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Interview mit Ralf Ebli zum enttäuschenden Saisonauftakt: „Bange-Machen gilt nicht“

8. März 2016 von Christine Waitz

DTU, einmaligMit berechtigt großen Hoffnungen war die deutsche Triathlon-Nationalmannschaft zum Auftakt der Kurzdistanz-Weltmeisterschaftsserie nach Abu Dhabi gereist. Neben dem ersten WM-Rennen hatten die deutschen Triathleten auch die Olympia-Qualifikation für Rio de Janeiro im Sinn. Gefordert war ein Platz unter den besten Acht. Das Resultat ist ernüchternd: kein Athlet konnte sich für Rio qualifizieren und die blanken Ergebnislisten lasen sich aus DTU-Sicht enttäuschend. Hanna Philippin wurde beiden Frauen als 16. und Steffen Justus (beide Saarbrücken) als 36. beste Deutsche. DTU-Cheftrainer Ralf Ebli ordnet in einem Interview den tatsächlich schlechten Saison-Auftakt fachlich ein.


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Herr Ebli, das erste Rennen der Triathlon-Saison war für die Nationalmannschaft als Olympiaqualifikation sehr bedeutend, lief aber nicht wunschgemäß, oder?

Vorab, die Resultate der Wettkämpfe in Abu Dhabi waren natürlich in keiner Weise das, was wir uns erhofft und auch erwartet haben. Die Ergebnisse waren enttäuschend, das muss man ganz klar so sagen. Ausschlaggebend hierfür waren viele Aspekte, die es in den nächsten Tagen und Wochen zu analysieren gilt.

Zurück zu den Renneindrücken. Die Stimmung sah entsprechend schlecht aus…

Definitiv. Die Stimmung im Team am Samstag und auf der Rückreise war alles andere als gut. Die Athleten – und auch die Trainer und Betreuer – waren traurig, enttäuscht und nachdenklich. Aber es bringt ja nichts, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Es geht weiter und die nächsten Aufgaben stehen an, zum Glück für manche schon am kommenden Wochenende.

Was bedeutet dies konkret?

Die Jahresplanung einiger Athleten sieht vor, nach dem Abu Dhabi-Rennen gen Australien zu reisen, wo in Mooloolaba (AUS) ein Weltcup-Rennen ausgetragen wird. Auf der Startliste stehen Gregor Buchholz, Steffen Justus, Jonathan Zipf und Rebecca Robisch.

Zurück zum Saisonauftakt. Was lief falsch?

Definitiv zu viel. Aber trotz des Gesamteindrucks und der blanken Ergebnisliste muss und kann man auch differenzierter auf die Resultate und Leistungen schauen – gerade mit etwas Abstand. Eine tiefergehende Analyse dauert natürlich ein wenig, aber festhalten kann man bereits jetzt, dass die Rennen unter wirklich ungünstigen Sternen standen.

DTU/Jo Kleindl, einmalig

Hanna Philippin nach dem Rennen.

Beschreiben Sie die Umstände doch bitte einmal…

Pech hatten wirklich – und dafür gibt es kein anderes Wort – Hanna Philippin und Laura Lindemann. Beide sind unverschuldet in einen Radsturz verwickelt worden und haben damit ihre tollen Renn-Positionen verloren. Bei normalem Verlauf wären beide Olympia-Kandidaten gewesen. Auch Justus Nieschlag ist beim Radfahren gestürzt.
Bei unseren erfahrenen Athleten, Anne Haug und Steffen Justus, hat jeweils eine Disziplin nicht funktioniert. Die Gründe müssen wir herausfinden. Anne hatte ein schlechtes Schwimmen, ihre Rad- und Laufperformacne waren danach sehr stark. Steffen war im Laufen blockiert, warum finden wir sicher heraus.

Und die anderen Starter?

Rebecca Robisch und Gregor Buchholz hatten wir zu Saisonbeginn bewusst in die Trainingsgruppe von Joel Filliol integriert. Detaillierte Infos stehen hier somit aus, wenngleich wir immer in engem Kontakt mit den Athleten stehen.
Anja Knapp hat in ihrem aktuellen Leistungsstand performt. Sie war eine Zeitlang krank. Sophia Saller war offenbar auch nicht frisch genug, hatte indes auch leichte Trainingsrückstande.

Was bedeutet der Saisonauftakt für die kurzfristige Zukunft?

Bange Machen gilt ohnehin nicht, weil wir wissen, dass wir in den letzten Monaten gut gearbeitet haben. Die Trainingswerte und die Ergebnisse der Komplexen Leistungs-Diagnostik belegen dies auch. Alle Athleten haben eine gute Basis und daher werden konsequenterweise auch Ergebnisse folgen. Die nächsten Herausforderungen stehen an und wir gehen anhaltend optimistisch in die Rennen.

Fotos: DTU/Jo Kleindl

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