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Interview mit Caroline Rauscher: „We turn science into practice“

8. Mai 2017 von Christine Waitz

Nutritional Fine Tuning, einmalig„Du bist, was du isst“, besagt ein gern verwandtes Sprichwort. Gerade für Triathleten ist das nicht nur im Alltag entscheidend, sondern auch im Wettkampf. Passt die Ernährung im Vorfeld und im Rennen nicht, „ist“ ein Athlet vor allem eines: langsamer als nötig. Viele Sportler finden deshalb Rat bei Caroline Rauscher. Sie schafft ganz individuelle Ernährungskonzepte, die Alltags- und Trainingsbelastungen berücksichtigen und auch im Wettkampf perfekt auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt sind. Wir haben uns mit ihr unterhalten.


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Was ist die Sportler-Ernährung nicht komplex: Eine gute Energieversorgung muss ebenso gewährleistet sein, wie die Versorgung mit Eiweißen, Elektrolyten und Mikronährstoffen. Nur so kann nicht nur das Training gut funktionieren, sondern auch die Regeneration und schlussendlich auch der Wettkampf.
Das Problem: Pauschalaussagen und -empfehlungen lassen sich kaum treffen. Schließlich ist jeder Sportler unterschiedlich, erfordert jede Sportart und jede Distanz eine ganz eigene Strategie. Das Optimum für sich herauszufinden kann man im Trial & Error-Verfahren mit gängigen Ernährungsangeboten versuchen. Oder aber, man lässt eine individuelle Lösung maßschneidern und umgeht so häufig auftretende Ernährungsprobleme.

Nutritional Fine Tuning, einmalig

Caroline Rauscher

Auf solche individuell passenden Lösungen hat sich Caroline Rauscher spezialisiert. Sie nennt ihr Konzept „Nutritional fine-tuning“, also Feinabstimmung der Ernährung. Damit bietet sie Sportlern optimale, individuell mögliche Leistungsfähigkeit, bessere Regeneration, ein stärkeres Immunsystem, bessere mentale Verfassung und eine Nutzung bisher ungenutzter Ressourcen. Dass dieses Konzept aufgeht, das lässt sich an der Liste ihrer Referenzen erahnen: Weltklassesportler aus ganz unterschiedlichen Sportarten haben sich schon von der Kelheimerin beraten lassen. Von Triathlet Nils Frommhold, über Schwimmer Paul Biedermann bis hin zum nordischen Kombinierer Eric Frenzel.

Hallo Caroline,
der Markt ist voller Ernährungsprodukte für Sportler und vor allem Ausdauersportler. Riegel, Gels, Getränkepulver und Nahrungsergänzungsmittel für alles und jeden. Warum hast du dich dazu entschlossen eigene Konzepte anzubieten?

Ich weiß, es mag vielleicht etwas komisch klingen, aber ich habe mich eigentlich gar nicht dazu entschlossen Sportgetränke als Produkte anzubieten. Die Produkte entstanden, weil ich sie als Instrumente für meine Arbeit brauche.

Wie entstand dein Konzept, nicht nur der individuellen Beratung, sondern auch der Versorgung mit eigens abgestimmten Produkten von Sportlern?

Ich bin studierte Pharmazeutin mit Weiterbildung im Bereich Ernährung. Mein Studium war rein naturwissenschaftlich. Seit dieser Zeit interessiere und beschäftige ich mit physiologischen Abläufen des Leistungsstoffwechsels. Mein Ziel ist es, sämtliche versorgungsrelevanten Belange eines Athleten maximal zu unterstützen und ihm dadurch zu helfen, das Maximum aus seinem Training und damit aus seiner Leistungsfähigkeit herauszuholen.

Aktualität des Wissens ist hier natürlich Grundvoraussetzung.

Ich verfüge seit vielen Jahren über ein hochkarätiges Netzwerk aus führenden Wissenschaftlern aus der ganzen Welt und pflege sehr schöne und persönliche Kontakte mit ihnen. Sie versorgen mich teilweise schon mit Forschungsergebnissen, bevor diese in hochkarätigen Wissenschaftsmagazinen veröffentlicht werden. Der Grund für diese großartige Unterstützung ist, dass sie es alle sehr spannend finden zu sehen, wie ich weltweite Forschungsergebnisse miteinander verknüpfe und in die Praxis umsetze. Ganz nach dem Motto: „We turn science into practice.“ Außerdem bekommen sie Lebkuchen und Bier zu Weihnachten (lacht).

Um nun diese Ergebnisse so gut es geht in die Praxis umsetzen zu können, brauche ich, neben der angepassten Basisernährung, auch Produkte, die im Körper die gewünschten Effekte erzielen. Diese Produkte gab es nicht, weil einfach jeder Mensch anders ist und „one size fits all“ nicht zielführend ist. Das war der Grund, warum ich anfing, Produkte zu entwickeln, die genau das bewirken, was ich erreichen möchte. Ermutigt wurde ich durch einen Freund, einen Triathleten, der für sich kein zufriedenstellendes Produkt gefunden hatte.

Was ist das Besondere an deinen Produkten zur Trainings- und Wettkampfernährung?

Meine personalisierten Produkte werden an die individuellen Bedürfnisse des Athleten und seinen Sport angepasst. Sie sind frei von sämtlichen Zusatzstoffen und alle Ausgangsstoffe sind von höchster Qualität. In meinen Produkten liegt unendlich viel Erfahrung aus dem Hochleistungsbereich.

Nutritional Fine Tuning, einmalig

Nils Frommhold

Du betreust zahlreiche Spitzenathleten ganz aus unterschiedlichen Sportarten. Unterscheiden sich deren Ernährungsbedürfnisse von derer von Altersklassen? Unterscheiden sich die sportartspezifischen Bedürfnisse?

Im Moment arbeite ich mit ca. 40 Hochleistungssportlern, davon sind die meisten Weltklasseathleten, aus 14 verschiedenen Sportarten. Den WEITAUS größeren Teil an Sportlern machen aber meine Altersklassenathleten, oder einfach qualitätsbewusste Amateursportler aus.
Die Bedürfnisse sind in einem Punkt identisch: bei beiden Gruppen geht es um die Optimierung der Leistung und Gesunderhaltung allgemein.

Wenn ich auf der Suche nach einem individuellen Ernährungskonzept bin, wie sieht die Zusammenarbeit mit dir aus?

Als „individueller“ Kunde bekommst du qualitativ dasselbe Produkt wie der Profisportler. Die Herangehensweise und Entwicklung der individuellen Strategie ist absolut vergleichbar.

Der Unterschied besteht darin, dass der Profi sich durch seinen Input und seine persönliche Betreuung aktiv in die Entwicklung seines Produkts und seines Konzepts einbringt (meine Arbeit + Science + Abstimmung mit Forschern + Athlet). Der individuelle Kunde, also DU, profitiert dadurch direkt von den Erfahrungen aus dem Hochleistungssektor.

Wie dein persönliches Ernährungskonzept aussieht, hängt natürlich davon ab, woran du Interesse hast. Die drei Bausteine sind individuelle Sportgetränke, individuelle Mikronährstoffversorgung und Ernährungscoaching. Alle Bausteine sind frei wählbar, also alles zusammen, oder nur ein oder zwei Bausteine, so wie du es willst.

Beispiel eines möglichen Ablaufs, wenn du alle drei Bausteine haben möchtest:

  1. Persönliche Kontaktaufnahme
  2. Abklärung der Historie und gemeinsame, klare Definition der individuellen Ziele
  3. Gezielte Analyse: Laborwerte, Transpirationstests, Ernährungsanalyse etc.
  4. Entwicklung individualisierter Produkte: Individuelle Sportgetränke, individuelle Mikronährstoffversorgungen, individuelles Ernährungscoaching.
  5. Fine-tuning der individuellen Produktlösungen: Real World Tests zur Feinjustierung der individuellen Sportgetränke, Laborkontrollen zur Feinjustierung von Mikronährstoffversorgung
  6. Fine-tuning, Synchronisierung und Weiterentwicklung von Ernährung in  Training und Wettkampf

Wenn Athleten zu dir kommen, mit welchen Problemen hatten in deiner Erfahrung viele Im Vorfeld zu kämpfen?

Sehr viele hatten in den Wettkämpfen mit unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen wie z.B. Magen-Darm-Probleme, Hitzeprobleme, Krämpfe, energetische Fehlversorgung. Auch ganz allgemein sind Infektanfälligkeit ebenso wie Gewichtsprobleme ein großes Thema. Sehr viele Athleten kommen aber einfach zu mir, weil sie erkannt haben, welchen hohen Stellenwert Ernährung im Zusammenhang mit Leistungsfähigkeit/Gesundheit hat.

Zum Abschluss die für Sportler vielleicht wichtigste Frage: Wie kann sich eine optimierte Verpflegung auf die Leistung auswirken?
Den Einfluss auf die Leistungsfähigkeit würde ich durchaus als sehr hoch einstufen. Erstens, wenn die Verträglichkeit passt, dann entsteht kein Zeitverlust durch lästige Dixi-Stopps. Wenn dann noch die Energie angepasst, und in der richtigen Art und Menge, zusammen mit einer optimalen Hydrierungsstrategie zugeführt wird, dann wird der Körper optimal versorgt und es kann das bestmögliche Ergebnis (d.h. was individuell aufgrund des Trainingsstaus möglich ist) erzielt werden.

Der Einfluss der Ernährung im Training ist im Bezug auf die Leistungsfähigkeit sogar noch höher einzuschätzen. Wird der kontraktile Trainingsreiz optimal mit dem entsprechenden nutritven Reiz kombiniert, dann kann das Maximum an Adaptionen herausgeholt werden, was natürlich in einer positiven Leistungsentwicklung resultiert. Deshalb sehe ich meine Produkte auch als Instrumente zur Leistungsentwicklung. Haben der Athlet und ich die Ernährungstellschrauben im Training gut justiert und erprobt, dann ist die Wahrscheinlich sehr hoch, dass im Wettkampf alles glatt gehen wird. Eine 100%ige Garantie gibt es allerdings auch hier nicht: Der Wettkampf schreibt seine eigenen Gesetze.

Zur Website von Caroline Rauscher – Nutritional Fine Tuning

Fotos: NFT

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