameistertitel mit einer Zeit von 08:55:33 Stunden. Im Vergleich zum Kälterennen 2011 wirkte die Schweizerin dieses Jahr deutlich frischer: “Das Rennen verlief sehr gut. Ich kann mir gut vorstellen, im nächsten Jahr wiederzukommen.” Im Fall eines Sieges würde Steffen das Triple perfekt machen. Den zweiten Platz belegte Anja Beranek aus Fürth, der nach eigenen Angaben das Wetter zugute kam: “Ich bin nicht so überrascht, weil ich weiß, dass ich’s drauf habe.” Für die viertschnellste Frau, Susan Dietrich aus Darmstadt, kam die Platzierung vor heimischem Publikum dagegen überraschend: “Ich freu’ mich, weil ich es nicht erwartet habe.”
Ergebnisse Herren
1. Marino Vanhoenacker (BEL), 08:03:31
2. Sebastian Kienle, 08:09:59
3. Clemente Alonso-McKernan (SPAN), 08:14:04
4. Andreas Raelert, 08:17:36
5. Jan Raphael, 08:18:17
Ergebnisse Damen
1. Caroline Steffen (CH), 08:52:33
2. Anja Beranek, 09:05:41
3. Corinne Abraham (GB), 09:21:03
4. Susan Dietrich, 09:22:07
5. Sofie Goos (BEL), 09:28:03
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Fotos: Thomas Wenning




