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Ironman Arizona: „Es wird wohl ein enges Rennen mit einer Laufentscheidung“

15. November 2013 von Christine Waitz

Foto: Power Horse Triathlon TeamNeun deutsche Profis werden sich am Wochenende beim Ironman Arizona der erneut großen Konkurrenz stellen. Unter den Punktejägern befinden sich auch Horst Reichel und Julia Gajer, die sich ein Stück vom Kuchen erhoffen. Wir haben uns mit den beiden unterhalten.


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Die Konkurrenz ist groß

Dass es am Sonntag nicht einfach wird, weiß Horst Reichel und hat dabei das über 70 Profi-Athleten umfassende Starterfeld im Blick: „Das Starterfeld ist sehr groß.  Es gibt eine halbes Dutzend Athleten in meinem Leistungsbereich. Es wird wohl ein enges Rennen mit einer Laufentscheidung.“

Beste Aussichten auf eine Podiumsplatzierung haben der Sieger des Ironman Florida, Victor del Corral, der Sieger und Radrekordhalter des Rennens 2009, Jordan Rapp, sowie der Ungar Jozsef Major und der Portugiese Pedro Gomez. Ebenfalls für Aufmerksamkeit sorgen könnte der Ironman-Debütant Matt Chrabot, der zuletzt den Ironman 70.3 Austin für sich entscheiden konnte.

„Hawaii hat viele Körner gekostet!

Foto: Power Horse Triathlon TeamDie deutschen Profistarter sind mit Marc Dülsen, Thorsten Abel, Christian Brader, Johann Ackermann und Horst Reichel zahlreich am Start vertreten. Nur fünf Wochen nach seinem Start bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii begibt sich Horst Reichel erneut auf Punktejagd. Allerdings steht für den Darmstädter nicht unbedingt eine Top-Platzierung im Fokus. Viel eher hofft er auf „einen versöhnlichen Saisonabschluss und ein paar Punkte für mein Kona Pro Ranking.“

Hallo Horst! Du bist bereits seit knapp drei Wochen in Tucson, um dich auf deinen Jahresabschluss beim Ironman Arizona vorzubereiten. Wie lief das Training nach dem harten Rennen in Kona?

Daheim in Deutschland habe ich mich zehn Tage locker bewegt, aber kein strukturiertes Training absolviert. Hawaii hat unheimlich viele Körner gekostet – auch mental – so dass die Erholung notwendig war. Mit der Anreise nach Tucson fiel dann der Startschuss für einen kleinen Formaufbau: Erste Woche Grundlage und Motorik , zweite Woche geschwindigkeitsorientiert, dritte Woche tapern. Bis jetzt kam ich gut durch und merke von Tag zu Tag dass mein Fitnesslevel steigt.

Du konntest deine Vorbereitung in einer recht großen Gruppe mit Christian Brader, Marc Dülsen und Nils Frommhold absolvieren. Braucht man zum Jahresende die zusätzliche Motivation in der Gruppe, um noch einmal alles geben zu können?

In der Gruppe macht macht es natürlich unheimlich Spaß. Die Stimmung passt. Jedoch trainieren wir hier auch sehr individuell, da einfach der Saisonverlauf und die Rennen im Vorfeld sehr unterschiedlich waren. Diese Gruppenkonstellation hat sich eher zufällig ergeben.

Foto: Sebastian Kuhn, freiDie Saisonplanung der Profiathleten wird von Jahr zu Jahr anspruchsvoller und länger. Mit dem Rennen am Wochenende beschließt du deine persönliche Saison. Auf was freust du dich danach am meisten?

Auf der einen Seite freue ich mich riesig darauf Zeit mit meiner Familie und Freunden zu verbringen. Jedoch habe ich für diese Off-Season auch ein paar Städtereisen mit meiner Freundin geplant – ohne Sportgepäck, nur mit Rucksack und Zahnbürste! Am Freitag nach Arizona geht’s erstmal mal nach München.

Julia Gajer: „Meine Vorbereitung war sehr vielversprechend“

Im Rennen der Damen stehen Chancen für Meredith Kessler, Michelle Vesterby und Amanda Stevens gut, betrachtet man ihre Platzierungen in Kona. Dort lief Kessler als siebte knapp vor Vesterby durch das Ziel. Amanda Stevens rutschte zwar auf Platz zwölf aus den Top Ten, wird jedoch ein Wörtchen um den Sieg mitreden wollen. Mit Diana Riesler, Steffi Steinberg, Katja Konschak und Julia Gajer stehen auch vier deutsche Profidamen am Start.

Foto: Ingo Kutsche, freiHallo Julia! Das Rennen in Wales verlief für dich durch Pannenpech nicht ganz wie erhofft. Trotzdem ist ein vierter Platz auf der harten Strecke und 960 Punkte für das KPR herausgesprungen. Was erhoffst du dir für das Rennen am Wochenende, außer einen pannenfreien Verlauf?

Ich erhoffe mir vor allem noch einmal alles aus mir herauszuholen und für mich ein sehr gutes Rennen zu machen. Zu was es dann reicht, wird man sehen. Meine Vorbereitung war sehr vielversprechend, wir konnten vor allem beim Radfahren und Laufen nochmals neue Akzente setzen. Ich bin wirklich gespannt, was ich am Ende einer langen Saison leisten kann.

Auf so späte Rennen vorzubereiten ist im deutschen Herbst gar nicht so einfach. Konntest du dem Schmuddelwetter in den letzten Wochen entfliehen, oder musstest du zu Hause die Zähne zusammenbeißen?

Ehrlich gesagt, habe ich mich freiwillig dazu entschieden zu Hause zu bleiben und ich habe es nicht bereut. Bis auf die letzten paar Tage hatte ich wirklich Glück mit dem Wetter und konnte mein Training wie geplant absolvieren. Ich bin wirklich zufrieden, wie alles geklappt hat. Vor allem im September und Oktober gab es viele schöne und teilweise auch sehr warme Tage und wenn es mal etwas kälter war, habe ich eben ein paar Klamotten mehr angezogen.

Mit dem Punktesystem im Rücken wird die Saison für viele Profis immer länger. Gönnst du dir nach dem Ironman Arizona eine Saisonpause? Wie sieht deine Off-Season dann aus?

Ja, nach Arizona mache ich definitiv Pause, meine Saison war sehr lang. Zunächst werde ich mit meinem Mann noch zwei Wochen hier in den USA bleiben, anschließend werde ich dann zu Hause die Weihnachtszeit ausgiebig genießen.

Fotos: Power Horse Triathlon Team, Sebastian Kuhn, Ingo Kutsche

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