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Ein Wort zum Sonntag

Andrej Heilig:
Ein Wort zum Sonntag

8. Juni 2010 von Andrej Heilig

Die Räder können nie was für die schlechte FormAuch 2010 wird es (endlich) wieder Sommer, und im Sommer ist der Sonntag – Wettkampftag! Leider könnte man den Sonntag in diesem Zusammenhang auch als Märchentag bezeichnen. Das fängt schon vor dem Start an…


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….kaum einer der nicht krank, verletzt oder gerade erst genesen ins Rennen geht. Wenn man den ein oder anderen Triathleten öfters bei Wettkämpfen trifft entsteht manchmal der Eindruck, der Junge hat seit Jahren nicht mehr ordentlichen trainieren können…da denke ich mir oft nur noch: selber schuld.

Okay, an den Start schaffen es dann doch alle irgendwie, und im Ziel ist die Überraschung groß: Gar nicht schlecht platziert für so eine lange Leidensgeschichte. Aber anstatt sich über den allen Widrigkeiten zum Trotz erreichten Erfolg vorbehaltlos zu freuen, wird gleich nachgelegt: Hätte ich nicht, könnte ich nur, wäre doch…ja dann wären noch mindestens 10 Minuten drin gewesen und damit – kurzer Blick auf die Ergebnisliste, na klar, der Sieg!

Also, bei aller Liebe, aber wenn so vorgelegt wird, wird auch mancher schwach der bislang eigentlich ganz zufrieden war. Einigen fällt spätestens am Kuchenbuffet ein, dass sie seit gestern eigentlich erkältet sind, oder irgendwie Probleme mit dem Magen hatten, die Schaltung nicht so wollte wie sie sollte, oder ihnen gestern das Auto stehen geblieben ist und wegen dem ganzen Stress…

Wenn man jede Geschichte ernst nimmt, dann stehen da lauter potentielle Weltrekordler, es müsste halt nur endlich mal alles perfekt laufen. Ähnliches gilt für das Windschattenfahren, wo so viel von anderen erzählt wird, die doch allesamt Windschatten gefahren sind, da fällt es schwer zu verstehen, dass sich nie einer findet, der dabei gewesen sein will.

Tja, aber so ist es nun mal. Man ist genau so gut wie seine letzte Platzierung – nicht besser und nicht schlechter. Jeder hat mit seinen Problemen zu kämpfen, und weil das für ALLE gilt und es bei KEINEM perfekt läuft, landet man am Ende genau da wo man hingehört. Wenn es nicht für weiter vorne oder für eine schnellere Zeit gereicht hat, dann hat man das halt einfach (noch) nicht drauf. Dafür gibt es ja auch eine nächste Chance.

Als fairer Sportler sollte man sich und seine Umwelt mit diesen Märchengeschichten verschonen und nicht die Leistung anderer, die heute besser waren, in dieser Form relativieren. Wie gesagt – am Ende steht es schwarz auf weiß in der Ergebnisliste, und die lügt nie :-)

Euer Andrej Heilig

Seit 1999 ist Andrej Nichtraucher und gleichzeitig einer neuen Sucht verfallen: Triathlon. Seit den Anfängen hat sich viel getan im Leben des erfolgreichen AK30 Triathleten. Aber das erzählt er Euch lieber selber. Hier die Webseite von Andrej Heilig.
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