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Interview mit Stefan Schmid: „Ich sehe in allen drei Disziplinen noch deutlich Luft nach oben“

13. März 2016 von Christine Waitz

pewagracingteam.comIm vergangenen Jahr gelang ihm sein erster internationaler Sieg bei einem Ironmanrennen. 17 Jahre triathletische Aufbauarbeit steckten hinter diesem Erfolg. Doch Aufgeben kam für den 29-jährigen Stefan Schmid nie in Frage. „Ich sehe in allen drei Disziplinen noch deutlich Luft nach oben“, check sagt er im Interview. Verraten hat er uns auch seine Pläne für die Anstehende Saison.


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Vom Schlittschuh in den Laufschuh. Eine sicherlich ungewöhliche Wandlung. Mit zwölf Jahren hatte Stefan Schmid genug vom Eis und ist seitdem vom Triathlonvirus befallen. Schon als Jugendlicher erfolgreich, advice war spätestens beim ersten Start über die Mitteldistanz klar, sales dass ihm die längeren Distanzen noch besser liegen würden. Hinter Enrico Knobloch wurde er auf Anhieb deutscher Vizemeister. Schon im Jahr darauf wagte der Peisendorfer den Sprung auf die Langdistanz. Beim Ironman Wisconsin wurde er nicht nur Gesamt-Elfter, sondern siegte in seiner Altersklasse. Ein Traum schien in Erfüllung zu gehen: Der Startplatz für den Ironman Hawaii im Jahr darauf war gesichert. Doch es kam anders… Eine Krankheit zwang ihn zur mehrmonatigen Trainingspause – aus der Traum vom Weltmeistertitel.

Doch davon ließ sich der studierte Fitnesstrainer nicht aufhalten. 2010 nahm er den zweiten Anlauf, qualifizierte sich in der Schweiz, und holte sich auf Big Island den Weltmeistertitel in der Altersklasse der 18 bis 24-jährigen. Der Sprung in das Profilager daraufhin, war fast schon logische Konsequenz. Es folgten zahlreiche internationale Erfolge: Ein zweiter Platz beim Ironman Wisconsin, ein dritter Platz beim Ironman Brasil, ein fünfter Platz in Roth und – endlich – im letzten Jahr, der erste große internationale Sieg. Beim Ironman Cozumel setzte sich der 29-jährige gegen Matt Russell und den Österreicher Weiß durch.

Wir haben uns mit ihm unterhalten.

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Hallo Stefan! Das letzte Jahr darf man sicherlich als das erfolgreichste in deiner mittlerweile über 17-jährigen Triathlon-Karriere bezeichnen. Mit welchen Zielen geht man so in die neue Saison? Welche Wettkämpfe stehen bereits in deinem Kalender?

Das vergangene Jahr war definitiv das beste meiner Karriere. Nicht nur die Resultate bei meinen drei Langdistanzen (5. in Roth / 3. in Chattanooga / 1. in Cozumel), sondern auch die konstanten Zeiten um 8h10min lassen mich sehr optimistisch in die Zukunft blicken. Ich möchte auf jeden Fall an meine Leistungen von 2015 anknüpfen und mich weiter verbessern. Ich sehe in allen drei Disziplinen noch deutlich Luft nach oben.

Bezüglich meiner geplanten Wettkämpfe kann ich noch nicht sehr viel sagen. Eigentlich wollte ich bereits am 10. April beim Ironman Südafrika in die Saison einsteigen, um die Hawaii-Quali möglichst früh unter Dach und Fach zu bringen. Doch leider bin ich beim Lauftraining umgeknickt und so wird der Ironman Südafrika ohne mich stattfinden. Wenn alles gut geht wird man mich im Mai an der Startlinie eines Ironman sehen.

Dein letztes Rennen, und zudem das Sahnehäubchen der Saison, 2016 war der Ironman Cozumel Ende November. Wie sah dein Trainingsauftakt in den letzten Wochen aus?

pewagracingteam.comNachdem ich aus Cozumel zurück gekehrt bin ging es für mich direkt nach Graz, zum ersten Team Meeting des „pewag racing team“.
Im Anschluss bin ich dann schon wieder direkt ins Training eingestiegen. Eine große Saisonpause kann man sich heutzutage kaum mehr leisten.
Klar sehen die Trainingsinhalte und -stunden anders aus als im Juli, aber ich trainiere auch in dieser Zeit nach den Plänen meines Coaches Michael Krüger.
Richtig ernst wurde es dann Anfang Januar. Für zwei Wochen war ich mit der Trainingsgruppe meines Coaches im Skilanglauftrainingslager in Leutasch (Österreich). Im Anschluss stand dann das erste gemeinsame Camp des pewag racing teams auf Lanzarote an. Momentan befinde ich mich wieder in Leutasch, wo ich mich auf die ersten Wettkämpfe vorbereite.

Viele Sportler fliegen in den nächsten Wochen und Monaten vielleicht das erste Mal in ein Trainingslager. Für dich ist das sicherlich schon Routine. Vergisst man dennoch hin und wieder etwas wichtiges zu Hause? Und was muss unbedingt in deinem Koffer sein?

Das viele Reisen ist mit Sicherheit schon Routine und ich bin auch gerne unterwegs. Wenn es ums Koffer packen geht, hält sich meine Begeisterung trotzdem in Grenzen. Vergessen habe ich bisher noch nichts. Wer mich kennt weiß, ich habe eigentlich immer alles doppelt und dreifach dabei.
Und wenn dennoch Platz im Koffer ist, dürfen ein Espressokocher und ein Milchaufschäumer nicht fehlen.

Wann geht es für dich erneut in den Süden und auf was freust du dich im Trainingslager besonders? 

Ein erneutes Trainingslager im Süden ist nicht vorgesehen. Ich werde mich wie schon im letzten Jahr im Schnee auf die Triathlon Saison vorbereiten.
Ich habe schon im letzten Jahr sehr gute Erfahrungen mit Skilanglauf gemacht. Das Skating wirkt sich bei mir sehr positiv auf meine Rad-Performance aus.
Außerdem denke ich, dass ich gegen Ende des Jahres davon profitieren werde, wenn ich nicht schon im März tausende von Radkilometern in den Beinen habe.

Als Jugendlicher warst du im Eishockey aktiv. Vom Teamsport zum manchmal einsamen Individualsport: Was hat dich am Triathlon fasziniert und was fasziniert dich nach so langer Zeit immer noch?

Nach wie vor fasziniert es mich zu sehen, wo die eignen Grenzen sind, und wie weit man diese nach oben verschieben kann. Triathlon ist ein ehrlicher Sport. Resultate sind immer das Ergebnis von harter und konstanter Arbeit.

Vielen Dank für das Interview, wir wünschen dir eine erfolgreiche Saison!

Zur Website von Stefan Schmid.

Fotos: pewagracingteam.com

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