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Interview mit Anne Haug – “Ich will nichts bereuen”

14. April 2012 von Nora Reim

Foto: triathlon.de frei Die Wettkampfsaison für die Spitzen-Athleten der Deutschen Triathlon-Union (DTU) beginnt an diesem Wochenende: Das erste Rennen der achtteiligen Weltmeisterschaftsserie findet in Sydney statt. Australien ist für Anne Haug kein fremdes Land. Die Münchner Profi-Triathletin lebt seit November 2011 in Down Under, um sich ihren großen Traum „Olympia“ zu erfüllen. Wie hart sie dafür trainiert, hat die 29-Jährige triathlon.de am Telefon erzählt.


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Die DTU freut sich auf ein „tolles Triathlonjahr“ 2012. Was müsste passieren, dass es für dich auch toll wird?

Toll wäre, wenn ich mich im Mai in Madrid für die Olympischen Spiele qualifizieren würde. Olympia ist mein großes Ziel, für das ich hart arbeite.

Du bist im November für ein Jahr nach Australien gezogen, hast Eltern und Freunde in deiner bayerischen Heimat zurückgelassen. Warum?

Ich wollte einfach die bestmögliche Vorbereitung für Olympia. Dafür habe ich viel aufgegeben und Geld bezahlt. Zum Glück unterstützen mich meine Eltern finanziell, sonst hätte ich mir das Jahr in Australien nicht leisten können. Hier ist alles so teuer: Für ein winziges WG-Zimmer in Canberra habe ich 900 Euro Miete bezahlt! Mein Freund hat sich sogar Urlaub genommen, um mich begleiten zu können. Auch wenn es mit den Olympischen Spielen nicht klappt, ich will einfach nichts bereuen.

Foto: triathlon.de frei

Anne Haug im Rennen

Mit deinem neuen australischen Trainer Darren Smith arbeitest du besonders an deiner Schwimmtechnik. Wie unterscheiden sich seine Trainingsmethoden von deinen bisherigen?

Darren ist ein sehr guter Triathlon-Trainer, der sich aufs Schwimmen spezialisiert hat. Er hat die Fähigkeit, kleinen Frauen wie mir das Schwimmen zu vermitteln. Um mit ihm trainieren zu können, habe ich mich von meinem bisherigen Trainer Dan Lorang getrennt, obwohl ich das eigentlich nicht wollte. In München habe ich immer alleine meine Bahnen im Olympiabad gezogen, hier schwimme ich mit einer kleinen Gruppe internationaler Top-Triathleten im
Lake Burley Griffin, einem See im Zentrum von Canberra.

Was hast du beim Schwimmen im Lake Burley Griffin gelernt?

In der Gruppe haben wir die Freiwasser-Technik geübt. Die Arme werden beim Kraulen mehr gestreckt und man schwimmt an den Füßen der anderen. Außerdem habe ich gelernt, mich zu orientieren. Das gibt mir Sicherheit im Wasser. Mit den besten Schwimmern der Welt wie Lisa Norden habe ich Testwettkämpfe gemacht – das motiviert, und das Geprügel im Wasser muss man geübt haben!

Was ist dein Ziel für den Saisonauftakt in Sydney und wie geht es danach weiter?

In Sydney möchte ich ein gutes Rennen abliefern. Ich will vor allem zeigen, was ich im Schwimmen gelernt habe. Die australische Konkurrenz ist hart, denn bei den vielen „Emmas“ geht es bereits um die Olympia-Qualifikation! Danach fahre ich mit meiner Gruppe ins Höhentrainingslager nach Arizona. Im Mai will ich dann in Top-Form sein, um mich in Madrid für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Ob ich es schaffe, weiß ich nicht – dafür braucht
man auch Glück.

triathlon.de drückt die Daumen. Vielen Dank für das Gespräch.

Fotos: triathlon.de

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