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Deutsche Triathletinnen zwischen Pech und Enttäuschung beim WM-Auftakt

5. März 2016 von Christine Waitz

Deutsche Triathlon Union/ Jo Kleindl, einmaligAbu Dhabi, 05. März 2016 – Nach den deutschen Triathlon-Herren konnten auch die deutschen Damen beim ersten Wettkampf der Triathlon-Weltmeisterschaftsserie in Abu Dhabi nicht ihre Ziele erreichen. Als Beste erreichte Hanna Philippin über die Distanzen von 1.500 Metern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen nach 1:57:57 Stunden als 16. das Ziel, obschon sie in einen Radsturz verwickelt war.


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Anja Knapp und Laura Lindemann folgten beide nach 1:59:28 Stunden als 29. und 30, wobei auch Lindemann sturzbehindert war. Für Anne Haug stand nach 2:00:58 Stunden Rang 38 zu Buche, für Rebecca Robisch in 2:01:39 Stunden Platz 43. Sophia Saller beendete das Rennen vorzeitig. Erste Siegerin der WM-Saison 2016 ist die Engländerin Jodie Stimpson (1:56:10 Stunden). Ihr folgten Ashleigh Gentle (AUS, 1:56:19 Stunden) und Helen Jenkins (GBR, 1:56:26 Stunden).

„Insgesamt ist das Ergebnis natürlich traurig für uns. Enttäuscht sind wir, dass die wirklich guten Trainingsergebnisse nicht umgesetzt werden konnten“, sagte DTU-Cheftrainer Ralf Ebli. „Und sehr unglücklich ist zudem, dass diejenigen, bei denen die Form passte, unverschuldet in einen Radsturz verwickelt werden. Hanna Philippin und Laura Lindemann mussten nach den Rennen beide ärztlich betreut werden. Aber es hilft nichts. Wir arbeiten offensiv und konzentriert weiter und auf Basis der grundsätzlich guten Trainings-Grundlage gehen wir in die nächsten Rennen.“

Deutsche Triathlon Union/ Jo Kleindl, einmalig

Hanna Philippin wird beste Deutsche.

Rückstand nach dem Schwimmen für vier der DTU-Damen

Für einen Teil des DTU-Teams war das Rennen um die Spitze und um die ausgeschriebene Olympiaqualifikation (Top8-Platzierung) nach dem Schwimmen bereits in weiter Ferne. Den Schwimmsplit bestimmten mit Carolina Routier (ESP) und Pamela Oliveira (BRA) „die üblichen Verdächtigen“. In ihrem Kielwasser verließ eine elfköpfige Spitzengruppe den Ozean und bildete auch auf dem Rad die Führungsgruppe. Die sechs deutschen Damen schwammen etwas hinterher. Laura Lindemann und Anja Knapp hatten gute 20 Sekunden Rückstand, Hanna Philippin folgte weitere rund 25 Sekunden später. Sophia Saller, Rebecca Robisch und vor allem Anne Haug hatten eher größeren Rückstand.

Allerdings hielt die Frontgruppe ihren Vorsprung nicht lange. Lindemann und Knapp schlossen mit den ersten Verfolgerinnen bereits in der ersten Radrunde zu den Führenden auf. Dahinter jagte Olympiasiegerin Nicola Spirig mit einer Verfolgergruppe, der auch Hanna Philippin angehörte, Richtung Spitze. In der zweiten Verfolgergruppe folgten Rebecca Robisch und Sophia Saller. Anne Haug fuhr dem Feld mit zwei weiteren Athletinnen auf dem Rad hinterher. Während Philippin sich mit den Verfolgerinnen in der vorletzten Runde an die erste Gruppe gearbeitet hatte, verloren die weiteren DTU-Damen an Zeit.

Radsturz einen Kilometer vor dem Wechsel – mit Philippin und Lindemann

Einen knappen Kilometer vor dem Ende des Radparts kam es allerdings zu einem Sturz unter den Führenden, in den leider auch unverschuldet Lindemann und Philippin verwickelt wurden. Letztlich kam eine reduzierte Spitze zum zweiten Wechsel und aus dem deutschen Sextett war nur noch Anja Knapp dabei. Philippin folgte mit Fleischwunde am Fuß 42 Sekunden später, Lindemann – ebenfalls angeschlagen – 1:50 Minuten. Das verbliebene deutsche Trio hatte zum Ende der zweiten Disziplin einen Rückstand von über vier Minuten.

Im Laufen gaben Flory Duffy (BER) und Emmy Charayron (FRA) gemeinsam mit den beiden Britinnen Helen Jenkins und Jodie Stimpson das Tempo vor, Australiens Ashleigh Gentle lief zur Halbzeit der Abschlussdisziplin auf die Führenden auf, Charayron und Duffy mussten abreißen lassen. Gut einen Kilometer vor dem Ziel setzte sich Stimpson ab und sicherte sich den Sieg.

Bei den DTU-Damen fiel Knapp schnell zurück. Ihre Teamkollegin Hanna Philippin arbeitete sich kontinuierlich nach vorn und auch Laura Lindemann machte Ränge gut. Anne Haug und Rebecca Robisch liefen auf hinteren Rängen, Sophia Saller stieg aus dem Rennen aus. Am Ende erkämpfte sich Hanna Philippin einen ordentlichen 16. Platz. Knapp hielt sich einen Platz vor Lindemann, die zeitgleich als 29. und 30. einliefen. Haug wurde 38. und Robisch 43.

Nach der verpassten Möglichkeit sich für Olympia 2016 zu qualifizieren, können die deutschen Triathletinnen eine zweite Chance in Yokohama (14./ 15 Mai) angehen. Auch dort müssen sie unter die ersten Acht kommen, um ein Olympiaticket zu ergattern.

Foto: DTU/Jo Kleindl

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