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Claudia Webers Blog Nr. 1: Zurück ins Leben

Am 31. Januar 2013 bekam ich mein Leben zurück. Es hört sich zwar übertrieben an, aber es ist furchtbar, zwei Jahre mit Schmerzen, ohne regelmäßigen Schlaf und kaum des Bewegens mächtig, den Alltag zu bewältigen.

Nachdem ich von der Sana Klinik in München-Solln, in der ich meine Hüftprothese bekam zum Medical Park am Tegernsee zur stationären Reha kam, war mir schon klar, dass ich mit aller Kraft an mir arbeiten wollte, um wieder sportlich tätig zu werden. Mein früheres Leben als Langstreckenläuferin war vorbei, das war mir schon bewusst. Da ich aber schon länger den Gedanken hatte, in den Triathlon zu wechseln, hatte ich nun ein Ziel.

Ziele braucht der Mensch, auch wenn sie erst einmal klein anfangen. 

Thomas Wenning, einmaligIn der Reha konnte ich mir noch gar nicht vorstellen, zwei bis drei Kilometer zu joggen. Erst Anfang Juni 2013 ging ich ohne Gehhilfen, recht spät, wie mir immer wieder gesagt wurde. Voller Aufregung und natürlich mit Gedanken an den zweijährigen Schmerz startete ich mein erstes Lauferlebnis, ca. drei Kilometer. Da mich mein Freund begleitete, musste er immer wieder auf meine Körperhaltung schauen. Wahrscheinlich habe ich ihn ziemlich genervt.

So arbeitete ich mich langsam von Kilometer zu Kilometer und die Strecken wurden länger. Bald lief ich fünf Kilometer. Ich konnte es kaum glauben. Es war ein Erlebnis, man kann es nicht in Worte fassen. Immer wieder musste ich an meine früheren Laufkilometer denken und mir sagen: Es hat ein neuer Lebensabschnitt angefangen.
Natürlich war und bin ich jetzt noch sehr dankbar, dass ich wieder Sport treiben kann. Ich konnte dann recht schnell, aber in Maßen, in den Sport zurückkehren, da ich jeden Morgen (ca. 6:00h) zur Praxis meines Physiotherapeuten gegangen bin, um mit  Muskelaufbau, Krankengymnastik und Dehnen wieder zügig in mein Leben zurückzufinden. Es ging ja nicht nur um den Sport, sondern das normale Leben musste ja auch irgendwann wieder anfangen. Auch jetzt noch mache ich morgens vor der Arbeit Übungen, da sich sonst eine Verschlechterung des Bewegungsapparates einstellt.

Das erste Mal zurück hinter der Startlinie

Thomas Wenning, einmaligAm 20. Juli 2013 stand ich dann zu ersten Mal nach der Operation wieder an einer Startlinie, in Hamburg, meine erster Triathlon! 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, fünf Kilometer Laufen waren zu bewältigen. Die 500 Meter Schwimmen habe ich mit Kraulen und Brustschwimmen bewältigt, bei den 20 Kilometern Radfahren hatte ich zwei Platten. Mein Freund wollte schon eine Vermisstenanzeige aufgeben, da ich nach recht langer Zeit in die Wechselzone kam. Fünf Kilometer waren noch zu Laufen. Ich war überwältigt, als ich Richtung Ziel lief und wusste….. , ich brauche einen Schwimmtrainer und zwar pronto.

Mein jetziges Ziel ist der Ironman 70.3 in Wiesbaden Mitte August 2014

Am 15. September 2013 absolvierte ich meinen ersten Halbmarathon. Ein komisches Gefühl, da ich beim Tegernsee-Halbmarathon startete  und dort lief, wo ich im Februar des gleichen Jahres noch an Gehstützen ging. Am 10. November 2013 folgten in Athen der zehn Kilometer-Lauf, am 07. Dezember 2013 der Halbmarathon in Jamaica, am 29. Dezember 2013 in Gießen der zehn Kilometer-Lauf und am 31. Dezember 2013 in Trier der fünf Kilometer-Lauf.

Schwimmtraining intensiv

Thomas Wenning, einmaligAnfang November 2013 nahm ich am Schwimmseminar von triathlon.de in Essen teil. Meine Technik eine einzige Katastrophe. Kaum Rotation, kein hoher Ellenbogen und einiges mehr. Dort lernte ich Markus Hennemann vom triathlon.de kennen. Als Schwimmtrainer bringt er mir nun die Kraultechnik  bei und ich hoffe, er wird nicht an mir verzweifeln.
Es soll jetzt tatsächlich schon mehr nach Schwimmen aussehen, im Vergleich zum Seminar. Hört sich ja nicht so schlecht an. Ich gebe mein Bestes, um zu lernen. Mal klappt es ganz gut, mal weniger. Wir wollen aber nicht das Radfahren und Laufen vergessen. Momentan fahre ich auf der Rolle im Wohnzimmer, laufe abends draußen oder im Studio auf dem Laufband. Ach ja und dann ist da ja noch die Rumpfstabilisation, auch nicht ganz unwichtig.

Meinen Trainingsplan bekomme ich wöchentlich von Raphael Keller von formkurve.de. Wir telefonieren dann regelmäßig, um den durchgeführten Trainingsplan zu besprechen. Natürlich muss ich alles gut dosieren, bin manchmal sehr müde, aber weiterhin hochmotiviert. Alles mit einem Ziel: Dem Ironman 70.3 Wiesbaden.

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Fotos: Thomas Wenning

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