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Verhalten im Wettkampf: Taktik, Strategie & Troubleshooting Das beste Training nutzt nicht viel, wenn der Motor am Renntag ins Stocken gerät. Hart anfahren oder gemächlich loslegen - die beste Taktik und Hilfe zur Selbsthilfe: Hilfe, es klemmt! Im Training bin ich der Größte aber am Wettkampftag bekomme ich Probleme...

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Alt 10.06.2010, 07:00   #1
Marsupilami
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sinnvolles Radpacing im Wettkampf

hi,
was ist die sinnvollste strategie, um im WK eine schnelle radzeit hinzulegen ?

man hört immer wieder, dass eine gleichmäßige leistung zielführend ist, d.h. am berg gefühlt etwas rausnehmen, bergab dann ordentlich drücken, damit man ungefähr konstante watt fährt. klingt ja erstmal plausibel, jedoch hab ich im training folgende erfahrung gemacht:

trainingseinheit 1:
einfahren, 4x40min WK-tempo, dazwischen 5min pause, ausfahren
diese einheit stresst ziemlich, da man im mittelteil praktisch durchweg am drücken ist. ich versuch, während der intervalle meinen puls konstant zu halten, dadurch gibts praktisch kaum erholung, genau wie oben beschrieben (=konstante leistung)

trainingseinheit 2:
einfahren, tempo nach und nach hochziehen auf WK-tempo, am schluss darüber hinaus. ich lege hier keinen wert auf sinnvolles pacing oder konstante belastung, ich versuch einfach nur die gesamtbelastung im lauf der einheit zu erhöhen (d.h. mein durchschnittspuls von rausgestoppten 30min-abschnitten steigt stetig). ziel ist hier eine möglichst hohe durchschnittsgeschwindigkeit zu fahren. d.h. an kurzen hügeln hau ich schon mal ordentlich rein und lass es danach wieder lockere rollen etc... diese einheit tut weit weniger weh, ich kann danach deutlich besser laufen.

erstaunlich ist jedoch, dass ich bei beiden einheiten ziemlich auf die gleichen durchschnittsgeschwindigkeiten komme (bei vergleichbaren bedingungen wie profil, wind, ... ). das heißt, einheit 2 ist weitaus effizienter

so, was sagt ihr nun ?
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Alt 10.06.2010, 07:40   #2
Dreisportler
Einer muss es ja tun
 
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AW: sinnvolles Radpacing im Wettkampf

Bei welcher Wettkampfdistanz?
Okay, bei Sprint und Oly gibt es nur ein Pacing...alles was geht.

Bei der Langdistanz mach ich es immer so: "locker" einrollen und erstmal was essen und trinken, dann fahr ich nie zu offensiv (also achte schon mal was der Puls sagt) weil ich weiß das nach 120 km das Ding erst "losgeht".....weiterhin gut verpflegen und dann hintenraus nicht unbedingt Gas geben aber das Tempo halten. Am Berg fahr ich am Anfang immer kontrolliert (nix Wiegetritt) und "beschleunige" nach oben hin mehr um dann die Abfahrt voll mitzunehmen.

Aber ich bin auch nicht unbedingt der gute Radfahrer.
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Alt 10.06.2010, 07:44   #3
muzze
Tieftauchen ist fast so wie schnelles Schwimmen
 
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AW: sinnvolles Radpacing im Wettkampf

was du bedenken solltest ist, dass konstanter Puls eben nicht = konstante Leistung ist.
Grade im Intervall wirst du am Anfang mehr leisten und dann immer weniger, weil sich dein Puls erst langsam anpasst und du noch frisch bist und am Ende immer weiter steigt, weil dein Körper immer müder wird. Wenn du ihn dann konstant hälts fällt die Leistung.
Daher macht ja auch die Anschaffung eines Wattmeßgeräts so viel Sinn. Und das sag ich als jemand der keine Pulsuhr besitzt und keine Leistungsdiagnostiken macht, sprich als Bauchgefühltrainierer. Aber nen SRM hätt ich schon gern, wären die Dinger nicht so scheiße teuer.
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Alt 10.06.2010, 08:18   #4
zeeroo
Nach dem Freischwimmer darf ich allein in den See
 
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AW: sinnvolles Radpacing im Wettkampf

Zitat:
Zitat von Marsupilami Beitrag anzeigen
trainingseinheit 1:
einfahren, 4x40min WK-tempo,...


Ist das nicht ein bisschen viel??
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Alt 10.06.2010, 08:31   #5
Marsupilami
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AW: sinnvolles Radpacing im Wettkampf

danke für eure antworten !

@dreisportler: generell und vom gefühl stimmen deine äußerungen mit meinem plan überein. ach ja, geht um langdistanz
Zitat:
Zitat von muzze Beitrag anzeigen
was du bedenken solltest ist, dass konstanter Puls eben nicht = konstante Leistung ist.
Grade im Intervall wirst du am Anfang mehr leisten und dann immer weniger, weil sich dein Puls erst langsam anpasst und du noch frisch bist und am Ende immer weiter steigt, weil dein Körper immer müder wird. Wenn du ihn dann konstant hälts fällt die Leistung.
Daher macht ja auch die Anschaffung eines Wattmeßgeräts so viel Sinn. Und das sag ich als jemand der keine Pulsuhr besitzt und keine Leistungsdiagnostiken macht, sprich als Bauchgefühltrainierer. Aber nen SRM hätt ich schon gern, wären die Dinger nicht so scheiße teuer.
d.h. vermutlich fahre ich in meiner einheit 2 (tempo/intensität langsam hochziehen) eher eine konstante leistung als in einheit 1, wo die leistung anfangs zu hoch gewählt wurde und dann abfällt (bei gleichbleibendem puls). darum bin ich hier am ende so am arsch, dass sinnvolles laufen nicht mehr geht
Zitat:
Zitat von zeeroo Beitrag anzeigen

Ist das nicht ein bisschen viel??
finde ich nicht, wenn man bedenkt, dass man im WK grob doppelt so lang in der intensität fährt
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Alt 10.06.2010, 08:56   #6
Milorz
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AW: sinnvolles Radpacing im Wettkampf

Servus,

schau mal hinten im Friel. Da steht was von wegen Pace auf der LD.

frei aus dem Gedächtnis:

Radsplit:
1. Viertel: Essen und langsam anfahren
2. Viertel: Speed aufbauen
3. Viertel: das Rennen machen
4. Viertel: nicht überzocken und "ausrollen"

Die 4x40 min Wettkampf Pace Intervall sind schon richtig (vllt. nicht unbedingt im ersten LD Jahr)!

Hau rein !

Gruss Milorz
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Alt 10.06.2010, 09:12   #7
ender
Mod, die rechte und linke Hand vom Chef
 
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AW: sinnvolles Radpacing im Wettkampf

was ist wettkampfpace? da die "wettkampfpace" auf dem rad doch erheblich von äußeren umständen abhängt (Wind, profil.....) ist das eine nur sehr ungenaue steuerungsgröße fürs training. würde mich da mehr nach puls oder watt richten.

edit: ansonsten bin ich dann im wettkampf gut damit gefahren, immer einen gang kleiner zu fahren, als ich vom gefühl her gekonnt hätte. und übrigens auch, einen gang kleiner, als ich im training als "wettkapfpace" gefahren wäre
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Alt 10.06.2010, 09:14   #8
Marsupilami
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AW: sinnvolles Radpacing im Wettkampf

Zitat:
Zitat von ender Beitrag anzeigen
was ist wettkampfpace? da die "wettkampfpace" auf dem rad doch erheblich von äußeren umständen abhängt (Wind, profil.....) ist das eine nur sehr ungenaue steuerungsgröße fürs training. würde mich da mehr nach puls oder watt richten.
jo klar, ich mein auch nicht geschwindigkeit, sondern intensität..
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Marsupilami no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2010, 09:28   #9
biologist
Rettungsschwimmer können doch gar nicht richtig...
 
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AW: sinnvolles Radpacing im Wettkampf

Ich kann zwar auf keine Erfahrungen zurückgreifen (ist ja auch meine erste LD), jedoch wird meine Strategie die sein, dass ich mit weitgehend konstanter Leistung fahre. Es ist allerdings so, dass ich bergrunter etwas mit der Leistung runtergehe und hoch etwas mit der Leistung hoch.

Gründe:

a) Extreme Leistungsschwankungen (am Berg hochballern) vertrage ich nicht gut - kostet mich zu viel Kraft.
b) Ich komme gut in einen Flow rein.
c) Wenn man mal mit Leistungsmesser gefahren ist, dann merkt man, dass man nen steilieren Berg mit seiner anvisierten Leistung nur schwer runterfahren kann. Man muss da teilweise echt wie ein Bekloppter in die Pedale treten. Macht, wie ich finde, nicht so viel Sinn, da man durch den stark ansteigenden Luftwiderstand meist nur wenig gewinnt. Ich gehe also an dieser Stelle so 20% mit der Leistung runter (Regeneration) und trete am nächsten Berg dafür etwas mehr.

Wenn man die ersten Male mit SRM, Powertap & Co unterwegs ist, wird man überrascht sein, was für ne Leistung man mitunter am Berg tritt. Da muss man gar nicht sooo viel machen und ist schnell bei 300 Watt - immerhin die Leistung, die Stadler & Co im Durchschnitt treten. Ein Beispiel, das vermutlich jeder kennt: du fährst locker im Flachen mit rund 30kmh und kommst an eine Brücke, die über eine Bahnlinie führt. Die sind normalerweise vom Anstieg/Abfall auf beiden Seiten recht moderat. Jetzt denkst du dir: scheiss auf die Brücke, ich fahr da jetzt mein Tempo konstant weiter. Da merkst du schon, dass du ordentlich Kraft aufwenden musst. In der Spitze ist hier die Leistung allerdings 2,5 bis 3fach so hoch. So Sachen machen im Wettkampf, nur um seinen Kontahenten zu zeigen, dass man letzt den "Längeren" hat, keinen Sinn

Ich nehme mal an, dass du deine Intervalle nicht mit konstanter Leistung gefahren bist. Oder du hast vor wirklich richtig hart Rad zu fahren bei der LD - was ich mir bei dir vorstellen kann :->
Ohne Leistungsmesser würde ich sagen: fahr nach Gefühl in der Art und Weise, wie es sich im Training als gut für dich herausgestellt hat.
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