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Getestet: Der Neoprenanzug fürs Ohr

3. Mai 2016 von Nikolaus Mersits

triathlon.de, freiJedem Schwimmer und Triathleten ein bekanntes Phänomen. Wasser im Ohr. Manchen ist es egal. Andere hassen es. Ich bin so dazwischen. Aber eigentlich…kann ich es nicht ertragen. Auf einem Bein hüpfend in der Dusche, durchschneuzen oder mit dem Wattestäbchen daheim. Jeder hat seine eigene Art es wieder loszuwerden. Grundsätzlich ist es ja nichts schlimmes. Auch nicht gesundheitlich, wenn es wieder rauskommt. Aber wie kann man verhindern, dass es überhaupt reinkommt? Grund genug sich nach entsprechenden Helferchen umzusehen.


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Die schnöde Standardpfropfen taugen nichts (probiert und umgehend gekübelt). Sekundenkleber. Hält bombenfest. Allerdings vergisst man den Tag in der Notaufnahme sein ganzes Leben nicht mehr.

Doch jetzt soll es Abhilfe geben. Mit dem „Kit für individuellen Ohrenschutz für Wassersport“ von Three Waves (www.threewaves.de). Bekannt für Nasenklammer und Paddlerschmuck (ja, sowas gibt es wirklich), haben sie mit den do-it-yourself earplugs ein Bastelset für den kleinen Heimwerkertriathleten herausgebracht. Einzig, die anatomische Form der Ohren ist so individuell wie Omas Strickmuster für den Weihnachtspullover. Heißt somit, was nicht passt, wird passend gemacht. Man baut sich seinen Ohrstöpsel einfach selbst. Das Zwei-Komponenten-Silkon macht’s möglich.

triathlon.de, freiMan darf sich dabei auch wieder ein bisschen wie ein Kind fühlen. Man nimmt zwei Batzen Knetmasse (in diesem Fall die weiße und die blaue), matscht sie zwischen den Fingern zusammen, macht zwei gleich große Kugeln und steckt sich diese vorsichtig(!) ins Ohr. Nur mit dem Unterscheid, dass Mama danach nicht schimpft. Dann noch bisschen mit Fingerspitzen bearbeitet bis es das Innenohr vollkommen abdichtet und mindestens 10 Minuten aushärten lassen. Fertig.

In sieben Schritten zum Neo für’s Ohr

Hört sich einfach an, ist es auch. Die Anleitung beschreibt in sieben Schritten wie es geht. Für Leute die nicht so gern lesen, zum Beispiel ich, gibt’s auch die passende Kurzanleitung in Bildform.
So oder so, nehmt euch die Zeit sowohl die Anleitung als auch die Bilder vollständig in Ruhe durchzulesen. Es zahlt sich aus. Warum? Weil ich es natürlich nicht gemacht habe.

Das Ding „on-the-fly“ in der Schwimmhalle fünf Minuten vor Traininingsbeginn anzumischen funktioniert zwar, jedoch empfehle ich auf die Hinweise des Herstellers zu hören, die da lauten: „Lesen und befolgen Sie nachstehende Anweisungen sorgfältig, bevor Sie mit der Herstellung (…) beginnen“

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Sollten Sie allerdings mit dem gleichen Maß an Ignoranz und „I don’t give a shit“ ausgestattet sein wie ich und bereits eine große Kugel hellblauen Silikon in Ihren Händen halten, heißt es schnell sein, denn die Dinger härten so rasch aus wie von Three Waves versprochen. Sie dürfen auch gerne Raten, welcher Stöpsel auf den Fotos derjenige war, der sich bereits verdammt zäh anfühlte, während ich versuchte ihn mir mit viel Liebe ins Ohr zu pressen. Hätte ich in Chemie bei den Zwei-Komponenten nur besser aufgepasst…

Der Wassertest

triathlon.de, freiAber egal für welche Art von Herstellungsprozess Sie sich entschieden haben, Sie haben davor bereits die richtige Entscheidung getroffen. Und zwar sich die Dinger zuzulegen. Den selbst ich als „Ich-stopf-mir-doch-keine-Fremdkörper-ins-Ohr-Skeptiker“ wurde überzeugt. Nahezu restlos sogar. Kein Wasser im Ohr, wiederverwendbar, langlebig, unkompliziert. Wenn sie einmal passen, sitzen die Dinger perfekt und lassen sich mühelos einsetzen und wieder entfernen.

Nach mehrmaligen Testschwimmen weiß ich es sogar zu schätzen, nur mich und das rauschen des Ozeans (lasst mir den Glauben, auch wenn es nur 25 Meter sind) außerhalb meiner Ohren wahrzunehmen. Gut, dem Trainer gefällt das nicht immer, da die Stöpsel nicht nur Flüssigkeiten vom Eindringen abhalten, sondern auch Schall: “Wie, 5 x 100m Sprint? Ich dachte 200m gemütlich Brust und dann gibt’s ’n Bier!?“

Weitere Anwendungsfälle die sich gerade in der Testphase befinden: Schlagbohren, laute Nachbarn, schnarchender Bettnachbar, Schwiegermama am Telefon.

Fazit: Sowohl Idee als auch Ausführung, Handhabung und Qualität des Three Waves Ohrenschutz-Kits sind sehr gut. Die Herstellung ist einfach, die Anleitung klar (wenn man sie ließt) und der Preis ist absolut fair. Aus meiner Sicht: Kaufempfehlung.

Preis: 24,00 Euro

Die Ohrstöpsel gibt’s auch im triathlon.de Shop.

Zur Website des Herstellers.

Fotos: triathlon.de

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