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Ein Mann, ein See, ein Marathonschwimmen

16. August 2017 von Stephan Schepe

Steffen HartigVor wenigen Tagen haben wir von einem ganz besondern Langstreckenschwimmen berichtet. Steffen Hartigs Plan, den Bodensee zu durchschwimmen, dabei drei Länder Länder anzusteuern und somit annähernd eine Marathondistanz schwimmend zurückzulegen, sollte nun in die Tat umgesetzt werden.


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Aus der Motivation heraus, ein sportliches Zeichen zur Unterstützung des Projekts „Rad statt Rollstuhl“ zu setzen, suchte sich Steffen Hartig eine besondere Herausforderung. Der Bodensee sollte die perfekte Kulisse für Steffens Vorhaben sein.

Hier lest ihr Steffens Bericht:

„Am Montag Morgen (14.08., Anm. d. Redaktion) um 8:20 Uhr erfolgte in Lindau am Bodensee der Start für die Dreiländerquerung von Lindau (D) nach Rorschach (CH) und zurück nach Bregenz (A). Acht Wochen harte Vorbereitung für das eine Rennen von 33-36km lagen hinter mir, angetrieben durch mein persönliches Engagement für Besi & Friends.
Die Bedingungen waren anfangs sehr gut mit 21 °C Wassertemperatur , wenig Wind und Sonnenschein. In den ersten zwei Stunden wurden knapp 8 Kilometer der Wegstrecke zurückgelegt. Danach wurden die Bedingungen etwas schwerer, seitliche Strömung und Wind von vorne erschwerten das Vorankommen erheblich. Vorbei am alten Rheinzufluss, durch die Bucht von Rorschach zum ersten Etappen Ziel bei Kilometer 15. Erste Ermüdungserscheinungen machten sich bemerkbar. Laut Regelwerk musste ein kurzer Landgang in der Schweiz erfolgen. Nach weniger als 5 Minuten erfolgte das Handzeichen zum weiter Schwimmen zurück Richtung Bregenz.

Steffen Hartig, frei

Kurz nach der Hälfte der Gesamtstrecke machten sich Schmerzen in der Schulter bemerkbar, die häufigere Pausen erforderten. Nach 20 Kilometern traten zusätzlich Probleme durch aufscheuern im Neoprenanzug auf. Dies war neben dem Kräfteverlust die größte mentale Herausforderung. Jeder einzelne Armzug, jeder Kilometer brachte mich näher an mein Ziel. Sieben Kilometer vor Bregenz kam noch eine weitere Hürde dazu: Die Querung des neuen Rheinzuflusses mit starker Strömung und einer Wassertemperatur unter 12°C. Danach kam Zuversicht auf, denn das Ziel war ab jetzt grob zu erahnen. Aufgrund leichter Krämpfe wurden die Trinkpausen auf alle 20 Minuten verkürzt.

 

Steffen Hartig, frei

Selbst nach 4/5 der Strecke konnte man sich nicht sicher sein das Ziel zu erreichen, wie die Erfahrung anderer Schwimmer zeigte. Dieses mal ging alles gut, nach 10:02 Stunden wurde trotz der Probleme auf der zweiten Teilstrecke der Jachthafen in Bregenz erreicht. Das Denken an die Spendenaktion für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung und die mentale Unterstützung vieler Freunde, besonders Besi und seine Besi & Friends von der „Rad-statt-Rollstuhl“ Initiative, haben mich vom Aufgeben abgehalten.

Steffen Hartig, frei

Diese Herausforderung ist mein Beitrag für Menschen, deren Leben durch eine schlimme Erkrankung schwieriger geworden ist, die sich damit aber nicht abfinden, sondern den Kampf aufnehmen.
Mein Dank gilt auch dem Veranstalter der Bodenseequerung Oliver Halder , dem Bootsführer Hubert Pröller und meiner Frau Kerstin für die Versorgung unterwegs.“

Fotos: Steffen Hartig

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