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Lauf-Abc: Effizienter laufen mit Kristin Möller

4. Februar 2016 von Benjamin Reszel

Christine Waitz,   freiWer träumt nicht davon ein schneller Läufer zu werden und mit einem effizienten und zudem anschaulichen Laufstil persönliche Bestleistungen zu erzielen. Nach einem theoretischen Ausflug in die Welt der Motorik zeigt euch Kristin Möller Übungen, die eueren Laufstil effektiver machen können.


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Was ist eigentlich Lernen?

Der Zehenlauf

Die Thematik des Lauf-Abc und damit des motorischen Lernens soll mit dem kurzen Exkurs begonnen werden, was Lernen überhaupt bedeutet. Eine offene, fast schon rhetorische Frage.  So könnte eine Definition zum Beispiel lauten, dass Lernen ein Prozess der Aneignung ist. Aber wie funktioniert es?  Es wird etwas gekonnt, was vorher in dieser Art und Weise nicht funktionierte. Ein Athlet folglich durch einige Übungen ökonomischer laufen kann. Irgendwie spannend, oder nicht?

Steter Tropfen höhlt den Stein

Diese Aussage wird häufig getroffen, wenn das Erlernen von Bewegungen in den Mittelpunkt rückt. Eine Aufgabe unseres motorischen Systems, ist die Kontrolle von Bewegung und die damit verbundene Reaktion auf Umweltgegebenheiten oder gestellte Aufgaben. Für die Steuerung und Kontrolle von Bewegungen gibt es eine Vielzahl von Erklärungsversuchen. Ein höchst interessantes Thema, wenn beachtet wird, wie alltäglich Bewegung für uns ist. Dabei sind Strukturen und Theorien der Motorikforschung dicht und verworren.

Der Mensch eine Maschine?

Es bestehen Ansätze, die den Menschen mit einem Computer vergleichen. Ein ideales Technikleitbild wird als Input in das System gegeben und die ideale Bewegung kann vom Sportler ausgeführt werden. Die Praxis zeigt, dass unter leicht veränderten Bedingungen die Bewegung nicht mehr funktioniert oder die vermeintlich biomechanisch ideale Bewegung zu einem Leistungsverlust führt. Der Mensch ist anfällig für äußere Störfaktoren und damit keine Maschine, die jeden Tag zu jeder Zeit und an jedem Ort gleichermaßen arbeitet. Wir funktionieren nicht, wir leben und erleben.

Vom Leichten zum Schweren

Der Fersenlauf

Lernen wird auch gern zu einem linearen Prozess vereinfacht. Wird diese These weiter verfolgt, ergibt sich ein linearer Lerntypus . Nun stellt sich die Frage, wer das folgende Phänomen nicht kennt? Eine sportliche Bewegung gelingt in unzähligen Versuchen nicht, aber dann geht sie, ohne ein weiteres Zutun leicht von der Hand. Hierbei von einem linearen Prozess zu sprechen, ist eigentlich nicht überzeugend. Zudem kann eine Übung einer Person leicht fallen, einem anderen aber als sehr schwer vorkommen und umgekehrt. Allerdings haben diese Theorien im Bereich des motorischen Lernens noch immer Bestand, obwohl die traditionellen Ansätze ihren Anspruch auf Allgemeingültigkeit verloren haben.

Bewegungsabläufe verbessern

Losgelöst vom theoretischen Hintergrundwissen, können Übungen die Ökonomie der Bewegung effektivieren. Wichtige Stellschraube ist die Variation von Situation und dem ablaufenden Bewegungsmuster. Dies ergibt immer neue Reize für den Organismus, auf die er mit einer Aktion antworten muss. Ähnlich der Variation von Reizen und Intensitäten im sportlichen Training. Ständig nur Grundlage zu trainieren führt langfristig zur Leistungsstagnation. Ebenso nützt es nichts, eine Übung aus dem Lauf-Abc in Perfektion zu beherrschen, wenn sich am eigentlichen Laufstil, oder präziser, der individuellen Bestzeit nichts ändert. Vielmehr findet sich die Annahme, dass im Gegensatz zu den Übungsreihen stehende Erfahrungs- und Lernfelder, wechselseitig begünstigende Lern- und Erfahrungsprozesse hervorrufen können und positive Effekte auslösen.

Auf der nächsten Seite findet ihr Hinweise zum Lauf ABC.

Fotos: triathlon.de


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Paul Benjamin Reszel ist Autor des Artikels. Ben ist studierter Diplom Sportwissenschaftler und arbeitet derzeit an seiner Promotion. Seit mehr als 5 Jahren betreut er erfolgreich Sportler aus den Disziplinen Triathlon, Mountainbike, Rennrad, Laufen und Moto-Cross. Dabei steht er den Athleten mit Resource in den Bereichen komplexe Leistungsdiagnostik, individuelle Trainingsplanung, Ernährungs- und Technikoptimierung zur Seite. Er betreibt die Firma Resource.
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