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Cyril Viennot: Mein Ziel ist das Podium – und jede Menge Spaß!

16. Juli 2016 von Mario Lisker

FinisherPix, einmaligZu den letzten Weltmeisterschaften auf Hawaii hatten ihn die wenigsten auf der Rechnung. Ein Fehler – mit den Plätzen fünf und sechs beeindruckte er mit konstanter Leistung. Keine Eintagsfliege. Umso mehr verwundert es, dass auch in Roth kaum jemand über den Franzosen redet. Cyril gefällt’s. So kann er ungeachtet aller Konkurrenz sein Rennen, sein Rhythmus und vor allem sein Spaß genießen. Und mit Roth kehrt er an den Ort seiner ersten Langdistanz zurück…


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In den letzten drei Jahren auf Hawaii steigerte Cyril besonders auf dem Rad seine Leistung. Aus dem Wasser kommt er meist in der ersten Verfolgergruppe. Bei dem ruhigen Wasser in Roth sollte der Abstand demnach nicht zu groß sein. Seine bisherige Achillesferse auf dem Rad konnte er kontinuierlich ausmerzen. Waren es 2013  noch über fünfzehn Minuten zur Spitze, konnte er es 2015 bereits halbieren. Das muss er auch in Roth beweisen, denn den Frodeno und Frommhold sind extrem gute Radfahrer. Der abschließende Lauf ist Cyrils Paradedisziplin und auch hier konnte er noch am Schräubchen drehen. Also Achtung: Das Rennen in Roth hat mehr Podiumskandidaten als nur die Germans!

Cyril, wenn man bei deiner Leistungsklasse überhaupt von einer Schwäche sprechen kann, ist es wahrscheinlich auf dem Rad. In Roth wird der Bike Split aber der Schlüssel für eine optimale Angriffsposition auf das Podium sein. Wie sieht deine Taktik gegen die beiden starken Radfahrer Frodeno und Frommhold aus?

In den letzten drei Jahren habe ich hart an meiner Radperformance gearbeitet und habe es in diesem Jahr schon einige Male bewiesen, zum Beispiel der beste Bike Split zum Ironman 70.3 Vietnam. Ich werde mal schauen wer mit mir aus dem Wasser kommt und Lust auf eine Bike-Party hat. Wahrscheinlich werde ich Jan und Nils nach dem Schwimmen erstmal nicht sehen und ich werde den Teufel tun zu versuchen sie auf dem Rad zu stellen. Ich werde kontrolliert meine eigene Pace finden.

FinisherPix, einmaligWarum hast du dich entschlossen in Roth zu starten?

Ich habe hier in Roth 2010 meine erste Langdistanz absolviert. Ich habe also großartige Erinnerungen an dieses Rennen. Ich habe seit 2010 nicht so wirklich schnelle Rennen absolviert, also werde ich mein bestes tun um meine Bestzeit hier in Roth zu setzen. Dass mein Hauptsponsor SCOTT hier vor Ort ist, ist natürlich auch ein Vorteil.

Ist dieses Rennen optimal für deine Hawaii-Rennvorbereitungen?

Ja, ist es. Ich brauche keine Punkte mehr für Hawaii. So kann ich starten wo immer und wann immer ich möchte. Roth hat genügend Abstand zu Hawaii und ist nicht weit von Frankreich entfernt – perfekt!

Würdest du auch in Roth starten wenn die Qualifikation für Hawaii noch nicht sicher wäre?

Ich weiß nicht. Hawaii ist sehr wichtig und eine Qualifikation hätte oberste Priorität.

Alle Augen werden auf Frodenos Ankündigung den Weltrekord brechen zu wollen sein und natürlich auf Frommhold als Titelverteidiger. Ich welcher Rolle siehst du dich selbst?

Eigentlich ist es perfekt für mich. Niemand erwartet von mir ein außergewöhnliches Rennen, naja, vielleicht mit Ausnahme einiger Franzosen. Also habe ich keinen Stress und muss weder meinen Partnern noch den Medien etwas beweisen. Ich kann mich voll und ganz auf das Rennen konzentrieren. Das ist sehr erfreulich für mich.

Was genau wird Dein Ziel sein? Deinen Trainingszustand oder Material und Taktik unter Rennbedingungen für Hawaii zu testen? Oder vielleicht einfach nur Spaß haben?

Mein Ziel ist das Podium, auch wenn es nicht einfach sein wird. Und natürlich Spaß haben, ganz sicher! Ich kann mir keine Saison vorstellen in der ich nur trainieren würde und nicht vor Hawaii schon Rennen bestreite…

Wie sieht am Ende des Tages deiner Meinung nach das Podium aus?

Ich denke Jan Frodeno, Nils Frommhold und Tyler Butterfield sind die stärksten Athleten im Feld. Aber es ist schwer einen Rennverlauf vorherzusehen. Da kann zuviel passieren.

FinisherPix, einmalig

Was waren die größten Veränderungen in deinem Lebe und deinem Training, seit deiner Entscheidung als Profi zu starten?

Ich habe bis September 2013 gearbeitet. Nun kann ich verreisen wann immer ich möchte, kann Trainingslager planen wann es mir passt und habe genügend Zeit zur Erholung nach einem Rennen. Ansonsten hat sich privat kaum etwas geändert, mit Ausnahme der letzten acht Monate. Durch unser zweites Kind hatte meine eine Auszeit vom Job. Den Vorteil dieser Situation nutzten wir um mehr gemeinsam zu verreisen.

Wo ist dein bevorzugtes Trainingsrevier? 

Diesen Winter habe ich die Gold Coast in Australien ausprobiert und glaube es eines der besten Trainingsgebiete.

Lass uns ein kleines Spiel spielen. Sag deine ersten Gedanken…

Süßes oder Früchte?

Beides! Und davon eine ganze Menge!

Steak oder Salat?

Steak.

Radfahren oder Laufen?

Radfahren.

Berge oder flach?

Flach.

Citroën 2 CV oder Luxus-Auto?

Luxus-Auto!

Nach einem harten Training?

Eine riesiges Essen!

Eine Trainingseinheit mit?

Meinen Freunden.

15 oder 30 Grad Celsius?

30 Grad…definitiv!

Cyril, danke für das nette Interview. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und vor allem eine Menge Spaß in Roth.

Fotos: FinisherPix

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