Heidelbergman: 13 Prozent hoch und 82 km/h runter
Nach vier Jahren endlich mal wieder ein Start beim Heidelbergman – Da, wo 2000 meine Triathlon-Karriere als Staffelschwimmer in einer Benefiz-Staffel ihren Ausgangspunkt nahm.

Interessanterweise ist von den damaligen Benefizstaffeln nicht mehr viel übrig geblieben, ausser mein damaliger Radfahrer und Laborkollege Olli. Auch er ist hängengeblieben bei dieser faszinierenden Sportart und wie der Zufall es so will, stehen unsere Räder dieses Jahr gemeinsam in der Wechselzone: Startnummer 319 und 320. Wir plaudern über alte Zeiten und jüngste Entwicklungen und marschieren gemeinsam die knapp 2km zum Schwimmstart an der Alten Brücke.
Geiles Wetter und kein Neoverbot
Das Wetter ist traumhaft, stahlblauer Himmel und mässiger Ostwind. Um kurz nach 9 schicken uns mehrere Schüsse auf die 1.7 km flussabwärts. Viel Strömung ist nicht zu spüren, ich halte mich recht weit links anfangs und versuche nach 2-300m in Richtung günstigere Flussmitte zu ziehen. Ab und zu bekomme ich ein paar gute Füsse ab und lasse mich ziehen. Nach 25:15 steige ich aus den braunen Neckarfluten, mit der 49. Schwimmzeit. Der Wechsel läuft gut, aber aus der Wechselzone muss man das Rad lange über die Neckarwiesen eine Rampe hochschieben. Dort warten Céline und Lorie und feuern mich an…nur vier Minuten Rückstand auf die Spitze ;-) Konzentration auf das Radfahren, heute ohne Zeitfahrrad, ich habe meine Bergziege gesattelt und presche über Kopfsteinpflaster durch die Heidelberger Altstadt. Zwei Runden den Königstuhl hoch und runter, Steigungen mit bis zu 13 Prozent wechseln mit Abfahrten mit bis zu 14 Prozent. bei 82 Kmh ziehe ich die Bremse…und einige Gestörte preschen in atemberaubenden Tempo an mir vorbei. 100 Plätze, so entnehme ich es der Ergebnisliste, verliere ich beim radeln, davon bestimmt 50 auf den Abfahrten. Aber ich liebe mein Leben… .
Ganze 19 Minuten schneller
Zurück durch die rumpelige Altstadt geht es in die Wechselzone. Meine Radzeit von 1:26 ist besser als erhofft, also bitte. Am Ausgang der Wechselzone stehen wieder Céline und Lorie, praktischerweise ist direkt neben dem Wettkampfgeschehen ein grosser Kinderspielplatz. Der Wettkampf bekommt so noch die Extra-Note “Kindergeeignet”! Der erste Lauf-Km geht flach los bis zur Steigung rein in den Philosophenweg: 10%, da klingelt es ordentlich in den Beinen. Auf der 10 Km Wendepunktstrecke läuft man ca. 160 Höhenmeter den malerischen Philosophenweg hoch und auch wieder runter. Beim Runterlaufen heisst es nur Bremse auf und fliegen, Km-Splits mit für mich unglaublichen 3:37 lassen es doch noch eine gute Laufzeit werden: 44min34sec. Prima ! Ich überhole viel und sehe viele Teilnehmer, die mir entgegenkommen und gehen müssen.
Nach 2h39min34sec bin ich im Ziel, 19 Minuten schneller als vor vier Jahren. Und das selbstgesteckte Ziel unter 2h40min zu bleiben habe ich auch geschafft. Olli war übrigens eineinhalb Minuten schneller als ich – 5 min hat er mir auf dem Rad abgenommen, nach der ersten Radrunde überholte er mich und meinte nur lächelnd, ich solle doch mal Abfahren üben….
Bis zur Siegerehrung bleiben wir nicht mehr, aber als 99. von 488 Männern erwartet mich da sowieso nix. Und meine Voltarentablette, die ich extra eingesteckt hatte, um sie dem Norman zu geben, falls er irgendwo am Königstuhl mit Rückenschmerzen steht, musste ich auch wieder mit nach Hause nehmen. Glückwunsch Norman Stadler zum Sieg in Heidelberg ! Und vielen Dank den Organisatoren des Heidelberg-Man für ein perfektes Rennen !









