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Interview mit Jan Wolfgarten: „Wenn es einmal geklickt hat, dann kann Schwimmen sehr viel Spaß machen“

8. Mai 2015 von Christine Waitz

Jan Wolfgarten,   einmaligJan Wolfgarten hat sich einen Namen in der Triathlonszene gemacht. Der Weltklasseschwimmer trainiert Sebastian Kienle in der ersten Disziplin. Mittlerweile jedoch, hat ihn das Triathlon-Fieber selbst gepackt und das Triathlon-Debüt steht dem 33-jährigen in wenigen Wochen bevor. Wir haben uns mit ihm unterhalten.


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Im Dezember 2009 holte sich Jan Wolfgarten überraschend den Sieg über 1.500 Meter Freistil bei der Schwimm-Europameisterschaft in Istanbul. Triathleten können von dieser Zeit nur träumen: 14:20 Minuten brauchte der inzwischen 33-jährige und legte damit eine Fabelzeit hin, die nach wie vor als deutscher Rekord auf der Kurzbahn Bestand hat.

Heute konzentriert sich der Frankfurter im Raum München mehr darauf, andere im Wasser voranzubringen. Neben zahlreichen Talenten aus der Schwimmerszene schob er sich durch einen Schützling besonders in den Fokus. Als Schwimmtrainer von Sebastian Kienle verhalf er dem deutschen Ironman Weltmeister zu besserer Leistung in der Auftaktdisziplin und damit auch zu entscheidenden Sekunden im Kampf um die Krone.

Jan Wolfgarten, einmaligHallo Jan! Früher warst du viele Stunden am Tag selbst im Schwimmbecken, heute verbringst du viel Zeit am Rand. Vermisst du die Kilometer im Wasser?

Ja, ehrlich gesagt schon. Am meisten fehlen mir die Wettkämpfe. Sich im Training zu verausgaben hat mir aber auch immer viel gegeben und das auch noch heute so.

Wie aktiv bist du selbst noch?

Mein Minimalziel sind zehn Stunden Sport in der Woche. Alles was darüber hinausgeht ist toll und macht mir viel Spaß. Es kommt immer darauf an, wie viel ich zu tun habe.

Als Schwimmtrainer von Sebastian Kienle hast du dir auch in der Triathlonszene einen Namen gemacht. Wer ist einfacher zu trainieren: Schwimmer oder Triathleten?

Das ist eine schwierige Frage. Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile. Meine Schwimmer sind noch sehr jung und Wissen zum Teil nicht genau, was sie wirklich wollen. Dafür können sie neue Dinge sehr gut und sehr schnell umsetzen. Triathleten sind mir als viel zielstrebiger aufgefallen. Von Ernährung über Ausrüstung bis hin zur täglichen Einstellung im Training sind sehr viele sehr vorbildlich. Dafür ist es schwerer bei Triathleten Dinge gleich umsetzen zu können.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es bei den Schwimmern viel um Feintunen geht und man für kleine Fortschritte viel arbeiten muss. Im Triathlon geht es bei vielen darum Schwimmen zu lernen und regelmäßig nach Plan zu trainieren. Da sind in der Regel große Fortschritte drin aber natürlich auf kleinerem Niveau.

Jan Wolfgarten ,einmalig

Das Nass ist bei den Dreisportlern häufig nicht der beliebteste Trainingsort. Verbesserung im Schwimmen sei zu Zeitaufwändig und wenig entscheidend, reden sich vor allem Altersklassenathleten heraus und lassen sich im Schwimmbad eher selten sehen. Wie sieht das ein Schwimmcoach?

Ohne Arbeit gibt es keinen Ertrag, da ist es beim Schwimmen nicht anders wie überall sonst in der Welt auch. Man sollte das Schwimmen zu Beginn richtig lernen und dann nach und nach Versuchen auf drei bis vier Einheiten in der Woche im Wasser zu kommen. Mit weniger, sind Fortschritte schwer. Wenn es einmal geklickt hat, dann kann Schwimmen sehr viel Spaß machen.

Gibt es Fehler im Schwimmstil und in der Trainingsmethodik, die Triathleten besonders gerne machen?

Da habe ich in meiner noch ziemlich jungen Trainerkarriere schon viel gesehen. Den größten Sprung machen viele durch eine Verbesserung der Wasserlage. Wichtig dabei ist, dass man beim Schwimmen nicht nach vorne, sondern nach unten schaut. Mit der richtigen Kopfposition wird alles andere leichter. Im Training wird zudem zu wenig mit der Trainingsuhr gearbeitet. Es wichtig zu lernen, und zu wissen, welche Zeit zu welcher Anstrengung passt. Harte Intervalle sind sehr wichtig im Schwimmen.

Drei einfache Tipps, die 2015 mit etwas Training zu einem schnellen Schwimm-Jahr für Triathleten werden lassen.

1. Kopfposition anpassen und immer konzentriert trainieren
2. Intervalle einbauen
3. andere Schwimmlagen erlernen

4. Trainer suchen ;)

Jan Wolfgarten ,einmalig

2015 wagst du dich nun selbst an drei Disziplinen heran. Zum Einstieg nimmst du es gleich mit einer der schönsten, aber auch härtesten Kurzdistanzen überhaupt auf: dem Schliersee Alpen Triathlon. Dann traust du dich gleich an die Mitteldistanz heran. Holt sich dann der Trainer auch einmal Rat bei seinem Schüler? Warum hast du dich für diese Rennen entschieden?

Die beiden Rennen sind ja fast in meiner Nachbarschaft. Den Spitzingsattel fahre ich immer „gerne “ im Training und insgesamt ist es eine sehr schöne Gegend. Ich freue mich das ganze mal mit Rennatmosphäre zu erleben.
Tipps von Sebi bekomme ich viele. Ich muss nur fragen :) Er ist da sehr hilfsbereit und hat immer ein offenes Ohr. Es macht mir viel Spaß mit ihm zu arbeiten.

Zur Website von Jan Wolfgarten.

Fotos: Jan Wolfgarten

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