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Inferno-Triathlon: Schweizer Dominanz bei Kaiserwetter

23. August 2011 von Christoph Steurenthaler

Interlaken, 20. August 2011 – Der Inferno-Triathlon 2011 im Berner Oberland endete mit einer kleinen Überraschung. Der Neunfache-Sieger Marc Pschebizin erklomm dieses Jahr nicht als erster die letzten Stufen zur Aussichtsplattform des Piz Gloria auf dem Schilthorn. Es gewann der Schweizer Simon Hürzeler vor Andreas Wolpert aus Deutschland und eben Marc Pschebizin. Auch bei den Frauen ging der Sieg und das komplette Podest an die Schweiz. Andrea Huser siegte zum ersten Mal vor Nina Brenn und Sonja Gerster.


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Mit einer Überraschung begann auch das Rennen morgens im Thuner Strandbad. Zu starker Wind und Wellengang ließ die Organisatoren eine Stunde vor Rennbeginnn aus Sicherheitsgründen zum ersten Mal in der 14-jährigen Infernogeschichte das Schwimmen absagen. Kurzerhand wurden die Teilnehmer mit einer Fähre nach Oberhofen auf die andere Seeseite verfrachtet und bei strahlend blauem Himmel per Massenstart Richtung Schilthorn auf die Reise geschickt. Die Favoriten um “Mister Inferno” Marc Pschebizin, Andreas Wolpert – Vorjahreszweiter – und Samuel Hürzeler – Dritter 2010 – setzen sich mit einigen weiteren Athleten gleich zu Beginn vom Rest des Feldes ab.

Auf der 97 Kilometer langen Radstrecke über die Große Scheidegg konnte sich keiner der Favoriten absetzen. Auch die folgende 30 Kilometer lange Mountainbike-Passage über die Kleine Scheidegg brachte keine große Veränderung. Die Entscheidung musste wie so oft im Aufstieg zu Fuß hinauf zum 2970 Meter hohen Schilthorn fallen. Pschebizin ging als erster auf die Laufstrecke und für viele Zuschauer schien das Rennen entschieden.

Dramatischer Rennverlauf

Doch weit gefehlt. Samuel Hürzeler, Sieger des Gigathlon 2011, nutzte eine Verpflegungsause des Deutschen und zog an ihm vorbei. Nichts wurde es mit dem Jubiläumssieg, dem zehnten Sieg für Pschebizin. Hürzeler erreichte nach 7:53:12 Stunden als Erster das Piz Gloria. Andreas Wolpert konnte Pschebizin im Anstieg von Mürren zum Schilthorn auch noch abfangen und sicherte sich in 7:57:32 Stunden wie 2010 Platz zwei. “Mister Inferno” wurde in 7:59:23 Stunden Dritter. “Beim nächsten Mal mache ich es wieder besser”, folgte die Kampfansage des enttrohnten Seriensiegers. Vierter wurde Kaspar Grünig in 8:12:59 Stunden. Der Franzose Benoît Augueux wurde in 8:22:47 Stunden Fünfter.

Titelverteidigerin enttrohnt

Das Rennen der Frauen endete ebenfalls mit einer Überraschung. Die große Favortin und Titelverteidigerin Nina Brenn musste sich ihrer Landsfrau Andrea Huser geschlagen geben. Als Siegerin des Gigathlon 2011 reiste Brenn voller Selbstvertrauen nach Thun, übernahm zusammen mit Barbara Bracher und Sonja Gerster, Nummer zwei und drei 2010, von Beginn an die Initiative. Doch bereits auf der Kleinen Scheidegg auf dem Mountainbike hatte sich Huser auf Platz zwei vorgeschoben. Brenn wechselte zwar noch als Führende auf die Laufstrecke, musste Huser aber schon bald ziehen lassen und hatte von da an keine Siegchance mehr.

“Es war heute einfach nicht mein Tag”, meite sie später enttäuscht im Ziel. Huser lief souverän mit über zwölf Minuten Vorsprung nach 8:42:21 Stunden als Siegerin auf dem Schilthorn ein. “Es kam mir entgegen, dass ich nicht schwimmen musste”, strahlte die glückliche Siegerin mit der Sonne um die Wetter. Brenn erreichte in 8:54:25 Stunden als Zweite das Piz Gloria. Sonja Gerster wurde mit großem Abstand in 9:27:35 Stunden Dritte. Beste Deutsche wurde Kerstin Althoff aus Kerpen in 10:14:35 Stunden auf Platz sieben.

Weitere Wettbewerbe

Den Halbmarathon von Lauterbrunn auf das Schilthorn gewann Seriensieger Marcus Jenne aus Schallstadt. Ganz kurzfristig hatte er sich angemeldet und mischte das Feld gehörig auf. 2:07:40 Stunden benötigte er für seinen erneuten Erfolg. Auch der zweite Platz ging mit Michael Barz in 2:10:19 Stunden an einen Deutschen. Dritter wurde der Schweizer Helmut Perreten in 2:11:23 Stunden.

Bei den Frauen wurde Daniela Gassmann ihrer haushohen Favoritenrolle gerecht. Sie gewann in 2:24:27 Stunden zum ersten Mal auf dem Schilthorn. Zweite wurde Angela Haldimann-Riedo in 2:29:22 Stunden vor der Vorjahressiegerin Karin Jaun in 2:32:36 Stunden.

Die Trophy-Wertung, die Staffelwertung, gewann das bereits im Vorhinein als Favorit gehandelte Team “crespo.ch” in 5:50:18 Stunden.

Zufriedene Veranstalter

„Es hat alles so gut ausgesehen, und da machte uns der Wind einen Strich durch die Rechnung“. Dennoch zeigte sich OK-Präsident Heinz Zurbrügg am späteren Nachmittag sehr zufrieden mit dem Wettkampfverlauf bei optimalen Bedingungen. „Die Sicherheit der Athletinnen und Athleten hat für uns immer erste Priorität.“ Im Weiteren wurden die Rennen von keinen schweren Unfällen überschattet. „Das Wichtigste überhaupt!“, wie Zurbrügg versicherte.

Alle Ergebnisse

Fotos: swiss-image.ch

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