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| Einer muss es ja tun Registriert seit: 15.03.2008 Ort: København Alter: 38
Beiträge: 2.695
| Ironman Frankfurt 2009 - Robert Rahnfeld - Ganz platt Wettkampfbericht von Robert Rahnfeld, der der erste Amateur nach der Schwimmstrecke war. Allerdings ereilte ihn ein böses Schicksal auf der Radstrecke. 2.7.2009 Es sind noch drei Tag bis zum Rennen. Nachdem ich die letzten 2 Wochen nun gezielt meine Umfänge zurückschraubte, habe ich diese Woche erst 3h Sport gemacht. Langsam setzt jetzt immer öfters das Kribbeln im Bauch ein wenn man über die nächsten Tage nachdenkt. Ich bin extra schon Donnerstag angereist um möglichst wenig Stress zu haben und heute schon in Ruhe die Startunterlagen abholen zu können! Das Wetter ist allerdings sehr schwül und heiß – fast wie in den Tropen, ich hoffe dass bleibt nicht so… 3.7. 2009 Nach einem gemütlichen Frühstück um 6.00Uhr ging es los mit der Streckenbesichtigung. (klingt vielleicht etwas früh aber ich habe die letzten Tage vor dem Rennen sukzessiv meinen Tagesrhythmus nach vorn verlegt – so dass ich am Sonntag dem Raceday möglichst wenig Probleme mit dem frühen Aufstehen habe und mein Körper sich an die Uhrzeit gewöhnen kann). Wir fuhren als erstes zum Langener See. Leider musste ich feststellen, dass der See mit 24,5°C schon eine relativ hohe Temperatur anzeigte und es im Neo mir schon fast zu heiß war um schnell zu schwimmen. Des Weiteren war ich von der steilen Sandrampe überrascht die, wie es schien, man im WK hinaufrennen muss. Als nächstes besichtigte ich noch die Radstrecke bevor es um 15.00Uhr zur Wettkampfbesprechung ging. Anschließend um 19.00Uhr begann die Pastaparty und gegen 21.00 Uhr lag ich bereits im Bett… 4.7. 2009 Um meinen Körper an die Belastung am Morgen für den darauffolgenden Tag zu gewöhnen, bin ich früh 6:30Uhr erst einmal eine lockere Runde laufen gegangen…Danach gab es dann ein gemeinsames Frühstück mit meinen Freunden. Jetzt war die Aufregung immer öfter mal zu spüren – ich packte nun noch meine „transition-bags“ und fuhr zum check-in an den Langener See. Es lief alles problemlos ab – das Fahrrad war in einem Top Zustand und es war nun Gewissheit, dass definitiv mit Neo geschwommen werden würde. Den letzten Abend vor dem Rennen ließ ich in der Pizzeria mit einem großen Teller Nudeln ausklingen. Raceday Nach fast 6h Schlaf bin ich 3:45Uhr aufgestanden. Zum Frühstück gab es anderthalb Semmeln mit Nutella und Honig sowie Tee und etwas Brottrunk. Kurz nach 4:35 Uhr verließ ich das Appartment und machte mich auf den Weg zum Langener See (45min Fahrzeit). Nachdem ich 20min im Stau vor dem Parkplatz stand und dann endlich einen Parkplatz zugewiesen bekam, eilte ich in Richtung Wechselzone um die letzten Checks am Rad zu machen und mich auf den Start vorzubereiten. Da ich das Glück hatte in der ersten Startgruppe zusammen mit den Profis 15min eher, also um 6:45 starten zu dürfen, war gar nicht mehr soviel Zeit übrig. Ich zog meinen Neo an, verabschiedete mich von meinen mitgereisten Freunden und Familie und ging ins Wasser. Es wurden nun die letzten 30sec angesagt danach kam dann irgendwann der Startschuß – durch diesen Überraschungsmoment war ein Fehlstart sehr unwahrscheinlich. Die Profis starteten 15m vor den anderen 350 ausgewählten Triathleten…ich versuchte gleich von Anfang an mein Tempo zu finden und schloss recht schnell zu den sich zurückfallenden Profis auf. Die ersten 2km schwamm ich an der Spitze dieser Gruppe mit, allerdings wurden sie immer langsamer und zum ersten Landgang setzte ich mich von der Gruppe ab und machte mein eigenes Rennen indem ich mein Tempo locker Die Anzeige dieses Bildes wird in Ihrem Browser möglicherweise nicht unterstützt. Ich war der erste Amateur der auf die zweite Schwimmrunde ging und im Anschluß auf das Rad wechselte (laut Sprecheransage am Langener See). Der Wechsel verlief Spitze – ich habe nur 2:59min gebraucht, welches die sechst schnellste Wechselzeit war… und lag nun 3min unter meinem Zeitplan, der mich bei 9:15h ins Ziel bringen sollte. Die ersten 20km auf dem Rad verliefen ohne Probleme. Ich aß meine Powergels alle 20min bzw. später immer einen halben Powerbar – Magenprobleme gab es gar keine…alles lief wie am Schnürchen. Auf dem Pflasterstück bei „the hell“ verrutschte leider mein Funksender des Tachos so dass ich ab Kilometer 30 keine Ahnung hatte wie schnell ich fuhr bzw. ob ich noch in meinem Zeitplan liege oder nicht. Aber ich dachte mir, halb so wild – dann fährst du einfach per Puls weiter und machst dich wenigstens nicht verrückt wenn du nur 34km fährst. Doch plötzlich fiel mir auf, dass wenn die Sonne von hinten auf mein Vorderrad scheint da irgendetwas metallisch glänzt. Ich nahm ein Powergel und versuchte während der Fahrt den glänzenden Fleck abzuschaben. Doch bei über 30km/h hat es mir einfach das Powergel aufgeschnitten und schon wusste ich, da hast du dir wohl irgend-etwas scharfes in dein Vorderrad eingefahren . *VERDAMMT* Ich fuhr erst einmal weiter… Nach 2:31h hatte ich die ersten 96km hinter mir, ich lag 10min unter meinem Zeitplan und war super zufrieden mit allem, was nicht zuletzt an meinem neuen FUJI D6 lag! Doch nun holte mich eine 14 Mann Gruppe ein und wir waren ständig unter Beobachtung der Kampfrichter. Bei km 150 passierte nun leider das unvermeidliche. Mein Vorderrad lief nicht mehr rund und der Mantel hatte merkwürdige Ausbeulungen. Am Ende zischte es einmal laut und der vordere Mantel war zerrissen…nun stand ich da mit einem kaputten Vorderrad und keinem Ersatzmantel – ich hatte natürlich nur einen Schlauch dabei. Ca. 200m enfernt an einer Kreuzung standen um die 30 Zuschauer und bejubelten die Atleten – ich schob mein Rad zu der Gruppe und rief in die Menge ob jemand ein Vorderrad zufällig zu verleihen hätte? – Keine Antwort! Da sah ich ein Rennrad am Boden liegen und rief erneut ob ich nicht bitte das Vorderrad bekommen könnte. Der Besitzer meldete sich und wir tauschten mein Vollcarbon Reynolds Laufrad gegen ein Campagnolo „Trainingslaufrad“. Leider hatten wir keinen Stift um Namen oder Adresse auszutauschen. Er weiß nur meine Startnummer und ich hoffe er meldet sich bei mir. Ansonsten hat er wohl den Tausch seines Lebens gemacht.
__________________ Triathlon in Dänemark |
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| Einer muss es ja tun Registriert seit: 15.03.2008 Ort: København Alter: 38
Beiträge: 2.695
| Re: Ironman Frankfurt 2009 - Robert Rahnfeld - Ganz platt Ich hatte nur 7 Minuten verloren und war wieder guten Mutes und trat in die Pedale. Leider schon 3km später gab es erneut einen lauten Knall und mein Hinterrad war platt. Ich versuchte wieder Ruhe zu bewahren. Reifenwechsel hatte ich schon genug in meinem Leben gemacht und ich kann sie auch ziemlich schnell. Nur leider war mein Rücken von der Sitzposition so verkrampft, dass ich mich kaum noch bücken konnte um auch nur irgendwelche Tätigkeiten an dem Hinterfrad vornehmen zu können. Zum Glück stand ein ca. 70 jähriger Mann mit seinen Enkeln und seiner Frau an der Straße welcher mir bei elementaren Dingen, wie bspw. dem Aufheben von auf den Boden gefallenen Hebelwerkzeugen oder ähnlichem half. Ich hätte weinen können vor Rückenschmerzen. Als der Schlauchwechsel nun endlích vorüber war und ich weiterfahren konnte lag ich schon 10min über meiner gesteckten Durchgangszeit. Ich wußte mit den Rückenschmerzen macht dass hier alles keinen Sinn weiter und die beiden Pannen hatten auch ziemlich an meiner Motivation gezerrt. So fuhr ich locker zu den Autos meiner Freunde, die nur 2km weiter die Runde davor noch am Straßenrand standen und mich anfeuerten. Leider waren sie nicht mehr am Auto sondern sind schon in die Stadt gefahren um den nächsten Wechsel live zu sehen… Am liebsten wäre ich hier stehen geblieben. Ich traf fünf kleine Buben an der Straßenseite und rief über deren Handy meinem Papa an um ihm mitzuteilen dass ich hier nicht mehr weiter fahren werde. Es ging allerdings nur die Mailbox ran. Tja, und so entschied ich mich doch weiter zu fahren, ich versuchte mich wieder selbst zu motivieren mit Sprüchen wie: Ein Ironman wird sowieso erst beim Laufen entschieden! Oder: Ich dachte mir, ich kann doch jetzt nicht aufgeben, wenn meine Freunde und meine Familie nur wegen mir hier nach Frankfurt gekommen sind um mich zu sehen und dann erreiche ich nicht mal mehr das Ziel… So fuhr ich aufgrund des verkrampften Rückens nur noch auf dem Oberlenker fahrend nach Frankfurt rein. Ich konnte kurz bevor ich in die Wechselzone einfuhr gut bei meinen Angehörigen erkennen, dass sie mich schon lange vermisst hatten und ich nun nicht mehr 10min vor meinem Zeitplan sondern 30min hinter ihm lag. Der Wechsel verlief wieder blitzschnell dank den Helfern im Zelt war ich in 2:15min fertig. Wobei man hier noch sagen muss, dass ich in dieser Zeit auch noch auf einem Dixi war und noch mal in mich gegangen bin um einen möglichst guten Marathon zu laufen. Die Motivation passte jetzt wieder und ich hielt mich an meinen Verpflegungsplan (alle 30min ein Gel, Cola und Iso immer im Wechsel und mind. ein Becher Wasser) so vergingen die ersten 30km wie im Fluge. Dann musste ich allerdings fataler Weise einmal das Dixi aufsuchen wodurch meine Beine schlagartig verhärteten und die letzten 12km zur Qual wurden. Aber nichts desto trotz kann ich mit dem Ergebnis wohl recht zufrieden sein. 9:38:34h ist eine gute Zeit. Ich danke allen die mich unterstützt haben und an mich glaubten. Vielen Dank an das Team von Sport Rasch die mich in jeder Situation immer unterstützen, Danke auch an meine Freunde und Bekannten sowie meinen Eltern für die lautstarke Unterstützung an den verschiedenen Wettkampfstrecken. . Einzelergebnisse: Swim 50.04 (Wechsel 2.59) Bike 5:13.21 (Wechsel 2.16) Run 3:29:52 Overall Time: 9:38.34 Place Category M25: 22 Place Overall: 140
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| Mod, die rechte und linke Hand vom Chef Registriert seit: 02.03.2004 Alter: 41
Beiträge: 1.949
| Re: Ironman Frankfurt 2009 - Robert Rahnfeld - Ganz platt O-M-G !!! So ein Pech !! das gibbet doch gar nicht. Aber sei froh, dass Deine familie nicht mehr da stand, wo Du sie erwartet hast. jetzt bist Du ein Finisher. Mein lieber, wenn ich mir ueberlege, was da noch fuer ein Potential drin steckt, RESPEKT !!! Ganz grosser Sport !
__________________ Tempogefühl habe ich nur beim Nase putzen. |
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| Physioexpertin Registriert seit: 18.01.2009 Ort: München Alt Riem
Beiträge: 1.513
| Re: Ironman Frankfurt 2009 - Robert Rahnfeld - Ganz platt Ein schier unglaublicher Bericht................. Respekt Respekt Respekt Erhol Dich gut! |
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