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Interview Thomas Springer – Wir haben den Titel noch nicht abgeschrieben

27. Mai 2010 von Christian Friedrich

Springer_Witten 500Die ersten zwei Wettkämpfe der Triathlon-Bundesliga 2010 sind absolviert, und mit ein paar Tagen Abstand fällt ein Resümee meist leichter. Im Interview erklärt Springer, der amtierende Deutsche Meister, warum er beim Sparkassen City-Triathlon in Witten sehr nervös war und wie sehr ihn die Unterstützung seiner Teamkollegen freut.

Der Titelverteidiger bei den Herren aus Buschhütten liegt mit drei Punkten souverän an der Tabellenspitze. Der ambitionierte Herausforderer aus Witten, das Asics TEAM, weist schon acht Punkte auf. Dabei bewiesen die Mannen von Teamleiter Richard Gutt in beiden Rennen, dass sie eine der stärksten Mannschaften der Liga stellen. Doch eine umstrittene Disqualifikation von Thomas Springer zum Einstieg in Gladbeck sorgt für das aus sportlicher Sicht etwas verzerrte Tabellenbild.

Hallo Thomas Springer, im zweiten Rennen der Bundesliga-Saison in Witten sprang der ersehnte Tagessieg heraus. Wie wichtig war dieser Erfolg?

Wir haben wieder gezeigt, dass wir ein Team sind, das geschlossen auftritt und zusammenhält. Genau wie in Gladbeck, wo das Tempo unseres Mannschaftssprints schlicht der Wahnsinn war, haben wir auch in Witten demonstriert, dass beim Asics TEAM rund um den Kern der langjährigen Starter weiter etwas Großes zusammenwächst.

Wie wichtig war der Erfolg für Sie persönlich?

Ich hatte schon einen gewissen Druck, weil unter meiner Disqualifikation in Gladbeck schließlich die gesamte Mannschaft hatte leiden müssen. Der Erfolg war deshalb auch für mich sehr wichtig, aber grundsätzlich geht es um den gemeinsamen Erfolg in der Gruppe.

Im Ziel bildeten ihre Mannschaftskollegen eine Art Spalier für Sie. Ein Ausdruck dieses Gruppengefühls?

Ja, das war Ausdruck eines tollen Mannschaftsgefühls und vor allem eine sehr nette Geste mir gegenüber. Dieses Spalier fand ich schon extrem. Als die anderen auf der letzten Laufrunde eine solche Variante diskutierten, konnte ich das erst gar nicht glauben. Dafür möchte ich mich hier nochmals herzlich bedanken. Genau wie für das Vertrauen, dass ich den Staffellauf eröffnen durfte.

Ihre beiden morgendlichen Wechsel bei den Einzelsprints waren bezogen auf die Zeit nicht wirklich gelungen. Ein Zeichen von Nervosität?

Ich weiß, dass ich aktuell in guter körperlicher Verfassung bin. Aber ich hatte schon eine gewisse Angst, dass ich erneut etwas verbocke. Daher habe ich bei beiden Wechseln auf jede Kleinigkeit besonders geachtet, damit ja alles richtig abläuft. Insofern kann man definitiv von Nervosität sprechen.

In der Tabelle hat Buschhütten trotz des Erfolgs in Witten schon einen Vorsprung von fünf Zählern. Sind die Siegener noch einzuholen?

Wir haben gegen die Wertung in Gladbeck Protest eingelegt und rechnen uns dabei große Chancen aus. Daher haben wir den Titel noch längst nicht abgeschrieben.

Bild und Interview: Oliver Kubanek

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