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Hautkrebs und Sport: Schweigt Ihr noch oder handelt Ihr schon?

6. November 2013 von Mario Lisker

Foto: Christine Waitz, freiFantastische Locations gepaart mit Urlaubsklima sind der Lockruf eines Wunschwettkampfes für viele Triathleten. Wer möchte nicht gern Florida, Brasilien oder Barcelona auf seinem Kalender ankreuzen? Dass hier Gefahr lauert, ist den wenigsten bewusst. Bereits geringe Wettkampfdauer von einer Stunde, kann, zusammen mit langen Stunden des Trainings, ein Auslöser oder Katalysator der fressenden Tumore sein. Das Thema Hautkrebs ist besonders im Triathlon ein Dauerbrenner.


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Der Pakt des betroffenen Schweigens

triathlon.deDass dieses Thema brandaktuell und akut ist, zeigte Leanda Cave im Februar dieses Jahres. Mit der Bekanntgabe einer Krebserkrankung im Gesicht, ging ein Weckruf durch die Szene, der leider schnell wieder verschwand. Vielleicht nicht unbeteiligt an dieser Tatsache war die schnelle Genesung und gute Therapie, wie sie die Queen of Kona von 2012 erfuhr. Das Barsalzellkarzinom, ein nicht streuendes Geschwür, konnte operativ und ohne Chemotherapie behandelt werden. Kurze Zeit später, griff Leanda wieder ins Renngeschehen ein.

Hautkrebs ist nicht exotisch!

Nur weil Leanda als Eliteathletin das ganze Jahr weltweit unterwegs ist, heißt das nicht, dass einheimische Athleten nicht betroffen wären. Am Beispiel Wenke Kujala wird klar, dass es alle betrifft – nicht nur Athleten in ständigen subtropischen Trainingsgefilden. Die ehemalige deutsche Langdistanz Meisterin hing es nicht an die große Glocke, hat aber auch „nie ein Geheimnis daraus gemacht“, wie sie uns erzählt. Bereits Anfang 2011 bekam sie die Schockdiagnose und wurde schnell operiert. Jetzt mögen viele denken: Hauptsache keine Chemotherapie, operativ geht ja noch – Aber so einfach wie es klingt, ist es nicht! Bei Wenke hinterließ die Operation eine große Narbe im Gesicht. Man trägt somit ein Leben lang die Folgen – Hautkrebs ist eben nicht harmlos!

Vorsorge als wichtige Basis

Wenke selbst nimmt regelmäßig Routineuntersuchungen war, in der auch die Diagnose gestellt wurde. Ein Schockmoment. Wer bekommt schon gerne gesagt, Krebs zu haben? Aber genau hier ist der Punkt an dem jeder beginnen sollte! Gerade wir, die Triathleten, setzen uns einer ständigen Dauerbelastung aus. Trainingspläne mit vielen Wochenstunden im Freien sollten einem eine halbe Stunde einmal im Jahr Wert sein! Diese halbe Stunde hochgerechnet, auf vielleicht 20 Stunden im Sportleben, bedeuten bei rechtzeitiger Diagnose mehr Lebensqualität für den Rest des Lebens oder generell ein längeres Leben.

Die Selbstlüge der Zeitlosigkeit  

Das Hinnehmen, sich der Belastung im Wettkampf bewusst schutzlos auszusetzen, ist nur ein kleiner Baustein. Das rechtzeitige Eincremen vor Beginn eines Wettkampfes sollte man wahrnehmen. So kann die Sonnencreme einziehen ohne vom Neoprenanzug herunter gewischt zu werden oder das Neopren zu schädigen. „Allerdings bekommen wir die größten Schäden für die Haut im Training“ weiß Wenke zu berichten. Genug Zeit also, den Sonnenschutz aktiv zu betreiben. Schließlich haben wir nur eine Haut, nur ein Leben und es selbst in der Hand dies zu schützen!

Was tun wenn’s brennt?

Foto: Thomas Wenning freiGar nicht soweit kommen lassen! Training in den Morgen- oder Abendstunden bietet Schutz und der Tagesstart oder Ausklang ist belebend für Körper und Geist. Lässt sich die Sonne nicht vermeiden, gibt es diverse Hilfsmittel. Ein Laufcap schützt die Kopfhaut und kann vor einem Hitzeschlag bewahren. Die Sonnenbrille sieht nicht nur gut aus, Insekten und UV-Strahlung finden hier eine Grenze. Beim Kauf einer Sonnencreme empfiehlt sich eine Beratung zum Hauttyp. Bei Allergien greift man zu rein biologischen Cremes oder verwendet langarmige, schulterbedeckende Kleidung. Dank heutiger Technologien helfen diese sogar beim Herunterkühlen des Körpers. Eine Vorsorgeuntersuchung ist zwar nur alle zwei Jahre empfohlen, doch eine mehr ist bei unserer Belastung keine verschenkte Zeit.

In eigener Sache

Bei unseren Recherchen muss man mit der Empfindlichkeit dieses Themas rechnen. Nicht jeder redet darüber, geschweige denn gern. Aber genau hier muss man anknüpfen! Denn meist ist ein Fehler passiert, der diese Diagnose nach sich zog. Bewusst oder unbewusst. Nur Aufklärung kann wach rütteln und sensibilisieren, dass Hautkrebs eben keine Randerscheinung ist. Da wir uns alle aber meist ungern aufklären lassen, helfen Berichte von Betroffenen. Sei es vom Krankheitsverlauf, oder wie man vielleicht zufällig aufmerksam wurde und eine Folgeuntersuchung Klarheit brachte. Nur weil keiner darüber redet, heißt es nicht dass es das Problem nicht gibt! Helft allen, indem Ihr darüber redet…

Hier geht´s zum kompletten Interview mit Wenke Kujala.

Fotos: triathlon.de, Thomas Wenning


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