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Ironman 70.3 World Championship: Die Laufstrecke – Interview mit Kristin Möller

27. August 2015 von Christine Waitz

Ingo Kutsche,   freiDas große Finale mit großer Kulisse. Der abschließende Halbmarathon entlang des Zeller Sees bietet tolles Panorama. Ruhigere grüne Abschnitte wechseln sich mit geschäftigen Uferpromenaden ab – die WM-Laufstrecke ist nicht nur schnell, sondern auch attraktiv. Wir haben uns mit Kristin Möller über den Kurs unterhalten. Ihre Einschätzung: Die Stimmung wird super werden.


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Von der Wechselzone am Seespitz geht es am idyllischen Uferweg entlang nach Zell am See. Dort wartet das erste Stimmungsnest auf die Läufer, bevor es weiter entlang des Sees bis an den am Ostufer gelegenen Ortsteil Thumersbach zum Wendepunkt geht. Zurück in Zell am See wird mit einer Schleife durch die Altstadt die zweite Runde eingeläutet. An und für sich gibt sich die Laufstrecke einfach. Wer jedoch auf der Radstrecke zu viel Kraft investiert hat, den könnten auch die wenigen Höhenmeter, die es entlang des Sees zu überwinden gibt, schwer fallen.

Zum ganzen Strecken-Test.

Wir haben uns mit Kristin Möller unterhalten. Zuletzt legte die Nürnbergerin beim Ironman 70.3 Wiesbaden mit 1:19:05 Stunden den mit Abstand schnellsten Halbmarathon der Profidamen hin.

Hallo Kristin! Warst du im Vorfeld in Zell am See, um dir die Strecken anzusehen?

Ja, ich war schon einmal in Zell am See. Allerdings war das bereits letztes Jahr zum Rennen. Damit kenne ich sowohl Strecken, als auch Abläufe sogar schon im Wettkampfmodus. Ich kann also ganz entspannt an die Sache ran gehen – wobei ich vor dem Rennen schon noch einmal auf der Radstrecke trainieren werde.

Ingo Kutsche, frei

Kristin Möller beim Ironman Lanzarote 2014

Deine Paradedisziplin ist das Laufen. Wenn du vom Rad absteigst, was sind deine Gedanken? 

Ich bin dann meist in gewisser Weise erleichtert, dass ich das Schwimmen und Radfahren hinter mich gebracht haben und freue mich richtig auf das Laufen. Natürlich ist zu diesem Zeitpunkt der Rückstand zur Konkurrenz immer im Kopf. Das ist einerseits  ärgerlich, andererseits versuche ich aus der Situation das Positive für mich herauszuholen. Ich weiß, dass ich bestimmte Rückstände zulaufen kann. Ich weiß, dass die anderen auch schon schwere Beine haben. Und wie auch immer die Situation ist, man weiß ja nie, was auf der Laufstrecke alles noch passiert. Für mich ist das Rennen immer erst an der Ziellinie gelaufen.

Wie schätzt du die Laufstrecke der diesjährigen 70.3 Weltmeisterschaften ein. Was wird entscheidend sein?

Aus dem letzten Jahr erinnere ich mich, dass die Laufstrecke gar nicht so einfach war, wie man zunächst dachte – es waren viele Ecken und Kanten drin und dazu waren die Wege teils sehr schmal und beengt. Ich hoffe, dass die Sportler dieses Jahr etwas mehr Raum zu Laufen haben, dass die engen Passagen entschärft sind. Das sollte die Sache dann einfacher machen.

Durch die Aufteilung in Runden kann man die Abstände zur Konkurrenz immer recht schön einschätzen, das erleichtert die Sache auf jeden Fall. Recht lange Geraden unterwegs sind gut, so kann man sich als Athlet gute Orientierungspunkte suchen. Das ist einfacher für den Kopf. Insgesamt finde ich die Strecke abwechslungsreich und sehr motivierend. Das hilft im Rennen, wenn es einem nicht mehr so gut geht. Auch der ein oder andere Blick nach links oder Rechts und die tolle Landschaft können einem helfen, wenn es hart wird.

Auch besonders ist, dass die Zuschauer in Zell am See super sind. Da sind nicht nur die Begleiter und Fans an der Strecke, sondern auch Touristen, die plötzlich zu Zuschauern werden und die Stimmung zu etwas besonderem werden lassen.

Deine drei Tipps um möglichst schnell ins Ziel zu kommen:

1. Nach dem Radabstieg sollte man sich die ersten Schritte ganz auf den Laufstil konzentrieren. Das bedeutet zunächst eine aufrechte und stabile Körperhaltung einzunehmen. Da gehört dazu, dass man die Muskulatur, die vom Radfahren und dem Buckel zusammengezogen ist, schön streckt. Dann gilt es sich auf den Fußabdruck zu konzentrieren, um gleich richtig Dynamik in den Stil hinein zu bekommen.

2. Zweitens sollte man unbedingt Ruhe bewahren beim Wechsel – lieber investiert man da etwas mehr Zeit. Schaut, dass die Socken gut hochgezogen sind, dass die Schuhe richtig geschnürt sind, dass die Knoten fest sitzen – oder auch dass man nicht vielleicht sein Gel im Schuh vergessen hat (lacht)…

3. Beim Rauslaufen gilt es sich zu zügeln und nicht über die Verhältnisse loszulaufen. Gebt euch Zeit, den Puls langsam an die Belastung zu gewöhnen. Schon zu Beginn sollte man sich gut verpflegen, ruhig gleich auch an der ersten Verpflegungsstelle. Dann klappt es auch mit dem konstanten Lauf!

Mit Markus Thomschke haben wir uns die Strecke schon einmal angesehen:

Foto: Ingo Kutsche

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