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| Nichtschwimmer Registriert seit: 19.07.2011 Alter: 39
Beiträge: 7
| es war also soweit. An diesem Wochenende sollte mein erster Triathlon Wettkampf von mir absolviert werden. Optimistisch für die Draxi-Distanz in Xanten eingestellt, glaubte ich mein Trainingspensum würde schon ausreichen, um trotz fleißigem Nikotin-Kosum die Ziellinie unter 1:20 h zu erreichen. Dass sich jedoch Rauchen und Sport nicht gut verträgt sollte ich an diesem Wochenende allerdings noch zu spüren bekommen! Samstag – ein Tag vor dem Wettkampf machte ich mich auf zum Neo-Testschwimmen. Das Wasser war mir mit 19 Grad einfach zu kalt, um ohne Neo den Wettkampf zu bestreiten. Beim Testschwimmen fühlte ich mich wohl im Anzug und Wasser und reservierte mir so gleich den Testanzug für den nächsten Tag. Das wird schon, dachte ich …. Am Sonntag war ich frühzeitig vor Ort und schaute mir vorerst die Wettkämpfer der olympischen Distanz an. Der Wetterbericht hatte eigentlich Schauer und Gewitter angekündigt, allerdings blieb es glücklicherweise Trocken und ab und zu zeigte sich sogar die Sonne. Perfekt! Langsam machte ich mich auf um meine Wechselzone einzurichten. Vor dem Einchecken musste ich aber noch meinen Neo abholen. Leider war der von mir getestete Orca nicht mehr da, so dass ich einen neuen Anzug in anderer Größe von Speedo bekam. Saß ein bisschen enger, aber passt schon dachte ich. Dann machte ich mich auf zum Startbereich. Wie man richtig absäuft! Noch 5 Minuten bis zum Wasserstart. Also rein in den See und ab zur Startlinie. Noch fühlte sich alles gut an und ich hatte mir die Taktik zugelegt immer schön an der Leine lang zu schwimmen. 3 – 2 – 1 Los! Bloß nicht zu schnell angehen, dachte ich! Wo ist die Leine? Immer schön nach rechs atmen, die Leine im Blick. Klappt doch super, dachte ich! Aber die ungewohnt gute Wasserlage verleitete doch zum überziehen, und so kam es wie es kommen musste! Nach gefühlten 400 Metern merkte ich wie meine Arme schwerer und schwerer wurden und zusätzlich die Luft immer weniger wurde. Boar eh, das gibt’s ja gar nicht - dachte ich und wechselte ins Brustschwimmen. Jetzt bemerkte ich dass ich gar keine 400 Meter absolviert hatte, sondern vielleicht erst 250 Meter. Scheiße, dachte ich und geriet dabei immer mehr in Panik. Wie ein Käfer im Wasser zappelte ich plötzlich nur noch umher und schnappte nach Luft. Da sah ich dreißig Meter weiter die im Wasser liegende Jolle, die ich als Rettungshalt luftschnappenderweise ansteuerte. Da hing ich dann und sah wie die Krauler reihenweise an mir vorbei schwammen. Dann sagte ich mir – du musst weiter. Aber es wollte irgendwie gar nicht mehr so recht klappen. Im Gegenteil, ein Helfer auf seinem Surfbrett hatte mich schon ins Visier genommen, paddelte ein paar Meter neben mir her, bis er ins Wasser sprang und mir sein Surfbrett zum Festhalten hin hielt. Mich an diesem festklammernd paddelten wir aus der Schwimmlinie Richtung Ufer! Die Rettungswacht kam auch schon mit ihrem Boot um mich entgültig aus dem Wasser zu fischen, während mir der Helfer schon einmal den Neoprenanzug öffnete. LUFT! Endlich Luft! Ich merkte jedoch dass nun das Rennen für mich vorbei sein sollte, da die Helfer schon im vollen Gange waren. Nee nee nee, dachte ich! Dahinten muss ich hin, da ist der Ausstieg! Der Helfer grinste nur und sagte, „Ich will dich nicht aufhalten“! Also gut, weiter weiter weiter… Ich kämpfte mit offenem Neo weiter. Mal Brust, dann wieder Kraul (wenn man das noch so nennen konnte), mal auf dem Rücken und dann wieder Brust. Der Helfer mit seinem Brett immer einen Meter neben mir. Sozusagen meine persönliche Eskorte Hauptsache schnell aussehen ![]() Gehenderweise bewegte ich mich auf mein Fahrrad zu. Mehr ließ mein Puls nicht zu. Aufgrund der extremen Schwimmleistung stand mein Hightech-Bike fast nur noch alleine im Ständer, was den Vorteil hatte, dass ich nicht erst suchen musste! Aber da standen ja doch noch drei Räder, ich war also nicht Letzter! Nun schnell aus dem Neo raus, offen war er ja schon dank des freundlichen Helfers im Wasser. Nach einer gefühlten Ewigkeit schaffte ich es im Sitzen, meine Füsse vom nassen Gummi zu befreien. rein in die Schuhe, Helm und Brille auf, Nummer an und los. Jetzt hoffte ich auf mein Bike! Schließlich hatte ich ein Vermögen für mein Triathlonrad mit teuren Hochprofilfelgen ausgegeben. Damit sollte ich doch das ein oder andere Mountenbike oder Trekkingrad einholen! Aus der Wechselzone auf die Pendelstrecke eingebogen, sah ich die anderen auch schon. Allerdings kamen sie mir mehrheitlich entgegen. Nur noch vereinzelt zuckelte das ein oder andere Rad vor mir her, jedoch in weiter Ferne. Erstmal locker und schön Kette links Dann auf dem Rückweg geschah es. Jetzt sah ich eins von diesen Trekkingrädern. Mit aufrecht sitzender Haltung, Gepäckträger und krönender Weise mit Licht unterwegs, strampelte der Fahrer dieses Vehikels unermüdlich die Landstrasse hinunter. Das dumme daran war, dass nicht ich an ihm vorbei ziehen konnte, sondern er von hinten kommend plötzlich an mir vorbei zog. Na super, dachte ich, irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt! Ich versuchte noch an ihm dran zu bleiben, aber ließ ihn dann doch letztendlich voller Scham ziehen. Inzwischen wurde es immer einsamer auf der Strecke. Am dritten Wendepunkt dachte ich mir, warum soll ich eigentlich soweit runter schalten, kann ich doch im hohen Gang im Wiegetritt viel schneller wieder Fahrt aufnehmen. Böser Fehler. Kaum um die Kurve und ich einmal kräftig ins Pedal getreten, schrieh´ ich laut auf: Ahhhhhhhhhhhhh….. Als würde es mir die linke Wade zerreißen, packte mich ein Krampf. Trampeln ging nicht, strecken ging nicht – also aushalten. Brüllender Weise rollte ich bewegungslos weiter bis nach einer gefühlten Minute der Schmerz nachließ. Oh man, das brauch doch kein Mensch! Also runterschalten, und langsam wieder Fahrt aufnehmen. Der Rest der Strecke ging dann auch irgendwie vorbei und ich erreichte endlich die Wechselzone, wo wiederum 95% aller Räder in den Ständern standen! Laufen lassen… Der Wechsel in die Turnschuhe ging erstaunlich gut und ohne Krampf. Helm aus, Nummer nach vorne und los. Entgegen meinen Erwartungen waren die Beine diesmal nicht wie Blei und ich konnte so einigermaßen schnell meinen Laufrhythmus finden. Hier passierte nicht mehr viel Besonderes. An den entgegenkommenden Gesichtern sah ich, die musst du Laufen lassen. Auf dem letzten Kilometer lief ich dann an den Fersen eines Mitstreiters, der mich kurz zuvor überholt hatte. Gemeinsam sammelten wir noch den einen oder anderen Läufer ein, bis es dann auf die Zielkurve ging. Jetzt setzte ich meinen Zielsprint ein und konnte doch tatsächlich dieses Duell gewinnen. Letztendlich schaffte ich die Distanz in 1:21 h. Also nur eine Minute schlechter als ich mir zum Ziel gesetzt hatte. Wenn man bedenkt dass ich für das Schwimmen NUR 13 Minuten gebraucht habe bin ich sogar recht zufrieden mit meinem ersten Triathlon. Dennoch werde ich für die nächste Saison mehr aufs Training, als auf´s Material setzen! Und das mit dem Rauchen ist nun auch eines meiner kurzfristigen Ziele Allen in allem ein schöner Tag und eine tolle Erfahrung! |
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| | #2 |
| Leihfahrradfahrer lass ich links liegen Registriert seit: 28.05.2007 Ort: Alsdorf Alter: 50
Beiträge: 203
| AW: Mein erster Triathlon .. oder so ! Lustig geschrieben, schöner Bericht- aber was ist ne Draxi Distanz? Gruss Heinz |
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| | #3 |
| Mod, die rechte und linke Hand vom Chef Registriert seit: 21.05.2002 Ort: Neubrandenburg Alter: 40
Beiträge: 6.138
| AW: Mein erster Triathlon .. oder so ! schöner beitrag. aller anfang ist schwer. immer schön dranbleiben...... ein tipp noch. das: solltest du nach möglichkeit vermeiden, denn normalerweise hättest du dafür disqualifiziert werden müssen. festhalten an booten, bojen, surfbrettern usw ist erlaubt, aber nicht sich daran festhaltend fortzubewegen. |
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| | #4 |
| Selber Radfahren ist schon toll Registriert seit: 13.09.2010 Ort: Düsseldorf Alter: 45
Beiträge: 45
| AW: Mein erster Triathlon .. oder so ! Echt ein lustiger Bericht. Hört sich eher nach 1:50 Std. an. Glückwunsch zum ersten Finish! Hab mal gehört, dass es egal ist wie teuer und aufwendig ein Rad ist. Trampeln muss man doch selber. Ich bin da mangels fin. Masse eher Minimalist und habe mein bald 30 jahre altes Rennrad (früher mit Schutzblechen und Lampen und so) aus meiner späten Jugend mit ein paar teilen etwas umgebaut, so dass es noch ein Zeit lang dauern wird, bis ich da an meine Grenzen komme. Laufschuhe sind auch Standard, also keine WK-Schuhe oder so was. Nur einen Tria-Anzug, den gönne ich mir fürs nächste Mal. Gruß, Martin |
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| | #5 | |
| Selber Radfahren ist schon toll Registriert seit: 25.02.2010
Beiträge: 57
| AW: Mein erster Triathlon .. oder so ! Super Bericht! Und Zitat:
Mfg Toto | |
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| | #6 |
| Leihfahrradfahrer lass ich links liegen Registriert seit: 05.08.2010 Ort: Wels/OÖ // Wien Alter: 24
Beiträge: 189
| AW: Mein erster Triathlon .. oder so ! Congrats zum 1. Finish! Mein Tipp: Trainier nicht nur die Wechsel swim - Bike und bike-run --> sondern auch im speziellen das laufen aus dem Wasser mit Neo (ev auf einen kleinen Hügel hinauf) Wenn du diese Situation und wie dein Körper drauf reagiert, kennst, dann bleibn dir unschöne Überaschungen bei deinen kommenden Trias erspart und du kannst vollgas geben! lg und stay TRI
__________________ http://pniederschick.wordpress.com/ |
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| | #7 |
| Selber Radfahren ist schon toll Registriert seit: 25.02.2010
Beiträge: 57
| AW: Mein erster Triathlon .. oder so ! |
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