| |||||||
| Die Triathlon-Interview-Ecke Mit Interviews unserer triathlon.de-Forenmitglieder und wie immer geht es nur um das Eine - Triathlon, was sonst. |
![]() |
| | LinkBack | Themen-Optionen |
| | #1 |
| Mit Stützrädern-Fahrer Registriert seit: 11.11.2005 Ort: Zirndorf
Beiträge: 19
| Die Therapie: Dr. Langdistanz im Interview Hi Peter! Du nennst Dich hier im Forum Dr. Langdistanz. Wie kommst Du auf den Nick? Ich wusste, dass die Frage kommt, na gut, dann hätten wir das auch mal geklärt. Den hat mir der Dreisportler verpasst auf unseren unendlichen Trainingsfahrten, wo wir uns über Training, Ernährung, Medizin und Physiologie unterhalten habe. Als Molekularbiologe und Genetiker liegt es in meiner Natur, alles zu hinterfragen, mir Wissen anzulesen, mich zu informieren und Neues zu studieren. Dreisportler hat mir immer eine Frage gestellt und dann konnte er wieder eine halbe Stunde GA1 neben mir herfahren, weil ich am reden war und deshalb nicht so drücken konnte.Und als er den Laden damals noch unter Dreisport.de gegründet hat, da hatte ich auch gleich meinen Spitznamen weg, so richtig angemeldet hatte ich mich nämlich nie hier. Sehr schön! So wollen wir weitermachen. Ich stelle Dir eine kurze Frage und dann kann ich wieder einige Minuten im GA1 neben Dir im WWW surfen. Kennst Du auch die nächste Frage schon? nee, hau rein Ich auch nicht! Interview beendet! ...OK! Ein Spaß! Darf man aus Deinem Nick auch auf die bevorzugte Streckenlänge beim Triathlon schließen? Ja, das liegt irgendwie nahe, oder....kommt aber auch daher, dass die Langdistanz eine Wissenschaft für sich ist, das ist also genau das richtige für mich. Erklär das Mal näher, was du mit "Wissenschaft für sich" meinst! Was macht den Reiz der Langdistanz aus? Langdistanz-Triathlon ist für mich nicht nur die Aneinanderreihung von Schwimmen, Radfahren und Laufen. Das sind Stunde um Stunde Konzentration, Motivation, Krisen und deren Bewältigung, Essen, Trinken und manchmal auch ein wenig Geduld. Aber die Langdistanz ist für mich nicht nur das Event an sich, es ist die Lebenseinstellung, die da hintersteckt, die Bereitschaft, etwas für sich selber bewegen zu wollen und auch die Begeisterung, die man über einen sehr langen Vorbereitungszeitraum "Tag für Tag" aufbringen will. Ich bin vor fünf Jahren als Autodidakt in das Langdistanzabenteuer gestartet und liebe es, von Saison zu Saison Neues dazuzulernen. Vor 5 Jahren also hat die "Sucht" begonnen? Wo? Was war das für ein Erlebnis? Und wie kamst Du überhaupt auf die Idee? Willst du die kurze oder die lange Version, wie viel Speicherplatz gibt es denn auf den Servern? Die lange Version bitte. Ich will doch nebenbei im GA1 surfen! Na gut, ein kurzer Abriss: 1986 (!!) erste Anmeldung zum Triathlon (in Münster/Westfalen), damals mit geliehenem Rad und Ledersturzkappe - eine Woche vorher Fuß gebrochen. 14 Jahre später, Heidelberg, Triathlon-Staffel beim Heidelbergman http://www.heidelbergman.de als Schwimmer, 2001/2002 als Schwimmer und Läufer, eine Woche nach dem Heidelbergman 2002 das erste Rennrad gekauft mit dem Ziel, 2003 den Heidelbergman ganz zu machen. Gesagt getan, 2003 vier olympische, darunter Heidelberg bei 40 (!!) Grad. Da geht noch was, war mein Gedanke. Und dann kam noch eine typische Saunabegegnung dazu und ich war in Roth 2004 angemeldet. Der geneigte Leser wird jetzt sicher mehr über die Saunabegegnung hören wollen! Erzähl mal! Wer oder was ist dir da begegnet? Warum Roth? Und wie war dein erstes LD-Finish? Ich saß im Herbst 2003 während eines MTB-Urlaubs im Zillertal in der Sauna unseres Hotels http://www.olympiahotel.at und begegnete Fritz und Wolfgang, zwei Herren aus Hilpoltstein http://www.hilpoltstein.de. Na, klingelt`s. Es war erst ein typisches Saunagespräch unter Männern (Wir kamen gerade von einer 2000Hm Tour zum Tuxerjoch http://www.bergfex.at/sommer/hintertux/bike/7/ im Schnee zurück und sind klatschnass im Hotel gewesen). In der Sauna ging es dann darum, wie verrückt man sein kann, um Sport im Allgemeinen und wo man so herkommt und das Thema kam auf Roth und Triathlon. Die beiden waren begeisterte Zuschauer, Wolfgang sogar aktiv als Sprecher am Selingstädter Berg. Der Abend endete nach mehreren Weizen, ausgetauschten Telefonnummern und dem Vorsatz, dem Wolfgang im Jahr darauf eine Gelegenheit zu geben, mich in Selingstadt anzufeuern. Der Homestay hat sich auch geklärt und aus einer Zufallsbegegnung in Österreich in eine gute Freundschaft und die Wurzel unserer Langdistanz-Ambitionen geworden. 2004 war dann der erst Start in Roth. Irgendwo hatte ich aufgeschnappt, man müsse mindest 5000 Radkilometer in den Beinen haben....Marathons hatte ich schon hinter mir und schwimmen konnte ich schon mit drei Jahren. Es war ein wundervolles Erlebnis, nach 10h55min ohne zu wandern im Ziel und einfach glücklich. Eine respektable Leistung! Wo soll das noch enden? Ist Hawaii ein Thema für Dich? Zur Zeit definitiv Nein. Ich beantworte die Frage immer mit 201X !! Meine starke Phase kommt wahrscheinlich erst in der nächsten AK. OK! Aber der Traum ist da! Wovon träumst Du sonst noch? Triathlon-Träume ?? Schönes Wetter am 12.Juli 2009 ! Ja träumst Du denn nur vom Triathlon? Und NEIN, dich beschimpft hier sicher keiner wegen der Vater-Tochter-Geschichte! Ich jedenfalls verstehe ich dich voll und ganz! Du meinst sowas wie Australien, Neuseeland, Weltreise ?? Ja, das sind auch Träume. Oder mit meiner Frau mal als Team die Transalp oder eine MTB-Alpenüberquerung machen. Das sind auch so Träume. Genau! Sowas meinte ich! Bist du denn schon mal bei einem internationalen Triathlon gestartet? Und wie war das? Ich war 2006 zum Ironman in Canada (http://www.ironman.ca). Mit meiner Familie, inklusive Campingurlaub, Rocky Mountains, Bären schauen....das ganze Programm halt. Das war ein echter Traum und ist nur noch schwer zu toppen. Damals hatte ich noch den Traum, vielleicht so "last minute" noch einen Quali-Platz zu holen, aber da haben dann noch 20 min gefehlt. Und überhaupt, Roth ist auch ein sehr internationales Rennen Teil 2 folgt
__________________ Ich bin dann mal weg! |
| |
| | #2 |
| Mit Stützrädern-Fahrer Registriert seit: 11.11.2005 Ort: Zirndorf
Beiträge: 19
| Re: Die Therapie: Dr. Langdistanz im Interview Du sprichst mir aus dem Herzen! Vorallem wenn man 2008 beim RAINman dabei war, hat man erlebt, was für ein tolles Publikum in Roth ist. Apropos! Wie wichtig ist das Publikum für Dich? Spornt dich das an oder bist du im Wettkampf eher in dich gekehrt? Es spornt schon an, vor allem, wenn man weiss, dass auch immer wieder Freunde und Familie an der Strecke stehen. Am Solarer Berg 2007 hatte ich beinahe Tränen in den Augen, gerade in der ersten Runde, so ein gewaltiges Gefühl war das. Und dann, am Kanal, ist man auch manchmal wieder froh, dass gerade mal keine dröhnenden Boxen an der Laufstrecke stehen und man wieder ein wenig mehr auf sich selbst fokussiert ist. In Kanada standen damals 100ete von Autos an den langen Pässen, die man hochfährt und die Zuschauer haben einen da hochgepusht. Aber das Gegenteil habe ich auch schon erlebt: Nordseemann http://www.nordseeman.de 2008 in Wilhelmshaven. Triathlon mitten in der Stadt, Schwimmen wie in einer Arena im Hafen und die Laufstrecke an der Strandpromenade - und nur wenig Zuschauer. Im Gegenteil, die Strandspaziergänger fühlten sich geradezu von den Wettkämpfern belästigt, es wurde keine Rücksicht genommen, einfach in die Strecke reingelaufen und beim Radfahren durch die Vorstadt lagen sogar Reissnägel. Aber ich lasse mich auch von sowas nicht abschrecken und bin auch dieses Jahr wieder dort am Start - weil es ansonsten ein toller Wettkampf ist. "Solarer Berg" ist Kult! Man sieht Dir die Freude auch an, wenn man Bilder von Dir sieht. Wir haben erfahren, dass du eine Tochter hast und deine Frau auch Sport treibt und es ist glaub ich kein Geheimnis, dass sie auch Triathletin ist und auf der Langdistanz zu Hause. Wie macht Ihr das? Ich stelle mir das die "Life-Balance" schon extrem schwierig vor. Oder ist es eher leichter, weil der Partner für die Sportverrücktheit Verständnis hat? Eine Frage, die wir sehr häufig gestellt bekommen...insbesondere von den "immer-gestressten" Eltern, die ihren Tagesablauf auch ohne Sport nicht geregelt bekommen. Ganz wichtig ist Organisation, da wir ja auch beide einen Job haben. Wir wohnen aber strategisch so günstig, dass wir die Arbeitswege einbinden können, sowohl als Lauf- wie auch als Radstrecke. Unsere Tochter ist jetzt soweit "Fahrrad-gefestigt" dass Sie uns auch mal beim Laufen begleitet. Wenn unsere Kleine Samstagmorgens um acht in den Schwimmverein geht, dann gehen wir natürlich mit und schwimmen unser Programm. Andere machen eine Stunde Mittagspause, wir gehen laufen. Und seit diesem Winter gehen wir auch in ein Fitness-Studio zum Kraft-Training und Spinning - und parallel laufen Kurse für Kinder, die ansonsten von Vereinen nur zu Zeiten angeboten werden, wo wir noch arbeiten. Stressig sind - wenn man es überhaupt Stress nennen darf, die Wochenenden im Frühjahr. Wenn Du nach einer Sechstunden-Tour zurückkommst und der Partner noch seinen langen Lauf oder ein Koppeltraining machen will, dann kann ich mich nicht auf das Sofa zurückziehen sondern unternehme noch was mit meiner Tochter - und wenn wir zu einem ausgemachten Punkt auf der Laufstrecke der Mama radeln, um dort die Verpflegung abzugeben. Meine Frau hat sich vor 4 Jahren auch von dem Virus anstecken lassen und gemeinsame Therapie-Konzepte machen es schon leichter. Nicht auszudenken, wie das laufen würde, wenn einer von uns abends noch ins Kino/Theater/Oper gehen wollte oder ein Partner es vorziehen würde, jedes Wochenende ein anderes Museum zu besuchen. Klingt nach perfekter Harmonie. Ich wünsche Euch, dass das weiterhin so gut läuft. Da man aufhören sollte, wenn es am schönsten ist, wir aber gerne eines Tages eine Fortsetzung des Interviews machen können, hier noch ein paar Abschlussfragen mit der Bitte um kurze Antwort: Triathlon ist für mich...? ,,,Aufgabe und Ausgleich, Herausforderung und Spaß an der Bewegung, ein Sport mit Freu(n)den und Familie. Mein größter Wunsch ist...? ...gesund zu bleiben und noch einmal mit meiner Frau zusammen über die Ziellinie zu kommen. Und vielleicht noch eine Kampfansage...meine nächste Langdistanz absolviere ich in...? Das kann man nie wissen, der Tag ist zu lang und der Körper unberechenbar, aberichsachma 9 Möge die Übung gelingen! Danke Dir Peter für die wirklich sehr nette Unterhaltung. Ich würde mich freuen, wenn wir das Gespräch vielleicht im Laufe des Jahres fortsetzen könnten. Nach Deinem nächsten LD-Finish??? Schau mer mal! Aber gerne, so mit Muskelkater und laktatgelben Augen geht es am besten Ja, hat Spaß gemacht. Notiz in meinen Terminkalender: Nächster Interviewtermin: 12.07.09 gegen 18:00 Uhr! Frisch geduscht!
__________________ Ich bin dann mal weg! |
| |
| | #3 | |
| Einer muss es ja tun Registriert seit: 15.03.2008 Ort: København Alter: 39
Beiträge: 2.695
| Re: Die Therapie: Dr. Langdistanz im Interview Schönes Interview.....interessante Details...auch wenn ich die meisten schon kannte von den am Anfang beschriebenen Ausfahrten Zitat:
__________________ Triathlon in Dänemark | |
| |
| | #4 |
| Mod, die rechte und linke Hand vom Chef Registriert seit: 02.03.2004 Alter: 42
Beiträge: 1.949
| Re: Die Therapie: Dr. Langdistanz im Interview Du bist plöd
__________________ Tempogefühl habe ich nur beim Nase putzen. |
| |
![]() |
| Lesezeichen |
| Themen-Optionen | |
| |