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Sportmedizinische Untersuchung: Was ist ein EKG?

4. Januar 2010 von Dr. med. Anne Umgelter und Diplom-Sportwissenschaftler (Univ.) Thomas Strobl

Welche Arten gibt es?

Ruhe-EKG
Die einfachste und häufigste Anwendung der Elektrokardiographie ist ein Ruhe-EKG. Der Patient/Sportler liegt in Rückenlage ruhig auf einer Liege. Es werden vier Elektroden an den Extremitäten (Extremitätenableitungen) und sechs Elektroden am Brustkorb (Brustwandableitungen) angebracht und die Potentialänderungen während einer Herzaktion abgeleitet und aufgezeichnet.

Belastungs-EKG
Ein Standard der sportmedizinischen Untersuchung ist das Belastungs-EKG (auch Ergometrie genannt). Der Patient/Sportler wird üblicherweise auf einem Fahrradergometer oder einem Laufband stufen- oder rampenförmig bis zur maximalen Ausbelastung belastet. Diese Untersuchung sollte möglichst sportartspezifisch und in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

Bei medizinischen Fragestellungen wird die Fahrradergometrie auf Grund der störungsfreieren Ableitung und der Möglichkeit , während laufender Belastung den Blutdruck zu messen, bevorzugt.

Langzeit-EKG
Zur Abklärung von Herzrhythmusstörungen und zur Therapiekontrolle wird ein Langzeit-EKG durchgeführt. Dabei wird über 24 Stunden jede Herzaktion abgeleitet und aufgezeichnet.

Ein Check pro Jahr ist sinnvoll
Angesichts der Häufigkeit plötzlicher Herztode im Sport erscheint ein regelmäßiges sportmedizinisches Screening für alle körperlich aktiven Menschen sinnvoll. Insbesondere Anfänger, Sportler mit Zustand nach Infekten oder längeren Verletzungspausen und Menschen mit positiver Familienanamnese (z.B. Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Schlaganfall) sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Aber auch über lange Jahre aktive Menschen bleiben von krankhaften Veränderungen nicht verschont.

Aktuelle prominente Beispiele aus dem Triathlonsport sind Steffen Liebetrau (Myokarditis) und Torbjorn Sindballe (Aortenklappeninsuffizienz).

Zusätzlich zu allen diagnostischen, medizinischen Möglichkeiten ist die Eigenverantwortung des einzelnen Sportlers, zum Beispiel eine Trainingspause bei und nach Infekten einzuhalten, ganz wesentlich.


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Frau Dr. med. Anne Umgelter arbeitet als niedergelassene Fachärztin für Innere Medizin und Sportmedizin in einer Gemeinschaftspraxis im Herzen Münchens. Ihre Facharztausbildung absolvierte sie am Deutschen Herzzentrum München, am Universitätsklinikum Rechts der Isar und am „Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin“ der TU München. Herr Thomas Strobl ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Triathlon B-Trainer (DTU) der Gemeinschaftspraxis für die Durchführung und Auswertung von Belastungsuntersuchungen, die Trainingsplanung und -betreuung verantwortlich. Als aktiver Triathlet und Trainer blickt er auf eine über 10-jährige Erfahrung zurück.
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