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Hart, Härter, Austria eXtreme Triathlon

27. Juni 2017 von Stephan Schepe

Maria Schwarz, freiGraz, 24. Juni 2017 – Am kommenden Wochenende startet Jan Frodeno und viele andere Triathleten beim Ironman Austria in Klagenfurt. Viele Teilnehmer des Austria eXtreme Triathlons werden darüber nur schmunzeln, denn der härteste und längste Triathlon Österreichs fand bereits am vergangenen Wochenende in der Nähe von Graz statt: 3,8 Kilometer Flussschwimmen, 187 Kilometer „Bergzeitfahren“ und zum Abschluss 44 Kilometer Berg- und Traillauf – insgesamt 5.800 Höhenmeter. Das sind die reinen Zahlen. Was die Teilnehmer bei diesem Rennen erwartet, lässt sich aber in Zahlen nicht ausdrücken.


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Maria Schwarz, freiDer Name ist Programm, so ziemlich alles an diesem Triathlon ist extrem: das Streckenprofil, das den Athleten mit den langgezogenen Anstiegen (und Abfahrten) der Bergpässe alles abverlangt. Das Wetter, das sich mit jedem Kilometer zu verändern scheint. Eine manchmal schroffe, bedrohlich wirkende Landschaft, aber von atemberaubender Schönheit. Der Dachstein thront über diesem Spektakel und ist Zeuge, wie sich Triathleten aus aller Welt nicht gegeneinander, sondern vielmehr gegen sich und mit sich selbst messen.

Die Südwand

Die Lichter der Stirnlampen, die sich durch die Nacht auf die auf fast 2000 m gelegene Südwandhütte zubewegen. Die Blitze eines nahen Gewitters, die kurz die Berglandschaft erleuchten – schroffe Felsen, dominiert von der noch einmal senkrecht über 1000 m aufragenden Südwand des Dachsteins. Ein steiler Bergpfad, hinunter zum Ziel auf 1800 m, das vor Mitternacht erreicht werden muss. Das ist die letzte Etappe des Austria eXtreme Triathlons, des härtesten Langstrecken-Events Österreichs.
Maria Schwarz, frei
Diese letzte Etappe ist nur eine von vielen Herausforderungen des Austria eXtreme Triathlons, der am 24. Juni 2017 zum nunmehr 3. Mal über die Bühne ging. Doch bevor die Athleten im Ziel von einem begeisterten Publikum empfangen wurden, mussten sie sich den extremen Herausforderungen von 3,8 km Flussschwimmen, 187 km Radfahren und 44 km Laufen mit insgesamt 5.800 Höhenmetern stellen.

Startschuss 4:30 Uhr

Der Renntag begann noch im Dunkel der Nacht in der malerischen Flusslandschaft südlich von Graz. Begleitet vom Konzert der Frösche in den umliegenden Tümpeln und dem mystischen Beistand des „Ghostwalkers“ bereiteten sich die die Athleten zwischen Lagerfeuern auf den Start vor. Mit einem brennenden „X“-Logo (infire) fiel um 4:30 Uhr der Startschuss für die Schwimmstrecke in der mit 16 Grad Wassertemperatur in diesem Jahr ungewöhnlich „warmen“ Mur. Geleitet von Signallichtern auf den Bojen und Kajakfahrern bewältigten alle Starter erfolgreich die Flussströmung und wechselten mit der aufgehenden Sonne auf die Radstrecke.
Maria Schwarz, frei
Es warteten vier Berge mit insgesamt 3.900 Höhenmetern auf die Athleten und Temperaturen, die rasch auf über 30 Grad stiegen. Ohne effizientes Teamwork von Athlet und Betreuer, um die Versorgung mit Getränken sicherzustellen, ging hier nichts. Nach dem Wechsel zum Laufen stiegen die Temperaturen nochmals auf bis zu 34 Grad, dazu kam ein streckenweise starker Gegenwind, harte Bedingungen angesichts der 1.900 Höhenmeter auf der Laufstrecke. Auf den letzten 17 km, hinauf in die Bergregion des Dachsteins liefen Athleten und Betreuer schließlich gemeinsam, um als Team den herausfordernden Bedingungen, wozu mit einbrechender Nacht auf Regenschauer zählten zu begegnen.

Zeitmessung zweitrangig

Das schwierige Streckenprofil forderte natürlich seinen Tribut, doch konnten 45 von 125 gemeldeten Athleten aus 28 Nationen den 3. Austria eXtreme Triathlon finishen. Mit einer Zeit von 12:39 gewann der Österreicher Michael Strasser, sein zweiter Sieg nach 2015. Die Deutsche Kristina Roth lief als schnellste Frau mit einer Zeit von 16:33 über die Ziellinie. Maria Schwarz, frei Trotz aller Strapazen sah man im Ziel nur lachende Gesichter – bei den Athleten und ihren Betreuen, die als Team den Austria eXtreme Triathlon bewältigt haben und die von der Schönheit der Berglandschaft schwärmten. Bei ihren zahlreichen Familienmitgliedern und Freunden, die teils von weither kommend beim Abenteuer dieses Rennens dabei waren. Bei den Zuschauern und Fans entlang der Strecke und bis tief in die Nacht am Ziel. Und natürlich bei allen Helfern und dem Organisationsteam, dessen Präsidentin Maria Schwarz die Philosophie des Austria eXtreme Triathlon auf den Punkt bringt: „Nur miteinander sind wir stark. Dazu kommt das diesjährige Motto „It will chance your life“. Denn alle Athleten und Athletinnen gingen heute an ihre Grenzen und sie werden die Erfahrungen dieses Renntags mit in ihr tägliches Leben nehmen.

Fotos: Maria Schwarz/ Austria eXtreme Triathlon Verein

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