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Medizinisches Wo finde ich den richtigen Arzt?

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Alt 22.09.2010, 20:38   #1
hieke
Nordic Walker-Hinterherhechler
 
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Versorgung von Schürfwunden

Letzten Sonntag beim Radfahren wollte ein vor mir fahrender plötzlich links zufahren. Dummerweise war ich gerade beim Überholen und somit im Weg. Der Erfolg war, dass wir uns beide abrupt den Asphalt genauer angesehen haben.
An meinem Rad ist nur ein Brems- und ein Schalthebel gebrochen und der Aufleger tief abgeschrammt. Die Laufräder haben wie durch ein Wunder ohne einem Kratzer "überlebt".
Ich selbst habe Schürfwunden an den Knie und den Handflächen (die Handschuhe waren zu Hause gut aufgehoben und sind leider nicht von selbst ins Auto gesprungen).

Jetzt habe ich mich -- zusammen mit meiner Ärztin -- eingehend mit modernen Methoden zur Versorgung von Schürfwunden auseinandergesetzt und möchte meine Erfahrungen mit Euch teilen.

So schnell wie möglich nach dem Sturz habe ich die Wunden gut auswaschen. Infusionslösung (Ringer oder NaCl) ist da das ideale Mittel.
Dann habe ich die Wunden gut desinfiziert (erst mit Octemisept, dann mit Minzeöl (brennt etwas, aber wirkt) und zum Schluss nochmal mit Betaisodona) ... nachher ging es zur Ärztin.
Sie hat mich sicherheitshalber nochmal gegen Tetanus geimpft und die Schürfwunden (zu diesem Zeitpunkt noch stark nässend) mit einem nicht verklebendem Gaze abgedeckt und verbunden.
Am nächsten Tag habe ich mir ein wasserdichtes Pflaster (es heißt OP-Site) besorgt und den Verband getauscht. Meine Ärztin hat mir noch dick Betaisodona-Gel unter das Pflaster geschmiert. Gleichzeitig habe ich begonnen PHLOGENZYM zu nehmen (3 x tgl. 3 Stk.) um die Wundheilung zu fördern. Dienstag machten wir das genauso nochmal. Überschüssiges Betaisodona-Gel kann man übrigens gefahrlos und schmerzfrei mit Infusionslösung abspülen.
Heute (Mittwoch) war ich bei der Kontrolle und alle Wunden sind frei von Infektionen.
Jetzt kann man ein Hydrocolloid-Pflaster aufkleben um ein -- für die Wundheilung optimales -- feuchtes Milieu schaffen. Das darf man aber nur nachdem wirklich JEDE Infektion aus der Wunde ausgetrieben ist. Keinesfalls ein solches Pflaster auf eine infizierte Wunde kleben!!! Am besten vom Arzt ansehen lassen und als Infektionsfrei "absegnen" lassen.
Für die noch stärker nässende Wunde habe ich ein Tegaderm Hydrocolloid Pflaster von 3M (leider recht teuer) verwendet, für die kaum mehr nässende Seite ein Comfeel Plus transparent (ist von Comoplast und wesentlich dünner, flexibler und billiger). Sofort nach dem Aufkleben war der Schmerz wie weggeblasen. Diese Pflaster können auch 3-5 Tage auf der Wunde verbleben. Man kann den Heilungsverlauf dabei leicht verfolgen, da die Dinger mehr oder weniger durchsichtig sind.
Diese Hydrocolloid-Pflaster sind auch wirklich 100%ig wasserdicht! Ich war damit heute schon im Wasser .... die Pflaster haben gehalten (1 Stunde Technik-Training) und es ging wirklich kein Wasser durch.

Vieleicht hilft mein Bericht ja dem einen oder anderen beim Verarzten seiner Schürfwunden.
Sobald ich neue Erfolge verzeichnen kann, poste ich diese hier.
hieke no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2010, 21:40   #2
JENS-KLEVE
Tri-Oger: What a man!?
 
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AW: Versorgung von Schürfwunden

schön geschrieben und noch ein wichtiger Grundsatz:

Schlafen, viel Schlafen! der Körper ist zu wundervollen selbstheilungsprozessen fähig aber das macht müde.
JENS-KLEVE no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2010, 23:40   #3
triandi
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AW: Versorgung von Schürfwunden

hast du mal ein Foto gemacht von deiner Schürfwunde ?

Hatte als Kind auch öfters mal Schürfwunden wobei die vielleicht nicht so schlimm waren wie bei dir.


Das maximale was gemacht wurde war: ausgewaschen, desinfiziert und an der Luft trocknen lassen ( Grind )
triandi no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2010, 10:53   #4
biologist
Rettungsschwimmer können doch gar nicht richtig...
 
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AW: Versorgung von Schürfwunden

Hmm, also ich hatte schon einige Schürfwunden (allerdings nicht vom Triathlontraining) und schmiere da zur Kühlung nur Aloe Vera Gel drauf (wenn überhaupt). In der Regel mache ich gar nix und es hat sich auch noch nie was entzündet. Nicht falsch verstehen: ich kritisiere deine Maßnahmen nicht, aber ich für meinen Teil mache mir da keinen Stress, weil es auch so geht. Ärgerlich wirds allerdings bei Schürfwunden im Gesicht, wenn sich dann schön ne Kruste bildet und da die Barthaare durchwachsen :-> Aber auch das geht vorbei...
biologist no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2010, 11:16   #5
PeterMuc
Mod, die rechte und linke Hand vom Chef
 
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AW: Versorgung von Schürfwunden

Ich habe letztes Jahr den nicht placebo-kontrollierten nicht verblindeten Doppelselbsttest durchgeführt - mit Fenistil Wundgel.

bei meinem ersten radsturz im Frühjahr hatte ich ca 6 Wochen Spass mit den Schürfwunden, im Sommer dann, nach dem 2.Hecht, habe ich das Fenistil wundgel benutzt (was mittlerweile auch bei meiner Crashtest-Tochter wertvolle Dienste geleistet hat) und hatte nach 10 Tagen (!!) Ruhe. Aber das wichtigste ist: Nicht die krusten abknibbeln !!
__________________
Tempogefühl habe ich nur beim Nase putzen.
PeterMuc no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2010, 11:50   #6
Schymi1978
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Post AW: Versorgung von Schürfwunden

Hab mich letztes Jahr mal gelegt, und weil ich mehr damit beschäftigt war das Rad hochzuhalten damit nichts kaputt geht, hatte ich am Allerwertesten ne schöne 20 cm² Spur.. Die habe ich auch naß heilen lassen, da Doc sagte das geht wohl am schnellsten. Hatte eben dann eine schöne weiße Schicht von der Bephanten Wundsalbe drauf. Und mit einer Hälfte vom Hintern 6h bei einer Weiterbildung zu sitzen ist echt sowas von doof. Nicht zu empfehlen!
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Alt 23.09.2010, 12:01   #7
Pizzaboy501
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AW: Versorgung von Schürfwunden

also in der Regel tut es desinfizieren und für die ersten Tage trocken verbinden und dann sobald die Wunde zu ist offen lassen und mit Bepanthen einschmieren.

Wenn du es richtig professionell (also richtige phasengerechtes Wundmanagement machen willst oder du wirklich große Schürfwunden hast_

-steril mit Ringerlösung säubern (NaCl ist zytotoxisch) und steril abtupfen
-steril mit Polyhexanidlösung spülen und kurz einwirken lassen
-phasengerechter Verband (also je nach Exudation Schaumstoff oder Hydrokolloid als Deckverband und untendrunter evtl. ein Alginat oder Hydrofaser, bei Infekt evtl. mit Silberbeschichtung bis zur Epithelisierung. dann offenlassen und Bepanthen)

PVP Jod (Betaisodona) wird in der modernen Wundtherapie eigentlich nicht mehr eingesetzt, weil:
A) es die Wundumgebung verfärbt
B) es bei starkem Gebrauch eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen kann
C) es ebenfalls cytotoxisch ist und die Wundheilung unter Umständen stört

Octenisept ist auch kein Firstlineantisepticum mehr, in der Uniklinik HD wird eigentlich nur noch Polyhexanid verwendet. Octenisept wirkt auch zellschädigend und sollte nicht mit PVP Jod verwendet werden, da es zu Verfärbung kommen kann.
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Alt 23.09.2010, 21:00   #8
Physiofee
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AW: Versorgung von Schürfwunden

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Alt 26.09.2010, 14:47   #9
hieke
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AW: Versorgung von Schürfwunden

Danke für die vielen Postings und die wertvollen Anregungen!

Kurz ein Zwischenbericht nach genau einer Woche:
Die Hände sind -- obwohl sehr tief -- dank des feuchten Milieus mit dem Hydrocolloid-Verband praktisch verheilt.
An den Knien hat sich eine dicke Kruste gebildet (ein Hydrocolloid-Pflaster hat an dieser Stelle leider nicht gehalten), aber seit gestern schmerzt es nicht mehr.

Ich möchte jetzt keine Werbung machen, aber das Produkt Comfeel-Plus-Transparent hält eindeutig am längsten im Chlorwasser (selbst nach 90 Minuten Training, klebte es noch fest und hielt einen ganzen weiteren Tag + 2 x duschen).

Am Schlimmsten waren die Nebenwirkungen der Tetanus-Impfung .... Schüttelfrost, Muskelkrämpfe und entsetzliche Müdigkeit. Nach 3 Tagen war das aber alles vorbei.

Mittlerweile habe ich das normale Training wieder aufgenommen und bin kaum mehr beeinträchtigt.
hieke no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2010, 22:57   #10
hieke
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AW: Versorgung von Schürfwunden

und jetzt der "Endebericht":

Die (eher tiefen) Wunden auf den Handflächen sind dank der Hydrocolloid-Pflaster heute komplett unsichtbar. Als ob nie etwas gewesen wäre!

Am Knie (wo das Hydrocolloid leider nicht gehalten hat) ist der Schorf vergangenes Wochenende (also nach genau vier Wochen) endlich abgegangen. Es sieht zwar alles noch etwas komisch (rosarot) aus, schmerzt aber kaum mehr. Heute habe ich erstmalig eine lange Lauftight darübergezogen, und es war nicht unangenehm (aber doch noch spürbar).
hieke no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
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Schwimmen, schürfwunde, wasser
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