Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Wettkampf > Interview1 > Die jungen Wilden: Interview mit Julian Erhardt und Florian Angert

Die jungen Wilden: Interview mit Julian Erhardt und Florian Angert

13. Februar 2016 von Christine Waitz

Julian ErhardtDer Traum vom Triathlonprofi – das vereint die beiden jungen Wilden Julian Erhardt und Florian Angert. Die Nachwuchssportler haben den ersten Schritt bereits erfolgreich gemacht. Sind Mitglieder eines renommierten Nachwuchs-Teams. Nun steht harte Arbeit an. Studium und Sport gilt es zu vereinen, Leistungen wollen erbracht werden, Wettkämpfe gemeistert. Wie die beiden das stemmen wollen, das verraten Sie uns nicht nur im Interview sondern ab sofort auch regelmäßig im triathlon.de Blog.


Triathlon Anzeigen

Hallo Julian, hallo Florian! Ihr seid beide gleich jung, 1992 geboren, und dennoch könnte euere Sportlaufbahn kaum unterschiedlicher sein. Während Julian schon 15 Triathlon-Jahre in den Beinen hat, geht Florian gerade erst in seine vierte Saison. Wie seid ihr zum Triathlon gekommen?

Julian Erhardt

Julian Erhardt

Julian: Zum Triathlon gekommen bin ich über meinen Vater, der in meinem Heimatverein selbst aktiv war. Ich war schon als Kind immer sehr aktiv und habe im Triathlon eine Sportart gefunden, wo ich meine eigenen Grenzen ausloten kann.

Florian: Ich bin bis zum 20. Lebensjahr geschwommen, hauptsächlich in Heidelberg am Olympiastützpunkt. Die Jahre, die Julian schon Triathlon macht, habe ich also mit Kacheln zählen verbracht. Nach dem Abitur habe ich ein Studium begonnen und habe gleichzeitig mit Triathlon angefangen. Das war im Oktober 2011. 2012 kam dann der erste Wettkampf, aber ich wusste schon davor, dass ich den Sport längerfristig machen möchte. Es ist einfach abwechslungsreicher als täglich etliche Bahnen im Schwimmbecken zu ziehen.

Als Mitglied in einem Nachwuchsteam sind die Ambitionen hoch. Spätestens dann ist klar: Jetzt müssen die Leistungen stimmen. Seit wann seid ihr im Team und was hat sich seither verändert?

Julian: Im Perspektivteam selbst bin ich seit Anfang 2015. Allerdings wurde ich bereits seit 2011 von Erdinger Alkoholfrei im Rahmen eines Regionalsponsorings unterstützt. Seit der Aufnahme in das Perspektivteam hat sich so einiges verändert. Durch die Premium-Partner der Firma brauchen wir uns was das Material angeht, keine Sorgen mehr zu machen, und konnten uns zudem ein breites Netzwerk an Kontakten in der Szene aufbauen. Eine weitere Veränderung bei mir persönlich war die Fokussierung auf die Rennen über Olympische Distanz ohne Windschattenfreigabe und die Mitteldistanz.

Florian Angert

Florian Angert

Florian: Ich bin seit 2014 im Team. Geändert hat sich im Trainingsalltag nicht viel; klar das Training wird Jahr für Jahr intensiver, aber man will ja auch schneller werden. Eine große Änderung waren die Sponsoren und Partner, die das Team, und somit uns, unterstützen. Die Partnerschaften müssen gepflegt werden – man möchte schließlich etwas zurückgeben können, auch außerhalb der Wettkämpfe (z. B. Produktfeedback). Grundlegend hat sich aber nichts geändert. Ich mache den Sport in erster Linie für mich und weil ich Spaß dran habe. Das Team schafft dafür perfekte Rahmenbedingungen!

Das Team bietet euch auch die Chance gelegentlich mit „Großen“ des Sports trainieren zu dürfen. Was schaut man sich dabei ab? Was nimmt man mit nach Hause? Gibt’s vielleicht sogar noch andere Vorbilder?

Julian: Was ich mir in erster Linie bei den gemeinsamen Trainingslagern versucht habe abzuschauen, ist das professionelle Auftreten der „gestanden Profis“. Viele von Ihnen sind für mich immer noch absolute Vorbilder und ich finde es großartig zu sehen, wie hart jeder von Ihnen für seinen Erfolg arbeitet, ohne den Team-Gedanken außer Acht zu lassen. „Star Gehabe“ konnte ich bisher so gar nicht feststellen und die Jungs und Mädels sind trotz ihrer enormen Erfolge absolut bodenständig und freundlich geblieben. Natürlich kann man sich auch in Sachen Trainingsmethoden, und vor allem auch im Umgang mit den verschiedensten Situationen im Wettkampf, noch so einiges abschauen. Hier bin ich für jeden Rat als noch recht junger Athlet sehr dankbar.

Florian: Was mich am Team vom ersten Moment an beeindruckt hat ist, dass ich sofort freundlich aufgenommen wurde. Da steht man mit ein paar der besten Athleten der Welt und kann sich ganz normal mit ihnen unterhalten. Alle bodenständig und freundlich. Dadurch fühlt man sich von Anfang an wohl. Man kann sicherlich viel aus dem gemeinsamen Training lernen – ich finde trotzdem, dass jeder selbst entscheiden muss, was er für sich mitnehmen kann und was nicht. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Als Vorbilder habe ich u. a. Michael Phelps. Sportartübergreifend gibt es auch andere Athleten, die mich beeindrucken. Der gemeinsame Nenner, der mich motiviert ist, dass alle unglaublich hart arbeiten, um erfolgreich zu sein.

Neben dem Sport dreht sich euer Leben auch um die Ausbildung. Julian steckt mitten im Studium der Sportwissenschaften, Florian arbeitet auf einen Abschluss in Ernährungswissenschaften hin. Wie vereint man diese zeitintensiven Dinge und hat dann auch noch Zeit für Familie, Hobbies und Entspannung?

Julian: Tagesplanung ist hier das entscheidende Stichwort. Mein Trainer, Roland Knoll, erstellt meinen Wochentrainingsplan immer anhand meines Stundenplans der Uni, oder sonstigen Verpflichtungen. Wenn ich mich größtenteils an die geplanten Einheiten halte, habe ich neben gutem Training genügend Zeit zur Regeneration bzw. um etwas für die Uni zu machen, und auch noch ausreichend Zeit für sonstige Dinge. Ein Kernpunkt hierbei ist sicher auch, dass ich immer schon eher ein Frühaufsteher war, wodurch man natürlich auch deutlich mehr Zeit vom Tag zur Verfügung stehen hat.

Florian Angert

Florian Angert

Florian: Das ist schon schwierig. Speziell im Sommer mit den ganzen Wettkämpfen. Im Winter ist es etwas leichter – wobei mein Zeitmanagement zugegeben ausbaufähig ist. Ich weiß natürlich wie wichtig es ist, sich sportunabhängig etwas aufzubauen, auch um eine gewisse Ablenkung zu haben, und nicht komplett abzustumpfen. Und grade im Triathlon kann mit Verletzungen viel passieren…  Zeit, um Hobbies und anderen Dingen nachzugehen, bleibt dennoch. Manchmal muss man sich die Zeit einfach nehmen – ich trainiere ja nicht 24/7. Ich studiere in Gießen, fahre trotzdem regelmäßig nach Hause, um die Familie zu sehen. Das ist für mich auch Entspannung, einfach ein Wochenende zu Hause zu sein. Die wirkliche Entspannung gibt’s aber erst nach der Saison im Urlaub ;-).

Die triathlon.de-Leser dürfen sich 2016 auf den Blog der jungen Wilden freuen. Was sind euere Saison-Ziele, auf was dürfen wir gespannt sein? 

Julian: Mein Ziel in der Saison ist es ganz klar, dass ich mich persönlich in den einzelnen Disziplinen, aber auch im Triathlon selbst besonders über die Olympische Distanz und die Mitteldistanz, verbessere. Unterm Strich heißt das, die Grundschnelligkeit auf die längeren Distanzen zu bringen. Wenn ich in der Vorbereitung und im Saisonverlauf verletzungsfrei bleibe, hoffe ich bei einigen Rennen auf dem Podium zu stehen. Der Traum ist es dann, in der weiteren Instanz, sich durch gute Leistungen und professionelles Auftreten für die Aufnahme in das Profiteam zu empfehlen.

Florian: Ich möchte mich im Vergleich zur Vorsaison steigern. Welche Rennen ich mache, werde ich in den nächsten Wochen entscheiden, das hängt auch vom Trainingsfortschritt ab. Ich werde aber bei zwei Mitteldistanzen an den Start gehen und ein paar Kurzdistanzen machen. Speziell bei den Mitteldistanzen will ich sehen, wo ich stehe und was noch getan werden muss, um ganz vorne mitzuhalten.

Der Blog der jungen Wilden startet am  27. Februar auf triathlon.de

Fotos: Erdinger Alkoholfrei, Julian Erhardt, Florian Angert

Triathlon.de Anzeigen

Triathlon beliebt

 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden