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Claudia Webers Blog Nr. 8: Aus der Traum

Thomas Wenning, einmaligNachdem mich der „Pannenteufel“ mit zwei platten Radschläuchen durch die ersten 40 Kilometer der Wiesbadener Strecke am Pfingstsonntag begleitet hatte, fuhren wir in das Hotel, um am nächsten Morgen alles noch in Ruhe angehen zu lassen. Also schob ich mein Rad in den Aufzug und stemmte es mit dem rechten Arm hoch, damit etwas mehr Platz war. In diesem Moment hatte ich einen sehr starken Schmerz im rechten Oberarm. Konnte es eine Zerrung sein? Einige Tage später merkte ich daheim, dass irgendetwas nicht stimmte, es wurde immer schlimmer. Bald konnte ich noch nicht einmal mehr ein Wasserglas mit rechts heben.

Am 21. Juni holte ich meine Startunterlagen für den Zell Mosel Triathlon ab, war aber schon recht eingeschränkt. Am nächsten Morgen schellte der Wecker um sechs Uhr und ich konnte den rechten Am nicht mehr heben. Schweren Herzens gab ich meinen Chip zurück und teilte mit, dass ich an dem Event nicht teilnehmen konnte. Wir fuhren auch sofort heim, ich wollte auch als Zuschauer nicht dort bleiben.

Schlechte Nachrichten

 

Am 25. Juni ließ ich ein MRT erstellen, mit verschiedenen Diagnosen, aber kein Riss, wurde mir mitgeteilt. Doch ich holte mir einen Termin für den 30. Juni in Köln im Schulterzentrum, da ich mich von Fachleuten anschauen lassen wollte. Kaum sah der Orthopäde das MRT, sagte er mir: ganz klar die Supraspinatus Sehne ist gerissen, das müssen wir operieren. Klar, sagte ich, aber nach dem Ironman 70.3 Wiesbaden.

Thomas Wenning, einmaligWas soll ich sagen: letztes Wochenende wollte ich alles ausprobieren, da die Schmerzen nicht erträglicher wurden, auch der Ruheschmerz ist nicht besonders angenehm. Also ging ich am Freitag Nachmittag in den Ternscher See, um zu schauen, wie lange ich Kraulen konnte. 15 Minuten später ging nichts mehr. Ich bekam den rechten Arm kaum noch aus dem Wasser. So fuhr ich frustriert nach Hause. Die Nacht war durch die Anstrengung und daraus resultierenden Schmerzen nicht so toll. Am Samstag Mittag hatte ich den Gedanken, dass ich es ja mit Brust schwimmen versuchen könnte. Hauptsache in Wiesbaden dabei sein. Nach 35 Minuten schwimmen teilte mir dann der rechte Arm mit, dass auch das nicht ginge. Ich kam sogar gar nicht mehr allein aus dem Neoprenanzug.

So musste ich mir eingestehen, trotz aller Versuche, Wiesbaden würde ohne mich stattfinden.

Ich konnte es zwei Tage lang nicht glauben und war irgendwie geschockt. Acht Monate Vorbereitung, mit ca. 13 Wochenstunden Training. Die Kraultechnik zu lernen war für mich echte Arbeit. Nach zwei Jahren mit Hüftschmerzen, der Operation und des Wiederaufbaues so ein Pech.

Am 07. August habe ich meinen Besprechungstermin für die Operation der rechten Schulter.

Auch während ich jetzt hier sitze und diesen Text schreibe, glaube ich immer noch zu träumen.

Ziele braucht der Mensch

Also, nach der Operation kommen dann ca. 18 Krankengymnastik Termine, in Eigenleistung wieder weiter die Schulter trainieren und irgendwann so nach sechs Monaten kann ich dann wieder von vorne anfangen. Das Gute ist, dass man wohl wieder ganz hergestellt sein wird. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen. So werde ich die Operation überstehen, meine Krankengymnastik fleißig absolvieren und dann in Ruhe, zu gegebenem Zeitpunkt anfangen zu schwimmen, radzufahren und zu laufen. Und wenn ich dann meine, jetzt ist es soweit, werde ich mir einen Wettkampf nächstes Jahr aussuchen, um daraufhin zu trainieren. Denn – Ziele braucht der Mensch –

So verbleibe ich mit traurigen, aber herzlichen Grüßen und auch etwas feuchten Augen
eure Claudia

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Fotos: Thomas Wenning

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