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Interview mit Ingo Wetzel: „An jenem Abend bei Sushi und Reiswein“

5. Februar 2015 von Christine Waitz

Ingo Kutsche,   freiIngo Wetzel ist Präsident einer der größten Triathlonvereine Deutschlands. Die „Triabolos“ kommen aus Hamburg und fallen nicht alleine aufgrund ihres markanten Logos auf. Auch ihr einheitlicher Auftritt in Teamkleidung – in Schwarz natürlich – zählt dazu. Wir haben uns mit Ingo unterhalten. Über „seine“ Truppe, über Teamgeist im Triathlon und Ziele.


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Trotz ihrer beachtlichen Größe sind die Triabolos noch gar nicht alt. 2007 wünschte sich eine kleine Truppe Triathlonbegeisterter aus Hamburg einen Verein, der genau nach ihrem Geschmack sein sollte, der das „Lebensmotto“ Triathlon transportieren und leben sollte: Cool sollte er sein, locker und voller Spaß am Sport.
„An jenem Abend bei Sushi und Reiswein“, schreiben die Triabolos auf ihrer Website, entstand die Idee des eigenen Triathlonvereins. Womit wohl kaum jemand gerechnet hätte: Trotz zahlreicher Vereine in der Umgebung, zog das teuflische Schwarz, das die Triabolos zu ihrer Teamfarbe auserkoren hatten, magisch Mitglieder an.
2015 sind es bereits knapp 800. Dabei ist das vereinseigene Angebot stetig gewachsen. Zusammen trainieren und Wettkämpfe bestreiten gehört natürlich ebenso dazu wie gemeinsame Trainingslager, Stammtisch-Abende oder Vereins-Material, wie Radkoffer oder Neoprenanzüge, das jedes Mitglied nutzen kann.

Apropos Trainingslager. Eben dort haben wir Ingo Wetzel und die Triabolos getroffen. Im Club LaSanta auf Lanzarote.

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Ingo Kutsche, frei

Hallo Ingo! Die Triabolos müssen sich auf Lanzarote ja richtig wohl fühlen. Schwarze Lavafelder allenorts und überall lacht euch ein Teufelchen entgegen, dem ihr zurückgrüßen könnt. Spaß beiseite – wie läuft euer Team-Camp? Was sind die Highlights euerer Trainingswochen auf der Lavainsel?

Das Wahrzeichen von Lanzarote erinnert mich tatsächlich jedes Mal, wenn ich hier bin, an unser Logo. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum sich so viele Triabolos auf Lanzarote wohl fühlen. Unser Camp im Club LaSanta, welches übrigens nicht nur für Triabolos Mitglieder ist, läuft sehr gut! Ein Highlight ist bei jedem Camp die Königsetappe, bei der unsere Camp Teilnehmer einen großen Teil der Ironman Lanzarote Radstrecke bewältigen, und den einmaligen Blick vom Mirador del Rio genießen können. Ein weiteres Highlight sind natürlich die Abende vor dem Ruhetag (schmunzelt).

Als du 2007, zusammen mit einigen Freunden, die Idee des eigenen Triathlon Clubs hattest, hättest du mit so einer Erfolgsgeschichte gerechnet?

Ingo Kutsche, freiNiemals. Ich hatte von den Gründungsmitgliedern zwar immer den größten Optimismus, (liegt an meinem Charakter) aber mit solch einer Geschichte hätte ich nie gerechnet. Aus einer kleinen Idee, die fast zum Spaß ausgesprochen wurde, wurde sehr schnell eine große Verantwortung für viele Triathleten. Heute freuen wir uns, dass wir etwas für die Entwicklung des Triathlonsports beitragen konnten und sehen weiteren Herausforderungen freudig entgegen.

Triathleten sind Einzelsportler, gelten oft sogar als Einzelgänger, als egozentrisch. Wie passt das mit einem regen Vereinsleben zusammen, wie man es bei euch findet?

Vom ersten Tag seit Gründung der Triabolos, war es unser größtes Ziel, für unsere Mitglieder aus einer Einzelsportart einen Mannschaftssport zu machen. Nicht während des Wettkampfs, aber vor dem Start, und hinter der Ziellinie. Ich glaube, dieses Gefühl konnten wir vielen unserer Mitglieder vermitteln.

Logo, Webauftritt, Vereinsbekleidung. Nach außen hin wirkt ihr cool, frisch, sympathisch. Was würdest du sagen, sind die größten Qualitäten eueres Vereins?

Bei den Triabolos kann sich jeder wiederfinden und Gleichgesinnte finden, mit denen eine gemeinsame Leidenschaft gelebt werden kann. Vom absoluten Anfänger bis hin zum Ironman Hawaii Sieger ist alles vertreten. Das wichtigste Motto bei den Triabolos lautet: „…alles kann, nichts muss“

Nun erledigen sich die Belange von knapp 800 Vereinsmitgliedern in den seltensten Fällen selbst. Fragen, Anliegen, Verwaltungsaufwand, Organisatorisches. Da sammelt sich wahrscheinlich einiges bei dir an. Wünscht man sich manchmal, man hätte die Finger von der Präsidentenposition gelassen, oder machst du die Arbeit mit links?

Ingo Kutsche, freiBis wir ca. 400 Mitglieder waren, hat sich der Triabolo-Vorstand um alle Aufgaben, die in einem Verein so anfallen, selbst gekümmert. Heute kann ich mit Stolz sagen, dass es viele Mitglieder bei uns gibt, die verstanden haben, dass zu einem gut funktionierendem Verein auch die Unterstützung von engagierten Mitgliedern gehört. Wir haben mittlerweile mehrere Orga-Teams und Trainer, die sich um viele Dinge kümmern. Bleibt nur noch zu sagen, „…nein, ich bereue nicht einen Tag, dass ich die Finger nicht davon gelassen habe!“.

Wenn wir nun einmal die Zeitmaschine anschmeißen und zwei Jahre vor drehen. Euer Jubiläumsjahr, zehn Jahre triabolos. Was hat sich bis dahin, wenn es nach dir ginge, noch getan?

Das ist nicht einfach zu beantworten. Wir leben von immer neuen Ideen, die wir dann umsetzen und unseren Mitgliedern präsentieren. Ich wünsche mir, dass die Triabolos auch in zwei Jahren noch vielen Triathleten Freude bereiten und wir mit unserem Beitrag für diesen Sport andere anregen, vielleicht selbst einen Verein zu gründen und eine eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben.

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Zur Website der triabolos.

Fotos: triathlon.de

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