Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Training & Wettkampf > Challenge Roth Spezial > Ein Wahnsinnsennen: Doppelte Weltbestzeit zum Jubiläum

Ein Wahnsinnsennen: Doppelte Weltbestzeit zum Jubiläum

11. Juli 2011 von Meike Maurer

Es ist vollbracht, der 10. Juli 2011 wird dank Andreas Raelert und Chrissie Wellington in die Geschichte des Triathlon-Sports eingehen, denn zwei Weltbestzeiten an einem Tag – bei den Männern wie bei den Frauen  –  wurden bislang noch nie gleichzeitig bei einem Rennen gebrochen. Schöner konnte das Geschenk zum 10-jährigen Bestehen der Challenge Roth also gar nicht ausfallen, als  mit den Weltrekordzeiten von Andreas Raelert über 7:41:33 Stunden und von Chrissie Wellington über 8:18:13 Stunden.


Triathlon Anzeigen

Hinter Andreas Raelert belegte Sebastian Kienle Platz zwei vor dem Neuseeländer Keegan Williams. Im Frauenfeld durfte sich Julia Wagner und Rebekah Keat über Rang zwei und drei freuen.

Zweimal Weltbestzeit

46:18, 4:11:43 und 2:40:52 sind die Splitzeiten von Andreas Raelert, die man eigentlich unkommentiert stehen lassen könnte, denn diese Zahlen sprechen für sich.

„Das war das beste Rennen meiner Karriere,“ kommentierte Andreas Raelert seinen unglaublichen Weltrekord über die  Langdistanz. „Es ist wie ein Puzzle, das irgendwann zusammenpasst – es war der perfekte Tag, die richtigen Bedingungen, die grandiose Stimmung an der Strecke, der Druck, den Sebastian Kienle von hinten gemacht hat – ich habe die Chance gesehen und konnte sie nutzen,“ erklärte der Rostocker das sensationelle Ergebnis.

„Allerdings war ich dabei so fokussiert auf mein Rennen, das ich meine Freunde an der Strecke nicht mehr gesehen habe und nun bin ich nicht nur körperlich, sondern auch mental ziemlich erschöpft“, gab der 34-jährige offen und sehr zufrieden zu.

Auch die nun dreimalige Challenge-Roth-Siegerin Chrissie Wellington konnte ihre eigene Weltrekordzeit um über eine Minute auf 8:18:13 verbessern. Dabei war die 34-järige vor allem noch einmal rund vier Minuten schneller auf dem Marathon unterwegs als bei ihrem Sieg 2010. „Ich habe mein Lauftraining etwas umgestellt und die Zuschauer haben mir sehr viel Energie gegeben – ich bin ich froh und sehr glücklich, dass sich die harte Arbeit mit einem neuen Weltrekord bezahlt gemacht hat“, sagte die Britin bei der Pressekonferenz.

Die zweite Langdistanz war härter als die erste

Auch Sebastian Kienle hat gestern mit Platz zwei ein sehr gutes Rennen gemacht und gezeigt, dass er sich im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessert hat. Allerdings hat der Badener auch zu spüren bekommen, wie es ist, wenn man den Druck im Nacken hat und alle erwarten, „ dass es das ganz große Rennen wird“, sagte der 27-jährige, der trotz allem sehr zufrieden mit seinem Rennen war. „Ich hab mich nie aufgegeben und alles versucht, deswegen bin ich obwohl ich heute im Vergleich zu Andi Raelert nur eine kleine Rolle im Rennen gespielt habe, stolz auf mich“, erörterte der Badener seine Endzeit von 7:57:06.

Eine kleine Sensation

Für ein weiteres Highlight aus deutscher Sicht sorgte Julia Wagner, die mit einer Zeit von 8:56:23 alle Triathlon-Experten und am meisten sich selbst überraschte: “Ich bin sprachlos und muss das alles erstmal noch einige Tage verinnerlichen. Ich wäre eigentlich schon mit Platz drei zufrieden gewesen, aber dann habe ich gemerkt, das noch ein Platz mehr drin sein könnte“, strahlte die Freiburgerin über das ganze Gesicht. Trotz kurzzeitiger Magenprobleme konnte die Debütantin auf der Langdistanz keine Geringere als Rebekah Keat aus Australien noch überholen und sich den zweiten Platz hinter Chrissie Wellington sichern. In ihrem ersten Renn über die Langdistanz blieb die 28-jährige auch gleich noch unter der magischen 9 Stunden-Marke, was bisher nur zwei deutschen Athletinnen – Sandra Wallenhorst und Sonja Tajsich – gelang.

Leistungen, die nicht unerwähnt bleiben sollten

Im Männerrennen überzeugte Felix Schumann bei seiner ersten Langdistanz mit einer starken 8:18:05. Mit dieser Zeit lief er verdient als Vierter und noch als letzter Mann vor Chrissie Wellington über die Finishline im Rother Startgarten. Kurz vor dem Ziel hatte der 29-jährigen, der eine hervorragenden Marathon in 2:53:49 lief, noch Christian Ritter überholt, der somit Fünfter wurde.

Erwähnenswert ist auch der achte Platz von Lothar Leder, der im Jubiläumsrennen von Roth zeigen konnte, dass er durchaus noch in der Lage ist eine 8:22:00  abzuliefern. Dirk Aschmoneit finishte in 10:26:50. Jürgen Zäck hatte das Rennen leider wegen einer Ohrenentzündung kurzfristig absagen müssen

Bei den Frauen landete hinter Belinda Harper und Belinda Granger die Bad Tölzerin Heike Priess auf einem sehr guten sechsten Rang. Celia Kuch und Annett Finger komplettierten mit Platz 9 und 10 die Top Ten der Damenwertung.

Und noch ein weiterer Titel ging an einen Landkreisathleten aus Roth:  Michi Hofmann konnte mit dem 19. Gesamtplatz in einer Zeit von 8:38:43 erneut den WM-Titel der Fire Fighter nach Roth holen. Der schnellste Landkreisathleten war allerdings Bernd Hagen auf dem 15. Platz in einer Zeit von 8:32:10.

Todesfall überschattet das Rennen

Leider wurde das Rennen auch von einem Todesfall überschattet. Ein 36-jährige Staffel-Schwimmer aus dem Landkreis Forchheim war gegen 9 Uhr Zuschauern bewusstlos im Wasser aufgefallen. Trotz sofortigem Rettungseinsatz mit Wiederbelebungsmaßnahmen konnte nur noch der Tod des 36-jährigen Familienvaters festgestellt werden. Die genaue Todesursache ist noch nicht geklärt. Mit einer Schweigeminute bei der Siegerehrung haben die Organisatoren des Rother Triathlon auf den Tod des 36-Jährigen reagiert.

Zur großen Fotostrecke

Ergebnisse Herren
1 Raelert, Andreas(GER) 00:46:18 04:11:43 02:40:52 07:41:33
2 Kienle, Sebastian(GER) 00:49:58 04:12:46 02:52:02 07:57:06
3 Williams, Keegan(NZL) 00:51:32 04:26:23 02:54:52 08:16:01
4 Schumann, Felix(GER) 00:49:38 04:31:11 02:53:49 08:18:05
5 Ritter, Christian(GER) 00:46:15 04:30:31 02:59:02 08:18:40
6 Vistica, Andrej(CRO) 00:53:18 04:29:15 02:52:54 08:19:19
7 Rotem, Gilad(ISR) 00:49:43 04:32:10 02:55:24 08:20:11
8 Leder, Lothar(GER) 00:49:53 04:28:03 03:00:15 08:22:00
9 Yastrebov, Andriy(UKR) 00:53:29 04:35:56 02:51:10 08:24:34
10 Borch, Andreas(DEN) 00:46:39 04:31:29 03:04:43 08:25:38

Ergebnisse Damen
1 Wellington, Chrissie(GBR) 00:49:49 04:40:39 02:44:35 08:18:13
2 Wagner, Julia(GER) 00:51:28 04:54:27 03:07:25 08:56:23
3 Keat, Rebekah(AUS) 00:51:27 04:51:05 03:13:51 08:59:22
4 Harper, Belinda(NZL) 00:50:00 04:55:48 03:17:43 09:06:47
5 Granger, Belinda(AUS) 00:51:34 04:50:38 03:26:57 09:12:56
6 Priess, Heike(GER) 00:58:00 05:06:03 03:32:43 09:40:01
7 Sarapuu, Alma(EST) 00:57:39 05:09:21 03:30:50 09:41:42
8 Lewis, Cindy(CAN) 01:00:10 05:09:30 03:32:09 09:45:56
9 Kuch, Celia(GER) 01:01:38 05:11:08 03:30:10 09:47:13
10 Finger, Annett(GER) 00:57:19 05:11:45 03:35:32 09:47:25

Fotos: Ingo Kutsche – www.sportfotografie.biz

Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden