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Coros OMNI: der Helm, der die Knochen zum schwingen bringt

15. Dezember 2017 von Stephan Schepe

Produktbild Coros, freiDer „OMNI“ von dem hierzulande weitestgehend unbekannten Produzenten Coros ist eine kleine technische Sensation: ein Helm, der mit dem Fahrer kommuniziert und die Informationen über die Wangenknochen des Fahrers ins Ohr überträgt. Ein kleine Sendeeinheit am Riemen versetzt die Gehörknöchelchen in Schwingung und leitet die Informationen damit ins Innenohr weiter.


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Er wird vom Hersteller als „smartest safe cycling helmet“ bezeichnet, da er nicht nur den Kopf des Fahrers beim Aufprall schützt, sondern viele Funktionen für Kommunikation, Routenplanung und natürlich Fahrsicherheit bietet. Grundlage für all diese Funktionen ist die Kopplung mit dem Smartphone (Bluetooth) und die zugehörige App. Erst dadurch wird der Helm „smart“. Der Fahrer kann sich somit seine Fahrdaten, Navigationsinformationen, aber auch Musik und sogar Telefonanrufe auf den Helm übertragen. Das können Radcomputer, Uhren und teilweise „smarte“ Brillen aber auch schon. Und wie geht es dann weiter?
Produktbild Coros, frei

In den Riemen des Helms ist die eigentliche technische Innvoation verbaut. All diese Informationen werden dem Fahrer nämlich nicht mittels Schallwellen über das Ohr, sondern über die Wangenknochen vermittelt. Die Sendeeinheit überträgt Schwingungssignale, die über unsere Gehörknöchelchen ins Innenohr weitergeleitet und dann wieder in die entsprechende Informationen übersetzt werden. Das Ohr selbst bleibt dadurch frei und kann weiterhin die Geräusche aus der Umwelt und vom Verkehr aufnehmen.

Coros Produktbild, freiWeiterhin verfügt der Helm über einen eingebauten Notfallassistenten: im Fall eines Aufpralls (Aufprallkraft mind. 1G) wird automatisch eine Notfall-SMS an eine vorher definierte Nummer verschickt. Darüber hinaus besitzt der Helm eine zusätzliche Sicherheitsbeleuchtung am hinteren Teil, die optional ein- oder ausgeschaltet werden kann.

Coros Produktbild, freiDie Steuerung erfolgt hier über eine kleine Fernbedienung, die am Lenker oder Vorbau des Fahrrads montiert wird. Über diese Fernsteuerung kann auch die Musiksteuerung, Lautstärkeregelung und Anrufsteuerung bedient werden – das Smartphone muss also nicht unmittelbar greifbar sein. Für Telefonanrufe und die Navigation per Sprachsteuerung ist ein Mikrofon windgeschützt im vorderen Teil des Helms integriert. Der Hersteller verspricht größtmögliche Sicherheit, die Hände bleiben immer am Lenker.

Alle technischen Elemente sind laut Herstellerangabe wasserdicht nach IPX5 Standard (wie Fahrradcomputer), ebenso hitze- und kältebeständig. Wie der Helm im Praxistest abchneidet, bleibt noch abzuwarten. Wir dürfen jedoch gespannt sein auf die ersten Exemplare, die vorerst nur in den USA vertrieben werden. Der Preis wird dort bei 199 Dollar liegen (momentan ca. 170 Euro). Im Lieferumfang enthalten ist die Fernbedienung mit Lenkerhalterung, USB-Ladekabel, Clip-Visor sowie der Helmbeutel.

Die Herstellung des Helms wurde Anfang Dezember als Crowdfunding Projekt auf der Plattform Indiegogo platziert, hat aber jetzt schon das erwünschte Investitionsvolumen übertroffen. Daher werden die zuerst produzierten Helme ab Anfang 2018 an die Spender des Projekts gehen, die weitere Produktion dann aber voraussichtlich ab Mitte des Jahres in den Handel kommen. Wir bleiben auf jeden Fall am Ball.

Zum Croudfunding Projekt des Cronos OMNI auf Indiegogo

Zur Website des Herstellers

Fotos: Cronos

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