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Interview mit Sonja Tajsich: „Einen Sieg in der Heimatstadt würde ich gerne noch einmal erleben“

10. März 2015 von Christine Waitz

Ingo Kutsche,   frei2014 war ein nicht ganz einfaches Jahr für Sonja Tajsich. Eigentlich sollte es ein Comeback der Regensburgerin werden. Satt dessen wurde sie von all den Dingen geplagt, die sich ein Profisportler nicht wünscht: Pannenpech, Verletzungen und Krankheit. 2015 jedoch soll es besser werden. Die Vorzeichen dazu stehen gut. Wir haben uns mit Sonja Tajsich unterhalten.


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Pannenpech, Knieschmerzen, Infekt. Einige Wettkämpfe die verheißungsvoll begannen und dann noch unbefriedigend endeten. Kein Wunder, dass Sonja Tajsich im Nachhinein sagt, „Ich benötigte letztes Jahr eine Art Findungsphase und trainierte ohne großen Plan vor mich hin. Ich versuchte einfach erst einmal wieder den alten Spaß am Sport zu finden.“

Spaß am Sport wiedergefunden

Den Spaß hat sie wiedergefunden. Mit neuem Trainer kam dann auch die Leistung zurück. Seit Oktober 2014 trainiert Sonja Tajsich unter Wolfram Bott, der auch Michael und Andreas Raelert coacht. Schneller als gedacht kam die Regensburgerin dann wieder in den Tritt. So schnell, dass sie sich noch im Winter dazu entschloss einen erneuten Anlauf zur Kona-Qualifikation zu wagen. Am 29. März geht es zur Punkte-Jagd zum Ironman Südafrika.

Ingo Kutsche, frei

Hallo Sonja! Mit neuem Trainer und neuen Reizen startest du in die Saison 2015. Mit Wolfram Bott als Trainer an deiner Seite scheint auch der Spaß am Triathlonsport zurück. Was hat sich in deinem Training verändert? Wie kann man dich nach über zehn Jahren im Profisport noch „reizen“? 

Wolfram ist ein toller Mensch und hat eine unheimlich ruhige und angenehme Art. Er geht auf jeden seiner Athleten sehr individuell ein. Wir arbeiten seit Anfang Oktober zusammen und ich war zu Beginn echt erstaunt, wie behutsam er mich wieder an die Belastung herangeführt hat. Manchmal war ich mir unsicher, ob so lockeres und so wenig Training zum Erfolg führen würde. Aber anscheinend war das der Schlüssel um nicht gleich wieder in die nächste Verletzung zu rauschen. Mittlerweile ist das Training nur noch an manchen wenigen ausgesuchten Tagen locker und nur noch in seltenen Wochen „wenig“ :-)

Besonders viel Spaß machen mir die detaillierten Schwimmpläne. Auch beim Laufen und Rad fahren gibt es Inhalte, die ich vorher in dieser Form noch nicht gemacht habe. Das ist sehr spannend für mich.

Dein erstes Saisonhighlight steht mit dem Ironman Südafrika schon fast vor der Tür. Im letzten Jahr warst du vor allem von deiner Leistung in deiner eigentlichen Paradedisziplin enttäuscht. Läuft es wieder? 

Der Leistungstest Anfang Dezember war eher mäßig. Zu dem Zeitpunkt war aber auch nicht mehr zu erwarten. Seitdem habe ich – vor allem durch die letzten beiden Trainingslager – einen riesen Sprung gemacht. Ob ich das dann auf die lange Distanz schon umsetzen kann, weiß ich natürlich nicht, aber ich bin wieder bester Dinge und habe auch wieder an Selbstvertrauen gewonnen.

Wie sehen deine weiteren Saisonziele aus?

Das hängt ein wenig von meinem Ergebnis in Südafrika ab. Ich plane als weitere Rennen noch St. Pölten und Rapperswil sowie die Kurzdistanz in Erding. Und dann schauen wir mal. Ich liebäugle damit, meinen „Wandertag“ in Frankfurt mit einem endlich guten Rennen zu den Akten legen zu können…

triathlon.deNeben dem Sport geht es im Hause Tajsich aktuell hoch her. Euer Regensburger Ladengeschäft Purendure ist in neue Räumlichkeiten umgezogen, du bietest zahlreiche Camps, Seminare und Vorträge an, trainierst andere. In dieser Woche wurde dann noch der Challenge Regensburg 2016 angekündigt, den dein Mann Tom und du in Regensburg organisieren. Das klingt nach einem stressigen Alltag?

Vorrangig finde ich den Alltag von Tom (Anm. d. Red: Thomas Tajsich, Sonjas Ehemann) derzeit echt stressig. Wie er alles unter einen Hut bringt ist wirklich bemerkenswert und erstaunlich. Vor allem, weil er nach wie vor alles von mir fern hält, damit ich mich auf Lisa (Anm. d. Red: Sonjas Tochter) und den Sport konzentrieren kann.

2010 liefst du vor heimischem Publikum als erste durch das Ziel. Wirst du 2016 den Challenge Regensburg in Angriff nehmen?

Ich würde sehr gerne wieder an der Startlinie stehen. Das Rennen in Regensburg war emotional das schönste Rennen, das ich je gemacht habe: Der Sieg in der Heimatstadt. Das werde ich nie vergessen und fände es sehr schön, so etwas oder ähnliches wieder erleben zu dürfen.

Zur Website von Sonja Tajsich.

Fotos: Ingo Kutsche, triathlon.de

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